Hendrik Hering
Eine Erwiderung ist offensichtlich nicht gewünscht. – Es spricht Abgeordneter Schwab für die Gruppe FREIE WÄHLER. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Dass die Regierung und die Ampelfraktionen heute und auch in Zukunft fest an der Seite der Winzerinnen und Winzer stehen, sollte aus meinem Verständnis heraus eine Selbstverständlichkeit sein. Spontan kann man sich deshalb fragen: Warum heute dieser Entschließungsantrag? Dass auch in den Bereichen Landwirtschaft, Weinbau und Forsten der Handlungsbedarf beträchtlich ist, dürfte längst im Landwirtschaftsministerium angekommen sein. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass unsere Kollegen von der CDU und auch wir FREIE WÄHLER immer wieder an die gravierenden Probleme der Erzeuger unserer Weinbaubetriebe erinnert haben. So hat mein Kollege Stephan Wefelscheid jüngst die dramatischen Entwicklungen im Steillagenanbau am Mittelrhein aufgezeigt und auf mögliche nachteilige Folgen für Biodiversität und Tourismus hingewiesen. Stirbt der Steillagenanbau, verkommt eine ganze Kulturlandschaft. Das wiederum gefährdet den Tourismus. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen für Rheinland-Pfalz wären dramatisch. Diese Zusammenhänge lassen sich sehr wohl auf andere Weinbaugebiete in unserem Rheinland-Pfalz übertragen. Wir wollen aber nicht kleinlich sein. Da dieser ausführliche Antrag die ökonomischen, ökologischen und klimatischen Zusammenhänge aufzeigt und sogar Handlungsempfehlungen gibt, begrüßen wir diesen. Ob jedoch Bekenntnisse und Übergangslösungen ausreichen, um einen Teufelskreis zu überwinden, ist eine rein rhetorische Frage. Die Wahrheit ist, es ist kompliziert. Genau das zeigt auch der Antrag auf. Fakt ist nun einmal, dass der Weinkonsum nicht nur in Deutschland zurückgeht. Im internationalen Vergleich nimmt dagegen das Mengenangebot zu. Deutsche Erzeuger haben angesichts der Billigkonkurrenz Schwierigkeiten, ihre Grundweine zu vermarkten, obwohl die Jahre 2023 und wohl auch 2024 nicht die gewünschten Ernteerträge brachten. Auf dem Papier ist eine Antwort einfach: Mengen runter, Qualität weiter steigern. Das hört man auch in Expertenkreisen immer wieder. Die Folge wäre jedoch eine weitere deutliche Erhöhung der Verkaufspreise. Dabei haben diese angesichts der Kostensteigerungen für die Erzeuger bereits nachteilige Auswirkungen. Verbraucher weichen auf Discounter und Supermärkte aus. Aromatisierte, in deutschen Großkellereien abgefüllte Billigweine aus dem Ausland haben nach wie vor leider Hochkonjunktur. Wir sehen, die Probleme der heimischen Weinbauern stehen in einem internationalen Kontext. Sie können nur auf Bundes- und europäischer Ebene gelöst werden. Das zeigt auch dieser Antrag wieder auf. Wir stimmen ihm aus diesem Grund zu. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)
