Marco Weber
Sehr gut!) Ich bin gespannt und werde genau beobachten, wie viel davon leere Versprechungen sind und wie viel Sie, wie viel die Ampelregierung von den Handlungsempfehlungen – zum Beispiel die Errichtung eines ChildhoodHauses – dann tatsächlich umsetzt. Seit Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle, sei es in der Kirche oder in anderen Einrichtungen, wissen wir, wie tief diese Problematik reicht. Es geht nicht nur um die juristische Aufarbeitung, sondern vor allem auch um die Prävention und die frühzeitige Erkennung von Kindeswohlgefährdungen. Dafür braucht es nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte in Justiz und Polizei, deren Aufstockung wir ausdrücklich begrüßen, sondern auch ein wachsames Auge von allen, die mit Kindern arbeiten. Wir müssen anerkennen, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Vertuschungen und falschen Verdächtigungen kam. Missbrauchsfälle wurden nicht nur verschwiegen, sondern auch von vielen gedeckt. Das darf nicht mehr passieren. Gleichzeitig müssen wir aber auch sicherstellen, dass Unschuldige nicht zu Opfern falscher Verdächtigungen werden, wie der Fall eines Lehrers aus dem Raum Koblenz gezeigt hat. Ein Aspekt, der ebenfalls zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Verbreitung und der Besitz kinderpornografischer Schriften und Medien. Es wurden Fachbereiche für Sexualdelikte eingerichtet, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Doch wichtiger als die reine Strafverfolgung ist die Prävention. Die Erkennung von Kindeswohlgefährdungen muss ein zentrales Anliegen sein, und dabei sind alle betreuenden Personen gefordert. Auf Seite 88 können wir bei den Handlungsempfehlungen ein mir sehr am Herzen liegendes Projekt wiederfinden. Ich möchte hier ebenso wie mein Kollege von der CDU ansprechen, dass – als ein weiteres Beispiel, wie Kinderschutz weiterentwickelt werden kann – die Einrichtung eines spezialisierten Zentrums wie des Childhood-Hauses, das in Hessen erfolgreich eingeführt wurde, empfohlen wird. Wir erinnern uns, auch wir FREIEN WÄHLER haben genau darin ein hervorragend passendes Projekt gesehen. Solche Zentren bieten Kindern, die Opfer von Gewalt wurden, einen Ort, an dem alle relevanten Akteure von der Polizei über die Rechtsmedizin bis hin zur psychosozialen Betreuung unter einem Dach zusammenarbeiten. In Rheinland-Pfalz fehlen bisher solche Strukturen, und die Landesregierung hat sich bislang gegen ein Modellprojekt ausgesprochen. Mein Kollege von der SPD sagte damals im Ausschuss dazu sinngemäß: Wir haben doch bereits gute Strukturen und brauchen keine Dopplungen. Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, wie effektiv diese Zentren arbeiten. Wir sollten uns diese Praxis zum Vorbild nehmen und in Rheinland-Pfalz einen solchen Weg einschlagen. Liebe Kollegen der SPD, ich hoffe, Sie können endlich den Nutzen für unser Land in dem Projekt erkennen. Neben all diesen Aspekten darf der Bereich „Sport“ nicht vergessen werden. Hier scheint sich ein regelrechter Wettbewerb zu entwickeln, wer die besten Präventionsmaßnahmen einführt. Der DOSB hat bei einem Gutachten der Deutschen Sporthochschule Köln einen wichtigen Schritt getan. Doch es gibt zahlreiche parallel laufende Initiativen, deren Effektivität erst noch bewertet werden muss. Wichtig ist, dass im Sport endlich gehandelt wird; denn dort sind Kinder und Jugendliche gefährdet. Insgesamt hört sich in der Theorie all das gut an, nur an der ausreichenden Umsetzung scheitert es leider bislang noch. Ich hoffe sehr, dass sich jetzt mit den Handlungsempfehlungen etwas tut und mehr getan wird. Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER)
