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Michael Ebling

11.07.2024 Sitzungen 18/69

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Abgeordnete! Es wäre unangemessen, aus meiner Rolle heraus etwas zu der wichtigen Arbeit des sich hier gerade verabschiedenden Abgeordneten Dr. Streit zu sagen. Eine Sorge müssen Sie aber nicht ins ferne Brüssel oder Straßburg mitnehmen, (Heiterkeit des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) nämlich die, dass wir nicht ausreichend in der Sportförderung unterwegs sind. In den vergangenen Jahren konnten wir – auch mit Unterstützung der Koalition in diesem Hause – die Mittel für Vereine, für die Sportbünde deutlich und regelmäßig steigern, haben eine hohe Planungssicherheit geliefert. Vielleicht ist das ein Pfad. Da können Sie an anderer Stelle mit dafür sorgen, dass das dann auch komplementär geschieht. Mit einer gewissen Langmut sehe ich Ihre harte Kritik gegenüber der regionalen Sportstättenplanung in der Region Bitburg, wie Sie sie eben hier deutlich gemacht haben; denn es fällt dann leider doch auf die zurück, die auch in Ihrer Zuständigkeit dafür natürlich Mitverantwortung tragen, (Heiterkeit des Abg. Marco Weber, FDP) ohne die Rolle des Landes in der Sportförderung schmälern zu wollen. Die Planung, wie gesagt, ist aber eine kommunale. Meine Damen und Herren Abgeordnete, deshalb genauso unumwunden auch etwas zu dem Antrag. Er ist inhaltlich, ich würde das so sagen, mit jedem Vorstoß und mit jeder Einordnung, auch der Rolle des Sports, von seiner gesellschaftlichen Bedeutung, aber auch schlichtweg für das, was er uns allen individuell bedeutet, richtig. Es ist nur nicht neu. Das ist hier schon in der Debatte deutlich geworden. Herr Abgeordneter Hüttner hat das gleich zu Beginn klargemacht. Zum Lösungsvorschlag der Fraktion der CDU, im Unterricht des Leistungsfachs Sport eine Übungsleiter C-Lizenz zu erwerben, kann ich auch mit dem deutlichen Nicken der Kollegin Dr. Steffi Hubig nur sagen: Das passiert schon; das findet statt. Das findet auch erfolgreich statt, weil diese Möglichkeit durch das Bildungsministerium schon vor Jahren mit den regionalen Sportbünden – im Übrigen in allen Schulen – im Rahmen des Leistungsfachs Sport erfolgreich eingeführt wurde, also mitnichten nur im Bereich der Partnerschulen des Leistungssports, sondern das gibt es. Somit sind viele Elemente des Lehrplans für das Leistungsfach Sport mit den Anforderungen der Übungsleiterausbildung kompatibel. Genau aus diesem Grund wird den Absolventinnen und Absolventen des Leistungsfachs Sport ein großer Teil der für die C-Lizenz erforderlichen Lerneinheiten erlassen, und es wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Prüfungen für die Übungsleiterlizenz an Schulen abgenommen. Exemplarisch, wirklich nur exemplarisch, ein Erfahrungswert vom Sportbund Rheinland: Da waren es in den letzten Jahren über 600 Absolventinnen und Absolventen eines Leistungsfachs Sport, die die DOSB-Übungsleiter C-Lizenz Breitensport erworben haben und die ergänzend zu den im Lehrplan verankerten Inhalten in immerhin maximal 30 Lerneinheiten – à 45 Minuten, wie wir wissen – Inhalte zu den Themen „Inklusion“, „Sportpädagogik“, „Sexualisierte Gewalt im Sport“, „Sportrecht“ und „Sportverwaltung“ behandelt haben. Das ist ein laufendes Erfolgsmodell. Ja, wenn diese Debatte dazu dient, dass es noch etwas populärer wird, etwas breiter wird, dann ist ein wirklich wichtiges Ziel erreicht worden. Dazu braucht es im Kern aber natürlich nicht noch einmal die Forderung oder die Aufforderung an die Beteiligten hier im Plenum oder auch in der Landesregierung. Es läuft, wie man so schön sagt, oder es ist in Bewegung, so wie auch das Land durch die Sportförderung gut in Bewegung ist. Insofern finde ich es wertvoll, dass heute deutlich geworden ist, welcher Stellenwert dem Sport, dem Ehrenamt im Sport und den vielen, vielen Tausend Ehrenamtlichen in Rheinland-Pfalz seitens des Parlaments beigemessen wird. Vergessen wir nicht, statistisch betrachtet ist jeder Dritte, jede Dritte Mitglied in einem Sportverein. Das Schöne ist wirklich, die Corona-Delle ist ausgebügelt. Ich glaube, das ist das schönste Kompliment, das man dem Sport, den Vereinen und den Sportbünden machen kann. Das, was als Bremsspuren da war, durch die Corona-Pandemie, nämlich keine Angebote, keine Übungsmöglichkeiten, ein Rückgang der Attraktivität auch aufseiten der Vereine durch die Mitglieder – – – Inzwischen kommen wieder junge Mitglieder nach, und inzwischen ist sogar der Wert der 2019er-Zahlen, so die Mitteilung des Landessportbunds, übertroffen worden. Das heißt, wieder sind mehr in den Vereinen unterwegs. Das ist ein toller Beleg. Ich glaube, mit der Förderung des Landes, aber auch mit diesen gezielten Maßnahmen, wie den weiteren Stärkungen der Übungsleitungen, sind wir da insgesamt auf einem sehr, sehr guten Weg, dem Sport zu signalisieren, dass er die Unterstützung bekommt, die er auch verdient. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

Protokoll ↗