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Damian Lohr

AfD 13.06.2024 Sitzungen 18/67

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Betrachtet man die Suizide rückblickend, konnte man schon eine sehr positive Entwicklung feststellen. Seit dem Jahr 1980 – Kollege Winkler hat es auch gerade gesagt – haben sich die Suizide etwa halbiert. Nichtsdestotrotz ist jeder Suizid einer zu viel. Schaut man sich die Anzahl der Suizide der vergangenen Jahre seit 2017 an, muss man jedoch trotz eines gewissen Rückgangs feststellen, dass sie sich ungefähr auf gleichbleibenden Niveau mit gewissen Schwankungen bewegt. Das legt die Vermutung nahe, dass die bestehenden Maßnahmen und Angebote der Suizidprävention, die ich gar nicht in ihrer Qualität in Abrede stellen möchte, an ihre Grenzen stoßen. Das bringt mich zum Titel der vorliegenden Großen Anfrage „Stärkung der Suizidprävention in Rheinland-Pfalz“. Dass bei der Suizidprävention Ausbaubedarf besteht, legt auch ein Vergleich der bundesweiten Zahlen nahe. Bei der Suizidrate, also der Anzahl der Suizide je 100.000 Einwohner, lag Rheinland-Pfalz im Jahr 2022 bei 13,7 an sechster Stelle. Im Bund ist der Schnitt bei 12,1. Jeder Suizid ist einer zu viel. Besprechen muss man allerdings die Frage, wo konkret angesetzt werden kann, um eine Verbesserung der Suizidprävention zu erreichen. Das bringt uns zu den Ursachen und den bestehenden Maßnahmen und Angeboten zur Suizidprävention. Ersteres möchte ich zunächst relativ kurz aufgreifen. Die Vorredner haben schon sehr, sehr viel zu dem Thema gesagt. Rund drei Viertel der Suizide entfallen auf Männer. Das Durchschnittsalter bei Suiziden liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen bei 60 Lebensjahren. Bis zu 90 % aller Suizide gehen auf psychische Erkrankungen, allen voran die Depression, zurück. Das führt uns unweigerlich zur Situation der psychotherapeutischen Versorgung in unserem Land. Hier gibt es bereits Engpässe bzw. oftmals lange Wartezeiten, und wir kennen die Zahlen zur Altersstruktur der Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz. Dort sieht es nicht nicht viel besser als bei Haus- und Fachärzten aus. Insoweit ist eine Sicherung einer qualitativ hochwertigen, flächendeckenden psychotherapeutischen Versorgung aus unserer Sicht mit die wichtigste Maßnahme. Ansonsten besteht hier eine Gefahr, dass die Suizidrate eventuell wieder steigt. Natürlich laufen auch viele andere Maßnahmen momentan wie die Enttabuisierung – das wurde auch schon angesprochen – nicht ganz so gut, wenn die therapeutische Versorgung in den nächsten Jahren eventuell zurückgeht. Wir werden dieses Thema jedoch allein auf Landesebene nicht lösen können. Wir können lediglich einen Teil dazu beitragen, aber vor allem ist der Bund gefragt. Das führt mich zu den weiteren Maßnahmen und Angeboten, die durchaus auf Landes- oder kommunaler Ebene umgesetzt werden können. Hier bestehen in Rheinland-Pfalz bereits zahlreiche Angebote, wie der vorliegenden Antwort der Landesregierung zu entnehmen ist. Allerdings haben diese – ich erwähnte es eingangs – in den vergangenen Jahren nicht zu einem signifikanten Rückgang der Suizide beitragen können. Insofern sollte hier nachjustiert werden. Dabei würden wir uns wünschen, dass bestehende Maßnahmen und Angebote evaluiert werden, um deren Wirksamkeit einschätzen zu können, auch wenn eine Evaluation hier angesichts der sensiblen Thematik nicht ganz einfach sein dürfte. Wenn ich davon rede, dass nachjustiert werden muss, möchte ich vorab anmerken, dass wir die von der Landesregierung in ihrer vorliegenden Antwort ausgeführten Maßnahmen und Initiativen in jedem Fall vollumfänglich begrüßen. Entscheidend für das Gelingen solcher Initiativen wird aber stets sein, dass die Menschen sich helfen lassen wollen, Hilfe suchen und dann auch den Weg zu den bestehenden oder den noch zu schaffenden Hilfsangeboten finden. Allerdings sehe ich in den bereits angesprochenen Tatsachen, dass drei Viertel der Suizide auf Männer entfallen und das Durchschnittsalter sowohl bei Männern als auch bei Frauen bei 60 Lebensjahren liegt, ein wichtiges Indiz, wo künftig angesetzt werden kann. Gerade in den älteren Generationen ist das Bewusstsein für psychische Erkrankungen ein anderes und gerade bei Männern oftmals noch ein echtes Tabu. Hier hat man noch gelernt – ich sage es ganz plakativ –, dass man sich nicht so anstellen oder nicht so ein Drama machen und sich zusammenreißen soll. Wer das so gelernt hat, so denkt und empfindet, der wird auch bestehende Hilfsangebote nur schwer annehmen. (Glocke des Präsidenten) Dementsprechend begrüßen wir jede Initiative, die die Situation verbessert. Dem Antrag der CDU stimmen wir zu. Danke schön. (Beifall der AfD)

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