Dr. Christoph Gensch
Herr Staatssekretär, Sie haben uns jetzt relativ lange erklärt, warum das Problem nicht nur in der Anzahl der Medizinstudienplätze bzw. in der Anzahl der Ärzte zu sehen ist. Erklären Sie mir doch einmal, warum gerade auch Ihr Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach das wie so viele andere komplett anders sieht. Von ihm kommt basierend auf der Zahl von 12.000 Studienplätzen, die wir pro Jahr haben, die glasklare Forderung, dass wir 5.000 zusätzliche brauchen, um bedarfsdeckend auszubilden und die ärztliche Versorgung in der Fläche bundesweit und in den Ländern sicherzustellen. Darauf basieren auch unsere Zahlen, was die Erhöhung in Rheinland-Pfalz angeht, mit dem entsprechenden Schlüssel heruntergerechnet. Das sind keine Zahlen, die wir erfunden oder gewürfelt haben, sondern das sind die Berechnungen aus dem Bundesgesundheitsministerium, mit der glasklaren Aufforderung an die Länder verbunden, das auch tatsächlich durchzusetzen. Sie haben uns jetzt relativ ausführlich dargestellt, welche anderen Maßnahmen Sie ergriffen haben, um dieses Problem der ärztlichen Versorgung bzw. diesen Versorgungsnotstand zu lösen. Unter anderem haben Sie uns hier noch einmal Ihren Masterplan zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung angepriesen. Mir fallen die genauen Zahlen gar nicht mehr ein. Sie haben diesen Masterplan entweder im Jahr 2007 oder 2011 begonnen. Sie haben ihn 2016 weiter fortgeschrieben. Sie haben im Jahr 2021 einen Masterplan zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung erstellt, der vor zehn, 15 Jahren begonnen worden ist. Er müsste das Ziel, für das er konzipiert worden ist, schon längst erreicht haben. Das heißt, dieser Masterplan läuft parallel zu einem sich immer verschlimmernden Problem, ohne einen relevanten Lösungsbeitrag zu leisten. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Der ist wie die Wasserstoff-Roadmap!) Da sind wir bei diesen vielen Kleinstmaßnahmen, mit denen Sie das Problem begleiten und es nicht ursächlich lösen, und uns greifen Sie immer dafür an, dass wir tatsächlich diese zu kleine Tischdecke, die wir haben, nicht immer von einer Ecke des Tischs auf die andere ziehen, sondern die Tischdecke größer machen wollen. (Glocke der Präsidentin) Da bitte ich Sie tatsächlich noch einmal um eine Antwort: Wie stellen Sie sich das vor? Danke. (Beifall der CDU und bei den FREIEN WÄHLERN)
