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Josef Winkler

GRÜNE 13.06.2024 Sitzungen 18/67

Vielen Dank. – Hier kommen wir dann zum Kern des Problems. Natürlich kann man, wie Sie das regelmäßig tun, immer mehr Medizinstudienplätze fordern, aber was nutzt das, wenn die gut ausgebildeten jungen Ärztinnen und Ärzte weiterhin lieber in Berlin, München oder Köln als in Bitburg, Mayen oder Kaiserslautern praktizieren? Ihr Lösungsvorschlag dazu, ein RheinlandPfalz-Stipendium. Das wird uns hier aber auch nicht helfen; denn wir haben ein Verteilungsproblem in der medizinischen Versorgung. Wir haben ein Verteilungsproblem, das weniger die Bundesländer untereinander betrifft, sondern vor allem die Verteilung zwischen Stadt und Land. Frau Dr. RehakNitsche hat darauf schon hingewiesen. Darauf finde ich in Ihrem Antrag keine Antworten. Wir als Teil der Landesregierung haben Antworten gefunden und praktizieren sie bereits. Als erstes Bundesland überhaupt haben wir die Landarztquote eingeführt. 6,3 % aller Medizinstudienplätze werden bei uns an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach dem Studium für zehn Jahre in einer ländlichen Region von Rheinland-Pfalz als Hausärztin oder Hausarzt zu arbeiten. Ab dem Sommersemester 2025 folgt die Landkinderarztquote noch zusätzlich. So gewinnt man junge Menschen für die Arbeit auf dem Land, und das wird auch erfolgreich sein. Wir tun in Rheinland-Pfalz sehr viel dafür, um den Arztberuf insgesamt attraktiver zu machen. Auch Ärztinnen und Ärzte wünschen sich zunehmend geregelte Arbeitszeiten, Freizeit und ein Familienleben. Darauf wurde schon Bezug genommen. Deshalb werden MVZ in Zukunft sicher auch im ländlichen Raum stärker an Bedeutung gewinnen. Deshalb bieten wir zusätzlich Niederlassungsförderungen an, bieten Wiedereinstiegskurse an; wir bieten auch Zuschüsse für das Praktische Jahr und die Famulatur in Hausarztpraxen an. Zusätzlich tun wir auch noch etwas anderes, weil wir natürlich über mehr als über Ärztinnen und Ärzte im Gesundheitswesen sprechen müssen. Das sollten Sie sich irgendwann auch einmal hinter die Ohren schreiben. Für eine gute medizinische Versorgung braucht es viele verschiedene Fachkräfte im Gesundheitswesen. In Rheinland-Pfalz haben wir in den vergangenen Jahren einen deutlichen Schwerpunkt auf die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe gelegt und insgesamt 13 neue Professuren und gut 56 Beschäftigtenstellen geschaffen. Wir haben die Pflegestudiengänge in Trier, Mainz und Ludwigshafen, die Hebammenwissenschaften in Ludwigshafen und Mainz, die neuen Masterstudiengänge Psychotherapie in Landau, Mainz und Trier aufgebaut, und zum Wintersemester 2024/2025 startet an der Hochschule Kaiserslautern der neue Bachelorstudiengang Physician Assistant. Sie alle tragen zu einer guten und sicheren medizinischen Versorgung bei, entlasten Ärztinnen und Ärzte durch ihre wertvolle Arbeit. Wenn man also genauer hinschaut, dann ist die Lage doch oft komplexer als in den Antwortvorschlägen, die die CDU-Fraktion regelmäßig und immer wiederkehrend unterbreitet. Deswegen haben wir nicht die Absicht, uns dem anzuschließen, auch nicht in Zukunft. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)

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