Dr. Christoph Gensch
Gerne. – Frau Kollegin, Ihre Arroganz steht diametral zu Ihrer Fachkompetenz. (Beifall der CDU sowie des Abg. Helge Schwab, FREIE WÄHLER – Unruhe bei der SPD) Punkt eins: Uniklinik in Mainz, Steigerung der Studienplätze in Mainz. Wenn Sie sich den Chart von den Jahren 2002 bis 2022 anschauen, dann sehen Sie, dass die Studienplätze um einen Mittelwert ondulieren. Das beginnt im Jahr 2002 bei 450, es geht mal runter auf 400, es geht mal wieder hoch auf 430, es geht runter auf 380, es geht auf 450 hoch. Es ist im langfristigen Chart keine vernünftige Steigerung zu erkennen. Wenn Sie sich spezifische Jahre herauspicken, dann können Sie natürlich einen prozentualen Anstieg konstruieren, der nicht da ist. Der tatsächliche Aufwuchs besteht jetzt von den 450 auf die 500. Dafür haben wir Sie gelobt. Das finden wir sinnvoll. Zweiter Punkt: Die Studienplätze in Trier und Koblenz sind eine sinnvolle Sache, aber sie haben nicht begriffen, dass es Vollstudienplätze und Teilstudienplätze gibt. Die Studienplätze in Trier und Koblenz sind Teilstudienplätze. Da ist kein einziger neuer Vollstudienplatz. Da ist kein einziger Mediziner mehr, sondern Sie spalten die Studenten im klinischen Teil, in dem man am Bett in den Kliniken mehr Kapazitäten braucht, wenn man in Kleingruppen aufarbeitet. Die spalten Sie auf, damit Sie in der Vorklinik noch einmal 50 dazu holen können. Das ist kein einziger Studienplatz mehr. Sie machen das in Trier noch nicht einmal über die ganze klinische Phase, sondern erst ab dem Semester 9 bzw. jetzt 7. Sie haben das, weil die Studenten nicht unbedingt alleine nur wegen der guten Rahmenbedingungen nach Trier möchten, die ganze Zeit mit einem Stipendium, mit Fördergeldern verbunden, die Sie jetzt gestrichen haben. Da gibt es hinter den Kulissen auch schon Theater. Nächster Punkt: MVZ. Natürlich ändern sich die Arbeitsbedingungen der Ärzte. Deswegen, weil wir viele angestellte Ärzte haben, die in MVZ möchten und auch nur noch in Teilzeit arbeiten möchten, brauchen wir gerade mehr Köpfe, weil der eine Hausarzt, der 70 Stunden arbeitet, (Beifall der CDU) ersetzt wird durch drei junge Kolleginnen, die nur noch Teilzeit arbeiten möchten. Vierter Punkt: Saarland. Das Saarland bildet über den Bedarf aus. (Glocke der Präsidentin) Das wissen Sie selbst. Das wissen auch die Saarländer. Die Saarländer haben trotzdem ein erhebliches Problem aufgrund eines Mangels an Ärzten, (Glocke der Präsidentin) weil viele dieser Kollegen durch die ZVS aus der ganzen Bundesrepublik ins Saarland gekommen sind – –
