Katrin Eder
Entschuldigung. – Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist jetzt schon sehr viel dazu gesagt worden, wie schwierig die Situation der Tierheime bundesweit geworden ist. Unser Dank gilt hier auch einhellig allen ehrenamtlich und festangestellt arbeitenden Menschen in den Tierheimen. Deswegen fördern wir Investitionen, aber auch noch einmal besonders das ehrenamtliche Engagement. Wir haben eine Ehrenamtsförderung, die unterschiedliche Aspekte umfasst. Wir haben eine Förderung, was das Thema „Kastration von Katzen“ anbelangt, (Abg. Benedikt Oster, SPD: Aha, haben wir doch alles!) und wir haben natürlich auch eine Investitionsförderung. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Alles vorhanden!) Ich will die Summen noch einmal benennen. Das waren allein für das Tierheim Ransbach-Baumbach ungefähr 880.000 Euro. Wir können davon ausgehen, dass die Förderung wahrscheinlich in den siebenstelligen Bereich geht. Der Tierschutzverein Koblenz und Umgebung: 275.000 Euro für einen Erweiterungsbau. Die Hundeschleuse hier in Mainz, der Tierschutz Pirmasens für ein neues Dach, Tierschutz-Südpfalz. Das ist alles auch noch nicht abschließend. Wir haben noch mehr Förderungen ausgesprochen, insbesondere in der letzten Zeit. Wir sehen, wenn wir vor Ort sind, natürlich auch die Situation, die von Frau Jeckel und Frau Blatzheim-Roegler schon umfassend dargestellt wurde, (Abg. Benedikt Oster, SPD: Was?) wie viele Tiere in den Tierheimen sind. Ich war zuletzt selbst im Tierheim Koblenz und war wirklich von den vielen Katzen, von den vielen jungen Katzen, schockiert, davon, wie viele Menschen meinen, sich ein Tier anschaffen zu müssen und es dann einfach wieder abgeben. Wir möchten natürlich schon, dass unsere Förderprogramme so wenig bürokratisch wie möglich sind und haben auch noch einmal eine Möglichkeit, tierschutzrelevante Maßnahmen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel entsprechend zu bezuschussen. Frau Jeckel hat es aber eben gesagt. Die Entlastung der Tierheime ist ein komplexes Thema, und nicht alles kann nur durch mehr Geld gelöst werden. Zur Anzahl der Tiere ist jetzt schon viel gesagt worden, aber auch die Unterbringungszeit muss reduziert werden, um die Überlastungssituation in den Tierheimen zu verhindern. Wir werden uns daher intensiv für eine weitere Verankerung der Bundesbzw. einer EU-weiten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einsetzen. Wir werden das auch im Bundesratsverfahren zum Tierschutzgesetz entsprechend vorantreiben. Ebenso verfolgen wir das Ziel einer stärkeren Überwachung des Onlinetierhandels, um illegalen Tierhandel besser kontrollieren zu können. Wir setzen uns zudem für die Etablierung einer zentralen Recherchestelle für den Onlinetierhandel ein. Ja, Tierheime haben oftmals Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Der Fachkräftemangel schlägt auch hier zu, und die Ausbildungsplätze können häufig nicht besetzt werden. Diese Problematik kann aber nur langfristig und gemeinsam gelöst werden. Das stellt die selbstverwaltenden Tierheime – wir sehen das – vor große Herausforderungen. Zur Fundtierpauschale ist ebenfalls schon viel gesagt worden. Weil wir die Not natürlich aus den Gesprächen, aber auch aus Anschauung vor Ort wahrnehmen und uns damit auseinandersetzen, prüfen wir derzeit auch eine Weiterentwicklung der eingangs beschriebenen Förderprogramme, weil wir die Tierheime ebenfalls als wichtige Einrichtungen des Tierschutzes sehen. Für Weiterentwicklungen hier und unbürokratischere Verwaltung sind wir natürlich immer offen, weil es auch um Ehrenamtliche geht. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)
