Dr. Herbert Drumm
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir können die Welt nicht retten. (Zurufe von der SPD, von dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und von der FDP – Glocke des Präsidenten) Bei allen sinnvollen und sinnlosen Maßnahmen, bei allen freiwilligen und erzwungenen Maßnahmen, bei Vorbildrolle oder Abschreckungsrolle, eines ist klar: Wir alleine können die weltweite Klimaveränderung nicht aufhalten. Was wir aber tun können, ist darüber nachzudenken und zu versuchen, uns vor den Auswirkungen möglichst gut zu schützen. Das eine ist der Katastrophenschutz, über den schon viel geredet worden ist, das andere sind tatsächliche vorbeugende Maßnahmen. Ich erinnere mich sehr gerne an eine Rede eines gewissen Herrn Habeck, die er vor einigen Jahren bei einer Konferenz in Potsdam hielt, auf der er genau das sagte: Aufhalten können wir es nicht, begrenzen eventuell. Uns vorbereiten auf die Auswirkungen, das ist notwendig. – Dann kam eine ganze Reihe von sehr guten Vorschlägen, was wir machen können. Dazu gehörten Frischluftschneisen, Grüninseln, Kleingärten innerhalb von Städten, um die Hitzeauswirkungen einzudämmen. Dazu gehörten viele Vorschläge zum Hochwasserschutz. Es gehörte die Renaturierung von Bächen und Oberläufen, von Flüssen dazu. Dazu gehören Baumaßnahmen, um Dörfer und Städte zu schützen; denn durch diese Baumaßnahmen wird die Fließgeschwindigkeit erhöht. Dazu gehören große Polder an den Unterläufen von Flüssen. Dazu gehören aber auch ganz simple Dinge im Ackerbau, im Weinbau, in den Forsten, nämlich Furchen nicht in Fließrichtung zu ziehen, sondern quer zum Hang. (Abg. Marco Weber, FDP: Sehr gut!) Dazu gehört, dass man in Gipfellagen jeden Quadratmeter Boden wieder aufforstet, um die Humusbildung zu fördern und zu erhalten, um das Wasser schon dort zu speichern, wo Hochwasser beginnt. Eines ist klar: Maßnahmen kennen wir viele. Woran es mangelt – dazu wiederhole ich das, was unser Fraktionsvorsitzender in der ersten Runde sagte –, ist, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit nicht hoch genug ist. Daran mangelt es. Wir kennen, wie gesagt, die Maßnahmen, und der Sinn, der einzige Sinn dieser aktuellen Diskussion kann in meinen Augen nur sein, uns darauf hinzuweisen, dass wir deutlich mehr Geld, deutlich mehr Einsatz, deutlich mehr Kraft in die Umsetzung dieser Maßnahmen stecken müssen. Uns auf Kommissionen und Gutachten zu beschränken, reicht nicht aus. Wir müssen mehr tun; denn die Natur ist gerade dabei, uns endgültig zu überholen. Danke. (Beifall der FREIEN WÄHLER und bei der AfD)
