Josef Winkler
Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Kollege Wäschenbach, ich finde es in Ordnung, wenn Sie mich zitieren, aber Sie sollten mich dann schon richtig zitieren. Ich habe nicht gesagt, dass wir in Rheinland-Pfalz nichts machen können oder sollten, sondern ich habe darauf hingewiesen, was alles schon getan wird. Das heißt aber nicht, dass man nicht noch mehr tun kann. Ein weiterer Schlüssel zur Gewinnung von mehr Fachkräften in der Pflege ist natürlich die kontinuierliche Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufs. Da hat sich schon einiges getan. Herr Minister Schweitzer hat zu Recht darauf hingewiesen, dass wir zum Beispiel im Bereich der Bezahlung das, was wir noch vor zehn Jahren beklagen mussten, nicht mehr vorfinden, sondern heute eigentlich damit werben können, dass man in der Pflege gut bezahlt wird. Wir haben den Mindestlohn in der Pflege, aber es wird an vielen Stellen im Pflegebereich über dem Mindestlohn, und zwar deutlich über dem Mindestlohn, bezahlt. Natürlich müssen wir an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen arbeiten und insgesamt an dem, was Kollege Wink angesprochen hat, dass wir mehr Eigenverantwortung durch Delegation oder Substitution von bisher rein ärztlichen Tätigkeiten brauchen; denn wenn Pflegekräfte wegen jedes kleinen Schritts einen Arzt oder eine Ärztin fragen müssen, wird der Ablauf zum einen verkompliziert und zum anderen führt das zu Frustration. Das werden Ihnen die Berufsverbände, Gewerkschaften und die Pflegekammer bestätigen können. Ich kann das im Übrigen aufgrund meines beruflichen Hintergrunds sagen. Ich habe zuerst in einem Krankenhaus und dann in der Altenpflege gearbeitet. Es ist schon frustrierend, wenn man bei Tätigkeiten, die man im Krankenhaus ganz selbstverständlich ausgeübt hat, wie Blutabnahmen, Blasenkatheder legen, entfernen und solche Dinge – selbst wenn es dringend nötig ist –, warten muss, bis der zuständige Hausarzt eintrifft und das vornimmt. So etwas demotiviert Menschen, die diese Sachen gelernt haben. Wenn wir den Pflegeberuf also durch mehr Verantwortung und eine stärkere Akademisierung aufwerten, dann motivieren wir das Personal, in die Pflege zu gehen, und die Fachkräfte, nach Deutschland zu kommen. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)
