Lana Horstmann
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Kollege Kunz, ich glaube, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Zukunft der Pflege in diesem Land von herausragender Bedeutung für unsere Gesellschaft insgesamt ist; denn wie wir Pflege organisieren, das entscheidet auch darüber, ob wir unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, unseren Eltern und unseren Großeltern ein würdevolles Leben im Alter ermöglicht können. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Es entscheidet aber auch darüber, ob wir pflegende Angehörige und Familien so unterstützen können, dass sie ihren Alltag mit pflegebedürftigen Verwandten gut bewältigen. Deshalb bin ich dankbar, dass wir im Sozialausschuss das Thema „Pflege“ in nahezu jeder Sitzung diskutieren. Das tun wir auch deshalb so oft, weil das Thema ungeheuer facettenreich ist und die Bausteine entsprechend vielfältig sind. Ein ganz wesentlicher Punkt ist dabei aus meiner Sicht, alles dafür zu tun, dass wir möglichst viele junge Menschen für die pflegerischen Berufe begeistern und sie auch langfristig dort halten. Im Plenum haben wir in den vergangenen Monaten ebenfalls bereits mehrfach darüber gesprochen. Daher brauche ich an der Stelle auch nicht extra zu betonen, dass die vielfältigen Anstrengungen des Landes Rheinland-Pfalz in diesem Bereich – als Stichwort sei beispielsweise die Fachkräfteinitiative und Qualifizierungsinitiative Pflege 2.1 genannt – bereits erkennbare Früchte tragen und wir die Zahl derer, die im Pflegebereich tätig sind, in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich steigern konnten, insgesamt um rund 16 %. Sie wissen das alle, genauso wie Sie wissen, dass der Bedarf seither ebenfalls gestiegen ist. Deshalb wäre es auch fatal, wenn wir unsere Bemühungen nun einstellen würden. Gerade hinsichtlich der Arbeitsbedingungen müssen wir für weitere Verbesserungen und Erleichterungen sorgen. Es gilt, beginnend mit der Ausbildung, weitere Potenziale zu nutzen. Ein wichtiges Potenzial ist dabei zweifelsohne die Digitalisierung. Es ist daher eine sehr gute Nachricht, dass Rheinland-Pfalz nun als erstes Bundesland eine digitale Bildungsoffensive in den Pflegeschulen startet. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Minister Alexander Schweitzer – glücklicherweise zuständig für Arbeit und Digitalisierung – hat das entsprechende Konzept vergangene Woche vorgestellt. Diesen Schritt hatten Sie, sehr geehrter Herr Kollege Kunz, ausdrücklich gelobt. So hatten Sie in Ihrer Pressemitteilung aufgeführt – ich zitiere mit Erlaubnis des Präsidenten –: Es sei erfreulich zu sehen, dass Rheinland-Pfalz hier eine Vorreiterrolle einnimmt. – (Abg. Marco Weber, FDP: Sehr gut!) Gleichzeitig hatten Sie eine konsequente Umsetzung der angekündigten Maßnahmen angemahnt. Ich bin zuversichtlich, dass Sie in Ihren Erwartungen nicht enttäuscht werden, allein schon deshalb, weil sich die digitale Bildungsoffensive sehr gut einreiht in die bereits erfolgten Schritte der Landesregierung zur Stärkung der Digitalisierung in der Pflege. So basiert das Konzept beispielsweise auf der bundesweit ebenfalls ersten Landesstudie „digi2care“. Diese Studie gab uns im vergangenen Jahr einen umfassenden Einblick in die digitale Ausstattung in Pflegeschulen, Krankenhäusern, ambulanten Diensten und Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, aber auch zu den digitalen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daran knüpft die digitale Bildungsoffensive nun an. Bis Ende 2026 sollen rund 500 Lehrkräfte und Schulleitungen in den rheinland-pfälzischen Pflegeschulen in digitalen Methoden und Techniken fortgebildet werden. Das ist ein ganz wichtiger Baustein zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Rheinland-Pfalz. Lassen Sie mich aber noch einen zweiten Punkt nennen, der illustriert, wie das Land Rheinland-Pfalz kontinuierlich daran arbeitet, die Pflege weiterzuentwickeln, nämlich im Rahmen der Beteiligungsprozesse Sozialräume stärken, Unterstützungsorte schaffen, für einander sorgen. Dort bringen sich, organisiert vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium, Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Pflege, Wohnen, Städtebau, Ehrenamt und Seniorenarbeit ein, um zum Beispiel vernetzte Hilfen, neue Wohnformen und flexible Pflegeangebote in der Stadt, aber auch im ländlichen Raum niedrigschwellig auszubauen. Die digitale Bildungsoffensive Pflege und der Beteiligungsprozess Sozialräume stärken sind zwei Beispiele, die zeigen, den einen Schlüssel zur Zukunft der Pflege gibt es nicht, sehr wohl gibt es aber eine Vielzahl von Bausteinen und Instrumenten, die wir in Rheinland-Pfalz intensiv vorantreiben. Das sollte auch weiterhin unser Ansatz sein. Vielen Dank. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)
