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Jennifer Groß

CDU 18.04.2024 Sitzungen 18/65

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Was braucht ein Kind, wenn es den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erfolgreich meistern möchte? Was erwarten die Eltern, was die Schule, die Lehrkräfte? Welche Voraussetzungen? – Erstens Verlässlichkeit, zweitens ganz klare Rahmenbedingungen, die im ganzen Land gelten, drittens selbstverständlich Pädagogen und Erzieher, die sich um die Vorschulkinder kümmern und sie entsprechend schul- bzw. unterrichtsfähig machen und das Kind auf seinem Weg dahin unterstützen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kinder haben nach Artikel 28 der Kinderrechtskonvention das Recht darauf zu lernen. Es liegt in unserer Verantwortung sicherzustellen, dass die bestmögliche Bildung möglich ist, um ihr volles Potenzial entfalten zu können. Die Vorschulbildung spielt eine sehr entscheidende Rolle. Sie legt den Grundstein für lebenslanges Lernen. Sie fördert die Entwicklung sozialer, kognitiver, motorischer wie emotionaler Fähigkeiten. Sie vermittelt auch die notwendigen Vorläuferfähigkeiten, kurzum sie macht schulfähig. (Beifall der CDU) Wir müssen es nur zulassen und allen Kindern ermöglichen. Deshalb möchten wir die Vorbereitung auf die Schulzeit in den Kindertagesstätten mit einem verbindlichen Konzept für und in allen Kitas gestalten. Wir wollen sicherstellen, dass alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Herkunft die gleichen Start-, die gleichen Bildungschancen erhalten; denn das Herz, sehr verehrte Damen und Herren, der CDU-Landtagsfraktion schlägt für die Bemühungen für das individuelle Wohl eines jeden Kindes, und diese beginnen für uns bereits im Kindergarten. (Beifall der CDU) Nein, mit unserem Antrag wollen wir keinesfalls die bestehende Vorschularbeit, die in den Kitas passiert, herabsetzen oder schlechtreden. Wir führen auch keine Pflicht ein für einen Kitabesuch. Wir möchten das bereits Erreichte, das vielerorts bereits Praktizierte verfestigen und verstetigen. Wir wollen gute Vorbereitung auf die Grundschule, nicht nur irgendeine Empfehlung von irgendwoher, der keine Konsequenz folgt, vor allen Dingen, wir wollen sie flächendeckend verankern. Daher fordern wir, entsprechend Personal für die Vorschulgruppen vorzuhalten, damit diese verlässlich stattfinden können; denn das ist es, was Eltern wollen, dass die Vorschularbeit verlässlich stattfinden kann (Zuruf des Abg. Gordon Schnieder, CDU) und nicht ausfällt, wenn es irgendwo an Personal mangelt. (Beifall bei der CDU) Als Folge einer guten und flächendeckend angebotenen Vorbereitung schaffen wir darüber hinaus homogenere Lerngruppen in den ersten Klassen. Wir entlasten damit die Kolleginnen und Kollegen, die Schüler in der ersten Klasse übernehmen und lange Zeit brauchen, bis diese überhaupt dem Unterricht im Lehrstoff folgen können. Es ist in unseren Augen kein Projekt, das wir hier wollen, sondern wir lassen es allen Kindern in allen Kindergärten zugutekommen. Wir werden mit unserem Antrag zurzeit circa 95 % der Kinder erreichen, die heute schon vor der Einschulung die Kita besuchen. Wir werden jedoch auch die Kinder erreichen, die keine Kita besuchen und bei denen bei der Schuleingangsuntersuchung bzw. der auf viereinhalb Jahre vorgezogenen Sprachstandserhebung, wie sie hier seitens der Landesregierung geplant ist, ein Förderbedarf festgestellt wurde. In diesem Fall sollte der Besuch der Kita und einer Vorschulgruppe Pflicht sein. Natürlich braucht es dafür entsprechende Plätze. Wichtig ist uns, dass es eine verbindliche Sprachstandserhebung für alle Kinder gibt, ohne Ausnahme. (Beifall der CDU) Es wird der Sprachförderbedarf festgestellt, und es werden gezielte individuelle Fördermaßnahmen eingeleitet. Es muss also eine konsequente Handlung herbei und nicht nur Worte oder Wünsche. Wir setzen uns mit unserem Antrag für eine systematische Förderung der sprachlichen, mathematischen und basal kognitiven Fähigkeiten ein. Da wir für alle Kinder die gleichen Startbedingungen schaffen wollen, benötigt es unserer Ansicht nach ein landesweit einheitliches und verbindliches Konzept. Das Bildungsportfolio soll in Anlehnung an die bereits bestehenden Bildungsund Erziehungsempfehlungen durch eine Expertenkommission erarbeitet werden. Wir als CDU setzen auf die Fachexpertise, die jedem Kind im gesamten Land zugutekommen soll. Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich es nicht versäumen, unseren aufrichtigen Dank allen Erzieherinnen und Erziehern auszusprechen. Sie leisten schon jetzt eine herausragende Arbeit. Vielen Dank. (Beifall der CDU) Liebe Kolleginnen und Kollegen, egal, mit wem man spricht, mit Fachleuten, mit Kitas, mit Schulen, mit Wissenschaft, mit den benachbarten Bundesländern, das Thema „Kita – der Übergang von Kita in die Grundschule“ hat in die Landesparlamente Einzug gehalten. Überall wird darüber gesprochen. Entsprechend sollten wir auch hier in Rheinland-Pfalz gute und kluge Entscheidungen treffen. Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Wir wollen den Übergang zwischen Kita und Grundschule schlicht verbindlicher und verlässlicher gestalten und dafür sorgen, dass die Grundlagen für einen erfolgreichen Start in die Schullaufbahn jedes einzelnen Kindes gelegt werden. Wir wollen aktiv ein wichtiges und ein richtiges Signal setzen; denn wo, wenn nicht in der frühkindlichen Bildung des Kindes, gilt es besser anzusetzen? Ich beantrage hiermit die Überweisung des Antrags an den Bildungsausschuss. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

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