Dr. Katrin Rehak-Nitsche
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte vier Punkte aus der Debatte herausgreifen. Zum einen den Kommentar, dass darauf gewartet wird, dass wir endlich einmal über Biotechnologie reden. Es ist schön, dass Sie darauf gewartet haben, aber wir haben schon die ganze Zeit immer wieder über Biotechnologie geredet, zum Beispiel im Plenum am 25. März 2022 oder am 20. Juli 2023 im Ausschuss. Da behandeln wir das Thema regelmäßig. Vielleicht stimmen Sie sich einfach einmal mit den Kollegen ab. (Vereinzelt Beifall bei der SPD) Dann zu den Empfehlungen in der Studie. Ja, genauso lauten sie: bessere Unterstützung von Ausgründungen, Ansiedlung von Laborflächen und weiteren Einrichtungen. Ich frage mich, wo Sie heute waren. Wir haben heute über nichts anderes geredet als über die neuen Ansiedlungen und über die Schaffung von neuen Laborflächen. Darüber wurde heute ausführlich von so ziemlich jedem von den Koalitionsfraktionen berichtet. Zum Dritten zu der Aussage, jemand anderer arbeite schon an Biotechnologie, sodass wir das sein lassen können. Das zeigt eine völlige Unkenntnis der akademischen Realität; denn in der Academia geht es genau um den Streit, um den Wettbewerb um verschiedene Ideen. Deshalb arbeiten natürlich international sehr viele verschiedene Standorte an diesen Themen. Mal gewinnt man das Rennen und mal gewinnt man es nicht. Bei Corona haben wir das Rennen hier in Mainz gewonnen, und wir möchten es auch wieder gewinnen. (Vereinzelt Beifall bei der SPD sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Das führt mich noch zu einem anderen Aspekt. Wissenschaft ist immer international. Wissenschaft ist auf den internationalen Austausch angewiesen, und wir sind auf internationale wissenschaftliche und wirtschaftliche Kooperation und den Austausch angewiesen. Deshalb ziehen wir kluge Menschen aus der ganzen Welt an. Diese klugen Menschen treffen kluge Investitionsentscheidungen, wie wir heute schon mehrfach gehört haben. Sie investieren in Rheinland-Pfalz. Es kommen Forschende, es kommen Unternehmen, und darauf können wir an der Stelle einfach einmal stolz sein. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Die Menschen kommen auch nicht nur uns in Rheinland-Pfalz zugute, sondern den Menschen weltweit. Das ist ebenfalls ganz wunderbar; denn unsere Forschung ist national und international sichtbar, zuletzt – das wurde heute schon erwähnt – bei den Deutschen Biotechnologietagen in Berlin, auf denen wir als Partner vertreten waren. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Opposition das konsequent ignoriert. Wir kooperieren selbstverständlich international. Wir exportieren aber nicht nur – das ist mir noch einmal als Punkt sehr wichtig – Produkte, sondern wir gehen einen Schritt weiter und befähigen Menschen. Zum Beispiel haben wir eine gemeinsame Nachwuchsförderung im Bereich Life Science und Biotechnologie mit Schottland. Dort fördern wir PhDs und Postdocs und bauen internationale Netzwerke aus. Am 6. Mai wird die neue Ausschreibungsrunde für die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler starten. Wir haben auch ein neues Fernstudienprogramm mit Ruanda, das BioMex (Advanced Biomedical Expertise) heißt. Das wird ebenfalls in den nächsten Wochen im Mai starten. Angelegt worden ist es von der Hochschule Koblenz in Kooperation mit der GIZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, und dem Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund. Maßgeblich angestoßen wurde es von unserer Biotechnologie-Akademie und der TH Bingen. Auch darauf können wir sehr stolz sein. Ziel ist es, Fachkräfte für dieses sehr, sehr wichtige Thema auszubilden. Noch eine positive Nachricht: Kaum erst gegründet, ist dieses Fernstudienprojekt schon als Fernstudienprojekt des Jahres 2024 nominiert worden. (Abg. Martin Haller, SPD: Sehr gut!) Man sieht also, es tut sich einiges in Rheinland-Pfalz. Lassen Sie uns gemeinsam diese gute und schöne Botschaft noch mehr in die Welt bringen. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)
