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Marion Schneid

CDU 14.03.2024 Sitzungen 18/63

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beginne den wir uns leisten oder [nach Belieben] streichen können, sondern der des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, das nicht oft genug wiederholt werden kann. (Beifall der CDU) Kultur ist Ausdruck unseres Werteverständnisses und unseres Gesellschaftsbildes. Kunst und Musik fördern die ganzheitliche Entwicklung, bereichern unser Leben, machen Spaß und fördern das gesellschaftliche Miteinander. Rheinland-Pfalz ist ein echtes Kulturland. Kultur, die vor Ort in unseren Kommunen meist von ehrenamtlich Mitwirkenden getragen wird, im Chor, im Orchester, im Theater, im Museum, in der Bibliothek und vielem mehr. Die Wahrung und Sicherung dieser Kulturangebote muss uns allen sehr am Herzen liegen. Wir brauchen eine wirksame Unterstützung und Förderung der vielfältigen Kunst- und Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz. (Beifall der CDU) Kunst und Musik müssen für jede und jeden erfahrbar sein und auch erfahrbar bleiben. Aufgrund der ländlichen Prägung von Rheinland-Pfalz müssen besonders regionale Kulturangebote in den Fokus der Förderung genommen werden. Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im ländlichen und im städtischen Raum ist uns als CDU-Fraktion sehr wichtig. Hier setzen wir mit der Bildung und Unterstützung der „Dritten Orte“ an. „Dritte Orte“ sind Orte der Begegnung, Plätze des Zusammentreffens und gemeinsamen Erlebens. Sie bieten Raum für Kultur und Bildung, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, vernetzen Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen sowie unterschiedlichen Alters und sind Ankerpunkte für kulturelle Vielfalt. Bestehende Orte werden ganz unterschiedlich genutzt. Chöre und Musikvereine finden dort einen festen Platz. Kulturschaffende vernetzen sich, die örtliche Bevölkerung wird einbezogen. Der „Dritte Ort“ wird über weit gefasste Öffnungszeiten zu einem Ort, an dem man sich gerne und lange aufhält. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Ludwigshafen war in der letzten Zeit immer mit Negativbeispielen herangezogen worden. Ich möchte ein ausgesprochen hervorragendes, tolles Projekt hervorheben. Unsere Stadtbibliothek hat sich vor einiger Zeit auf den Weg zum „Dritten Ort“ gemacht. Sie wurde saniert und toll umgestaltet. Sie ist zum Begegnungsort für Jung und Alt, zum Aufenthaltsort geworden. Dort werden nicht nur Bücher ausgeliehen und wird studiert, sondern dort treffen sich auch junge Menschen nach der Schule, um in Workspaces gemeinsam tolle Dinge zu erarbeiten. Es gibt Lesungen, Konzerte, Kulturveranstaltungen, Bürger und Bürgerinnen treffen sich einfach nur zum Austausch. Genau das tut der Gesellschaft gut. Gemeinsam Dinge erleben stärkt den Zusammenhalt. (Beifall bei der CDU, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Sven Teuber, SPD) Wir wollen uns auf den Weg machen, „Dritte Orte“ überall in RheinlandPfalz und besonders im ländlichen Raum zu gestalten. Das heißt, es braucht ein Konzept für ein Landesprogramm, wie Initiativen vor Ort unterstützt und gefördert werden können, ein Programm, das kulturelle Einrichtungen in kommunaler oder freier und gemeinnütziger Trägerschaft fördert, die gemeinsam mit Kulturschaffenden, mit den Chören und Musikvereinen vor Ort, mit Vereinen, mit Initiativen einen „Dritten Ort“ für die Region voranbringen wollen. Wir brauchen kulturelle Angebote und Begegnungsräume für die Attraktivität des ländlichen Raums, für eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land. Orte der kulturellen Begegnung im ländlichen Raum sind in letzter Zeit immer weniger geworden. Auch Corona hat vieles kaputt gemacht. Zudem haben sich die Voraussetzungen für Kulturschaffende und Vereine in Bezug auf die Nutzung zum Beispiel von entsprechenden Räumen erheblich verschlechtert. Die Miete ist teurer geworden, die Energiekosten sind gestiegen, die Nebenkosten haben sich deswegen stark erhöht. Nicht selten fehlt es an geeigneten kostengünstigen Proberäumen, Produktions- und Spielstätten. Andererseits gibt es leer stehende Lokale, Ladengeschäfte und ungenutzte Gemeindehäuser sowie bestehende Strukturen wie Musikschulen, Bibliotheken und Volkshochschulen, die ihre Angebote gerne kulturell erweitern würden. Deshalb brauchen wir dringend eine Vernetzung der Akteure vor Ort. Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen dürfen nicht den klammen Kassen der Kommunen und der Vereine zum Opfer fallen. (Beifall der CDU) Das Aufbauen „Dritter Orte“ und die entsprechende Förderung stärkt den ländlichen Raum, die regionalen Kulturangebote, die regionale kulturelle Infrastruktur und schafft für die Menschen einen echten Mehrwert. Lassen Sie uns gemeinsam für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum und in den Städten durch den Erhalt und den Ausbau regionaler Kulturangebote einsetzen. „Dritte Orte“ in ländlichen Räumen sind wichtiger denn je. Stimmen Sie also unserem Antrag zu. Ich werbe heftig dafür. Danke. (Beifall der CDU)

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