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Benedikt Oster

SPD 14.03.2024 Sitzungen 18/63

What?) So ist es auch. Kultur bereichert uns. Sie schenkt uns neue Perspektiven auf unsere Umwelt und auch auf uns selbst. Sie hilft uns zu hinterfragen. Manchmal hilft sie uns auch, unsere begrenzte Sphäre zu verlassen und unbekannte Orte zu entdecken. (Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD) Gleichzeitig ist Kultur das, was uns als Gesellschaft ausmacht. Sie ist das Fundament, auf dem alles steht, was wir aufbauen. Ohne Kultur wäre keine Gesellschaft lebensfähig. Sie ist der Ort, an dem wir uns immer wieder über unsere Werte und Ideale, über unsere Pläne, Ängste und Träume verständigen. Warum sage ich das alles? – Vielleicht haben Sie sich bisher noch gar nicht so intensiv mit der Kulturentwicklungsplanung auseinandergesetzt, oder vielleicht sind Sie sich nicht sicher, warum ein solch aufwendiger Prozess überhaupt nötig ist. Ich möchte heute darüber sprechen, warum wir die Kulturentwicklungsplanung dringend brauchen und alles, was aus ihr folgt. Die Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz steht vor großen Veränderungen. Das ist überall in Deutschland so, aber manche Themen sind in RheinlandPfalz noch präsenter. Wir sind ein ländlich geprägtes Bundesland. Gerade in Kultureinrichtungen im ländlichen Raum steht vielerorts ein Generationenwechsel an. Die Menschen möchten sich berechtigterweise zur Ruhe setzen. Eine Nachfolge zu finden, ist aber oft nicht ganz einfach. Dann sind da noch die übergeordneten Themen, die uns in allen Bereichen beschäftigen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Agilität. Hier gibt es auch im Kulturbereich Nachholbedarf. Die Corona-Pandemie hat uns außerdem schmerzhaft gezeigt, wie wenig Kulturschaffende und Kulturinstitutionen häufig gegen die Widrigkeiten des Lebens abgesichert sind. Ich bin sehr froh, dass jetzt im Bund, aber auch in den Ländern Debatten über Honoraruntergrenzen geführt wurden; denn es stimmt: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, und diese Arbeit muss anständig bezahlt werden. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt bei der SPD sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Dann gibt es noch weitere Fragen: Wie kann die Kultur zu den Menschen kommen? Wie kann Kultur Menschen einladen, die bisher wenig damit anfangen konnten? Wie können wir sichtbar machen, was es an Kultur vor Ort gibt? Das sind nur einige wenige der vielen Fragen, die im Beteiligungsprozess diskutiert wurden. Natürlich sind das Fragen, die nur diejenigen beantworten können, die die Kultur tatsächlich machen: die Künstlerinnen und Künstler, die Veranstalterinnen und Veranstalter und alle anderen, die dazu beitragen, dass Kultur in unserem Bundesland so vielfältig aufgestellt ist. Insgesamt haben sich über 2.000 von ihnen im Rahmen dieses Prozesses der Kulturentwicklungsplanung beteiligt und mitgedacht, wie die Zukunft der Kultur in Rheinland-Pfalz aussehen soll. Das ist wirklich erfreulich und war im Vorhinein nicht abzusehen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt bei der SPD sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Es zeigt zudem, dass das Ergebnis dieses Prozesses, die 93 Handlungsempfehlungen auf breiten fachlichen Füßen stehen, die auch in der Kulturszene getragen werden. Die Beteiligungsphase der Kulturentwicklungsplanung ist abgeschlossen. Jetzt geht es an die Umsetzung. Manche Dinge wurden schon angestoßen. Ich denke zum Beispiel an die Erweiterung der Landesmusikakademie in Schloss Engers und die Öffnung für die Amateurkultur. Ich denke an das neue Förderprogramm „Zukunft durch Kultur“, womit Leitungskräfte für ehrenamtlich geführte Kulturinstitutionen finanziert werden. Ich denke an das Strukturförderprogramm, mit dem Investitionen gefördert werden können. Ich denke beispielsweise auch an die Konzeptionsförderung, die mehrjährige Förderungen für die Freie Szene ermöglicht. Sie haben vielleicht mitgezählt, so viele Punkte waren es noch gar nicht. Von den 93 Handlungsempfehlungen ist für die nächsten Wochen, Monate und Jahre noch einiges übrig. Manche Dinge werden schon in Kürze starten können, andere werden sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich komme noch einmal zum Anfang zurück. Warum der ganze Aufwand? Was bezwecken wir mit der Kulturentwicklungsplanung? – Einmal geht es darum, das zu erhalten, was ist. Wir möchten, dass Veränderungen gemeistert werden und Vielfalt erhalten bleibt. Wir möchten, dass Sie als Publikum weiter ins Theater gehen können, auch im ländlichen Raum, dass Sie Musik genießen können, egal ob Amateurorchester oder Spitzenniveau, dass Sie ins Kino gehen können, neue Literatur entdecken und Sie tanzen können, wenn Sie wollen, professionell angeleitet oder im Club. Wir wollen, dass Ihre Kinder von Anfang an kulturelle Bildung erleben, dass sie einen Bezug zur Kultur und einen Bezug zu sich selbst finden. Wir wollen allen klugen und kreativen Köpfen in unserem Land die besten Rahmenbedingungen geben, damit sie sich frei entfalten können. Nur so gestalten wir eine Gesellschaft, die stabil und resilient ist und gleichzeitig veränderungs- und damit zukunftsfähig. Mehr in der zweiten Runde. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)

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