Dr. Christoph Gensch
Lieber Herr Schweitzer! Ich habe Ihnen bei Ihren Ausführungen sehr aufmerksam zugehört, aber es bleibt trotzdem eine Fassungslosigkeit auf meiner Seite. Ich kann Ihnen die Anzahl der Fachgesellschaften nennen, die sich aus den verschiedensten Bereichen intensiv mit dieser Gesetzgebung beschäftigt haben, mit der Teillegalisierung und Entkriminalisierung und der genauen Umsetzung, was die drei Pflanzen beim häuslichen Konsum angeht, was die Anbaugemeinschaften angeht, was die Wechselwirkungen mit dem Schwarzmarkt angeht. Es sind Lehrerverbände, Suchtberatungsstellen, die Bundesärztekammer, andere Einrichtungen und Fachgesellschaften, die Deutsche Polizeigewerkschaft, die Kassenärztliche Vereinigung, der Richterbund. Es sind europäische und internationale Organisationen, die einen Überblick über die Datenlage weit über Deutschland hinaus haben und die Legalisierungsbestrebungen auch intensiv beobachten. All diese Organisationen und Einrichtungen kommen zu der Erkenntnis, am Ende des Tages zu sagen, das ist kein guter Weg. Damit machen wir es noch schlimmer, auch wenn wir natürlich Probleme mit der Drogenbekämpfung und der Drogenszene nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern haben. In Europa besteht das Problem, dass die Europäische Union natürlich gewisse Entwicklungen dadurch begünstigt, dass die Grenzen wegfallen. Aufgrund der Tatsache, dass wir diese Probleme bei der Bekämpfung der Drogenszene haben, werden Sie niemanden mehr finden, der sagt, eine Legalisierung macht dieses Problem kleiner. Sie finden einfach niemanden. Sie stellen sich hin und versuchen, den Eindruck zu vermitteln, dass das jetzt die Lösung sei, weil die Zahlen in Deutschland so hoch sind und wir dieses Problem haben. Herr Schweitzer, glauben Sie es mir, das ist der falsche Weg. Wir werden dies auf allen Ebenen zu spüren bekommen. Wir werden zu Hause Kinder haben, die neben den Cannabispflanzen aufwachsen. (Zurufe von dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben Leute, die zu Hause pro Monat 25 oder 50 g herumliegen haben. Sie können das gar nicht allein konsumieren. Das sind, je nachdem, wie man es rechnet, 150 bis 250 Joints pro Person. Das ist einfach nicht kontrollierbar, und es führt zu Wechselwirkungen, die wir nicht im Griff haben. Die Risiken sind riesengroß, Chancen kann ich nicht erkennen. Lassen Sie es uns doch zusammen stoppen. Sie haben doch genügend Leute in den eigenen Reihen, die auch sagen, das ist der falsche Weg. (Beifall der CDU und bei den FREIEN WÄHLERN)
