landtag-rlp.de ↗

Hendrik Hering

27.01.2024 Sitzungen 18/59

Mir ist es ein Anliegen, noch einigen zu danken. Wir wollen dem SWR danken, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, diese Gedenkveranstaltung live zu übertragen und damit eine inhaltlich richtige Schwerpunktsetzung in seinem Programm getroffen hat. Vielen Dank dafür. (Beifall im Hause) Dann will ich mich beim Landesmusikgymnasium aus Montabaur für den bewegenden, grandiosen musikalischen Beitrag bedanken. Ihr habt Euch an dem Projekt „Lebensmelodien“ beteiligt, dessen Zielsetzung es ist, die Musik jüdischer Komponisten, die zum Teil in Vergessenheit geraten ist, wieder lebendig und hörbar zu machen. Euren Beitrag „Geraubte Kindheit“ durftet Ihr schon vor dem Bundespräsidenten vortragen. Sehr viele haben gesagt: Das muss dringend in Mainz aufgeführt werden. Ihr müsst in Mainz wissen, welche großartige Arbeit im Landesmusikgymnasium mit diesem Projekt geleistet wird. – Ich glaube, mit dem heutigen Beitrag an dieser Gedenkveranstaltung haben wir die bestmögliche Möglichkeit geschaffen, das zu Gehör zu bringen. Vielen Dank für Eurer tolles Projekt und diesen musikalischen Beitrag. Vielen, vielen Dank. (Beifall im Hause) Als Westerwälder kenne ich Herrn Dr. Müller schon sehr lange. Dass er heute hier ist, ist aber nicht der Tatsache zu verdanken – das wäre auch ein Grund –, dass er aus dem Westerwald kommt, sondern was er dort angestoßen hat, halte ich für vorbildlich, wie Erinnerungskultur fort- und weiterentwickelt wird. Schülerinnen und Schüler zu motivieren, dort zu graben, wo sie wohnen, im eigenen Ort nachzuschauen, welche Schicksale von Verfolgten es im eigenen Ort gibt, um damit einen persönlichen Bezug zu dem Thema zu bekommen, so muss künftig Erinnerungsarbeit aussehen. Das ist vorbildlich. Ich sehe einige Bildungspolitiker in der Runde. Das Beispiel, hoffe ich, sollte in vielen anderen Schulen ebenfalls aufgegriffen werden; denn Sie haben erreicht, wie am Beispiel Merkelbach deutlich gemacht wurde, dass sich aufgrund der Arbeit der Schülerinnen und Schüler ein ganzer Ort mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Was ist in dieser Zeit bei uns gewesen, was über Jahrzehnte vertuscht und verdrängt wurde? – Vielen Dank für die tolle Arbeit. (Beifall im Hause) Dann will ich mich natürlich auch bei unserer stellvertretenden Ministerpräsidentin, Staatsministerin Binz, bedanken, die zum Ausdruck gebracht hat, wie wichtig diese Erinnerungskultur ist, gerade auch zu diesem Thema. Herr Professor Nonnenmacher, Herr Ims, Frau Dr. Hörath und Frau Zachger, Sie haben uns noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, uns dieser verdrängten Opfergruppe mehr zu widmen. Ich glaube, Sie haben auf bewegende und eindrucksvolle Weise deutlich gemacht, welchen hohen Stellenwert Erinnerungskultur für uns hat. Es ist sehr wichtig, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Das macht deutlich, wie geschichtsvergessen und unverantwortlich es ist, wenn manche Menschen davon reden, es müsse ein Schlussstrich gezogen werden. Diese Erinnerungskultur muss uns und sie kann uns Kraft und Motivation geben, das Wertvollste, das wir haben, eine freie und offene Gesellschaft, eine Demokratie zu sichern. „Nie wieder!“ heißt nicht nur, den Faschismus als Regierungssystem zu verhindern. Das heißt auch, die tagtäglich stattfindende Diskriminierung von Menschen zu verhindern. Dazu geben Sie uns eine sehr große Motivation. Ich habe großen Respekt davor, dieses Schicksal der eigenen Familie aufzuarbeiten und daraus die Kraft zu gewinnen, eine ganze Bewegung anzustoßen. Ohne Sie würde wahrscheinlich kaum jemand und würden auch wir heute im Landtag nicht über diese Opfergruppe sprechen. Vielen Dank für diese großartige, wertvolle Arbeit, die dort geleistet wird. (Beifall im Hause) Frau Hespers, bei Ihnen bedanke ich mich für die wirklich tolle Moderation. Man weiß, Sie sind in dem Thema äußerst engagiert. Das merkt man. Eine solche Moderation mit solcher Empathie kann man nur machen, wenn man einen sehr, sehr engen Bezug zum Thema hat. Auch das ist bei Ihnen deutlich geworden. Vielen Dank, Frau Hespers. (Beifall im Hause) Ich habe das gesagt, und das ist wichtig: Auf der Straße und auch hier sind wir unter Gleichgesinnten in dieser Frage. Man muss sich gegenseitig vergewissern und verstärken; denn – das habe ich aus Überzeugung gesagt – die nächsten Schritte sind schwieriger, nämlich dort, wo diese Töne fallen, aufzustehen, Rückgrat zu haben und den Mund aufzumachen. Um uns darüber auszutauschen, darf ich Sie jetzt ins Landtagsrestaurant einladen. Nochmals vielen Dank, dass Sie alle heute hier waren und dass Sie mitgewirkt haben. Vielen Dank für diese Veranstaltung. (Beifall der SPD, der CDU, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der FREIEN WÄHLER) Ende der Sitzung: 13.09 Uhr

Protokoll ↗