Dr. Stefanie Hubig
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon viel gesagt worden. Vorab möchte ich sagen, ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns mit der Sekundarstufe I beschäftigen. Weiter möchte ich sagen, der Antrag der FREIEN WÄHLER ist konstruktiv. Das muss man einfach sagen. Wir kommen zu der Einschätzung, er ist konstruktiv, weil er vieles von dem aufzählt, was wir selbst entschieden haben und umsetzen. Das ist heute auch deutlich geworden. Herr Paul, jemand, der mit seinem Vortrag eine komplette Themaverfehlung hingelegt hat und außerdem nur monokausal irgendwelche Dinge erklären kann, der sollte nicht unbedingt seine Kommentare dazu abgeben. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Entschuldigung, dass ich das sagen muss. (Beifall der SPD, bei der CDU, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und bei den FREIEN WÄHLERN) Ich finde, man muss anerkennen, dass sich die Fraktion der FREIEN WÄHLER Mühe mit dem Antrag gemacht hat. (Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) Das möchte ich eingangs sagen. Wir nehmen das ernst. Wir arbeiten an einem Unterrichtskonzept mit Blick auf Zeit für das Lesen. Wie gesagt, wir haben schon vieles umgesetzt, weil wir mit dem Maßnahmenpaket für die Grundschulen eine Blaupause haben, die Sie in Ihrem Antrag sozusagen nutzen. Diese funktioniert. Das ist mir auch noch einmal wichtig zu sagen. Abgeordneter Barth hat „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“ erwähnt. Das machen wir. Das zeigt Wirkung. Das ist ab diesem Schuljahr für alle Grundschulen verpflichtend, weil wir sehen, es zeigt Wirkung. Wir haben es bei den letzten IQB-Bildungstrends für die Grundschulen zusammen mit zwei weiteren Bundesländern in Deutschland geschafft, dass sich trotz Corona die Ergebnisse nicht verschlechtert haben. Natürlich würden wir uns wünschen, dass sich die Ergebnisse verbessern. Daran arbeiten wir. Uns wurde vom IQB und den Forscherinnen und Forschern attestiert, es ist ein echter Erfolg, dass die Ergebnisse auf dem gleichen Niveau geblieben sind. Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, müssen wirken. Es braucht Zeit, sie umzusetzen, zu implementieren und Lehrkräfte fortzubilden. Deshalb können diese für die Sekundarstufe I noch nicht wirken. Was machen wir? – Wir schauen auf die Unterrichtszeiten für das Lesen und das Zuhören und werden diese spürbar erhöhen. Das erfolgt nicht nur in Deutsch, sondern in allen Fächern. Es gehört für uns auch dazu, dass wir ein Konzept erarbeiten, dass gerade die Vertretungsstunden, die vielleicht nicht immer sinnvoll genutzt werden, künftig effektiv genutzt werden, um diese in die Deutschförderung einzubinden. Wir haben schon die Ausweitung der Diagnose- und Förderinstrumente angestoßen, und zwar nicht nur für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I, sondern auch für andere Fächer wie Mathematik. Unsere Lehrkräfte verfügen über diverse Programme, mit denen sie die Lernstände feststellen können, zum Beispiel ILeA plus oder 2P. Diese Diagnose- und Förderinstrumente werden erweitert um die Programme „Mit Jugendlichen im Gespräch“, BiSS Lesen, ILeA plus für die fünfte und die sechste Klasse und 2P plus. Wichtig ist, das, was wir in der Grundschule machen, setzt sich in der Sekundarstufe I fort. Wir haben künftig ein Lerntool für Deutsch, ein computerbasiertes Programm Xploria für die Klassenstufen 5 bis 10 aller Schularten, einschließlich der BBS. Das ist etwas, was wir als einziges Bundesland in dieser Form anbieten können. Die Qualitätsinitiative Deutsch. Wir haben bei PISA und ganz stark bei den IQB-Bildungstrends gesehen, der Deutschunterricht ist nicht spannend. Er ist nicht interessant. Er muss deutlich besser werden. Deshalb haben wir innerhalb der KMK eine Qualitätsinitiative gestartet. Das wird gut funktionieren. Da werden wir weiterkommen. Ich glaube, bei dem Punkt, den Deutschunterricht interessanter und spannender zu gestalten, müssen wir viele Lehrerinnen und Lehrer stärker mitnehmen. Der neue Lehrplan im Fach Deutsch, der seit dem Schuljahr 2022/2023 gilt, bietet viel Raum dafür. Er muss in die Tat umgesetzt werden. Das Startchancen-Programm wird helfen. Olaf Köller, mit dem wir eng zusammenarbeiten und mit dem ich regelmäßig in Kontakt stehe, hat recht, wenn er sagt, ein Bau oder ein Schulsozialarbeiter werden allein nicht dazu führen, dass man in Mathe besser wird. Darauf setzen wir nicht nur. Beim Startchancen-Programm geht es darum, Kindern und Jugendlichen in Schulen in herausfordernder Lage eine bessere Lernumgebung, bessere Voraussetzungen zu bieten, damit sie lernen können. Wir kümmern uns darüber hinaus um die Lernstanderhebungsprogramme, die Diagnose- und Fördertools für einen besseren Unterricht, damit sie in der besseren Umgebung die Inhalte vertiefen können. Das eine greift in das andere. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Ich freue mich, dass die FREIEN WÄHLER dies ähnlich beurteilen. Danke. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
