Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Vorredner haben den Waldzustandsbericht im Prinzip schon in den Schwerpunkten ganz gut analysiert, welche negativen Veränderungen es im letzten Jahr gegeben hat. Daher gehe ich noch einmal ein bisschen auf die Aufgaben des Waldes ein bzw. darauf, aus welcher Perspektive wir in Rheinland-Pfalz den Wald ansehen bzw. vielleicht auch welche Aufgaben er hat. Natürlich sind die Themen „Holz, Holzertrag“ und damit „nachhaltiges Bauen, klimaneutrales Bauen“ einige der Themen, die unser Wald in Rheinland-Pfalz mitbringt. Jeden Tag wächst klimaneutral ein Baustoff heran, der für alle nutzbar ist, und damit sind auch Arbeitsplätze verbunden. Die Zahl 50.000 ist schon genannt worden. Die Sägeindustrie und alle nachgelagerten Bereiche sind damit verbunden. Nächster Punkt sind die Natur- und Klimaleistungen, die der Wald, neben dem Holzertrag, auch automatisch mitbringt. Bei diesen Klimaleistungen heißt es auch, sich den Herausforderungen zu stellen. Der Wald, der Waldanbau verändert sich, die Zusammensetzung des Waldes verändert sich. Man kann jetzt darüber diskutieren, ob die Fichte tot ist oder auch stellenweise noch ihre Berechtigung hat. Ich glaube aber, was wir weiter feststellen werden, ist, dass unser Wald in Rheinland-Pfalz und in Deutschland vielfältiger wird. Er wird vielfältiger in der Zusammensetzung der Holzarten, der Pflanzarten. (Zuruf des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Daher – das Jagdgesetz ist schon angesprochen worden – ist gerade bei diesem Umbau des Waldes auch das Thema „Jagd“ eines der Themen, die uns auch hier noch nachhaltig beschäftigen werden. Ein weiterer Aspekt, den das Thema „Wald“ mit fast 45 %, mit 42 % der Landesfläche mit sich bringt, ist das Thema „Tourismus, Erholung“. Auch diese Leistung darf man nicht unterschätzen, was der Wald in RheinlandPfalz in diesen Bereichen für viele Urlauber, auch für viele Einheimische, als Aufgabe und Erholung mit sich bringt. Voraussetzung, um diese drei Aufgaben zu erfüllen, ist es, mit gutem Personal, mit einer guten Personalausstattung auf der einen Seite bei Landesforsten diesen Umbau, diese Herausforderungen zu meistern, und gleichzeitig dann auch diesen nachhaltigen Holzertrag zu ernten und in die Produktion zu geben mit den Klimaleistungen und Naturherausforderungen, die damit verbunden sind. Wir haben meiner Meinung nach in den letzten zwei, drei Jahren, was die Personalausstattung bei Landesforsten und das Schulwesen, die Nachschulung bei Landesforsten anbelangt, gute Akzente setzen können. Wenn wir über den Holzertrag reden – ich habe eben gesagt, dass man auch damit bauen kann –, möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen, dass, wenn wir über Wärme, Wärmekonzepte und Konzepte, wie wir erneuerbare Energien in Rheinland-Pfalz auf den Weg bringen, reden, gerade beim Thema „Wärme“ natürlich auch Holz dezentral in ländlichen Regionen einer der Faktoren ist, die dazu beitragen können, gerade dezentralen, entfernten oder auch Einzellagen mit dazu zu verhelfen, die Wärmeversorgung umzustellen. Was noch nicht angesprochen worden ist, ist einmal die Bundesförderung, die seit zwei Jahren auf dem Weg ist. Ich glaube, Rheinland-Pfalz ist eines der Bundesländer, das am meisten an diesem Bundesförderprogramm partizipiert. Die Kommunen haben sehr groß in Rheinland-Pfalz an diesem Förderprogramm teilgenommen, und man muss dann einmal beobachten, welche Ergebnisse bzw. welche Symbiose nach mehreren Jahren bei diesem Thema erfolgt. Wenn wir über Stilllegung von Wald reden, reden wir auch über Waldflächen, die aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden. Das ist ein Baustein, der bei der Bundesförderung mit auf den Weg gebracht wird. Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ich glaube, wir müssen einmal intensiv beobachten, was passiert, wenn wir Wald aus der Produktion nehmen. Abschließend zum Thema „Bundeswaldgesetz“: Ich glaube, auch das Bundeswaldgesetz wird für uns ein Thema werden, um in Rheinland-Pfalz darüber zu diskutieren. Man war letzte Woche zum Beispiel auf der Grünen Woche, und wenn man sich mit den Forstverbänden unterhält, dann ist der Aufruhr, gerade auch bei den Privatwaldbesitzern, momentan sehr groß. Ich glaube, es liegt auch an uns, vielleicht im Ausschuss, aber auch parlamentarisch, uns mit dem Thema zu beschäftigen und nicht einfach voreilig Panik zu schüren, sondern einfach einmal zu schauen, was in dem Bundeswaldgesetz alles drin ist, was vielleicht nicht drin ist und was die Konsequenzen für den Wald, den Privatwald und den Kommunalwald für Rheinland-Pfalz sind. Daher sage ich zu diesem alljährlichen Rhythmus zum Waldzustandsbericht als Waldbesitzer, die Lage ist herausfordernd, aber nicht hoffnungslos. (Glocke des Präsidenten) Vielen Dank. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD)
