Tobias Vogt
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Wald ist unser stärkster Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel. Er entnimmt der Atmosphäre CO und speichert den Kohlenstoff. Außerdem liefert er uns nachhaltige Baustoffe, dient als Erholungsraum, stellt nachhaltige Energiebrennstoffe zur Verfügung, fungiert als Wasserspeicher und dient der Biodiversität. Gleichzeitig – es wurde eben schon berichtet – zeigt uns der Waldzustandsbericht wieder auf, dass der Wald massiv durch die Veränderungen des Klimas leidet. Trockenperioden nehmen gerade in rheinland-pfälzischen Wäldern bereits deutlich zu. Die Folgen sind Dürreschäden an Bäumen und zunehmender Schädlingsbefall. Die Fichte war und ist ein Sorgenkind in unseren Wäldern. Ihre Zukunft in Rheinland-Pfalz ist mehr als fraglich. Auch die in Rheinland-Pfalz sehr wichtige Baumart Buche leidet insbesondere unter der Trockenheit. Die Schäden haben im Jahr 2023 bereits um 7 % zugenommen. Wichtig ist mir aber an der Stelle zu betonen, dass die klimatischen Veränderungen nicht das Ende der rheinland-pfälzischen Wälder sind, sondern dass zukunftsfest zu machen. (Beifall der CDU sowie des Abg. Marco Weber, FDP) Dementsprechend sind Klimafolgemaßnahmen in den Wäldern dringend geboten. Wasser ist diesbezüglich ein Grundelement für den Wald. Entsprechend sind Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in den Wäldern notwendig. Dieser Thematik müssen Sie sich jetzt stärker stellen, liebe Landesregierung. Außerdem wird in dem Bericht herausgearbeitet, welche Baumarten mit dem veränderten Klima in Rheinland-Pfalz zurechtkommen. Die Eiche gilt hierbei als große Hoffnungsträgerin; denn sie verkraftet die Trockenheitsphasen, die wir wie beschrieben mehr haben, besser. Ihr ist im Waldzustandsbericht folglich zu Recht ein ganzes Kapitel gewidmet. Wir müssen aber auch anerkennen, dass es kein Patentrezept für Zukunftsbäume für alle Wälder in Rheinland-Pfalz gibt, sondern wir für die unterschiedlichen Regionen und die verschiedenen Lagen in unseren Wäldern diverse und passgenaue Antworten benötigen. Seit vielen Jahren – auch das wurde eben schon beschrieben – entwickelt Landesforsten die instabilen Nadelbaumarten in stabile Mischwälder weiter. Diese Aufgabe wird noch viele Ressourcen, Kraft und Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir die Waldbesitzer – seien es kommunale, staatliche oder private – mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausstatten, damit sie dieser Aufgabe gerecht werden können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, dabei müssen wir anerkennen, dass Wälder auch Wirtschaftsbetriebe und keine reinen Naturräume sind. Ansonsten wird Ihnen das Geld für genau diese Aufgabe entsprechend fehlen. Eine Nichtbewirtschaftung der Wälder wird zur Verwahrlosung führen und nicht zur Stabilisierung der Wälder. (Beifall der CDU) Auch die Jäger spielen eine wichtige Rolle zum Erhalt der Wälder und bei der Wiederaufforstung der Kalamitätsflächen. Wir hoffen inständig, dass der nächste Entwurf des Landesjagdgesetzes die Leistung der Jäger stärker anerkennt und ihre Funktionen für unseren Wald entsprechend würdigt. (Beifall der CDU sowie des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) Eine weitere Bedrohung durch die veränderten klimatischen Bedingungen sind Waldbrände. Trockenheitsperioden erhöhen die Gefahr für Waldbrände. In den letzten Jahren gab es erste Waldbrandereignisse auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz. Zwar lagen die Waldbrandereignisse im Jahr 2023 laut dem Waldzustandsbericht auf dem Niveau des Durchschnitts der Vorjahre, aber es muss mit zunehmender Waldbrandgefahr aufgrund der Dürreperioden gerechnet werden. Hier sind Sie, liebe Landesregierung, politisch gefordert, die Rahmenbedingungen für unsere Feuerwehrleute so zu gestalten, dass sie für einen Waldbrand ausgebildet und gut ausgestattet sind. (Beifall der CDU) Ein Umdenken Ihres Handelns ist dringend geboten; denn Totholz ist hier ein großes Problem. Aus unserer Sicht müssen daher gegen die Waldbrandgefahr ganz dringend folgende Punkte umgesetzt werden: Die Verkehrswege im Wald müssen mit ausreichendem Profil für Feuerwehrfahrzeuge freigeschnitten und von Totholz freigehalten werden. Brandschneisen ohne Totholz und frei von Bewuchs müssen eingerichtet werden. In der Nähe von Wohnbebauung muss die Totholzentnahme als Teil der Waldbewirtschaftung anerkannt werden. Lassen Sie mich also kurz zusammenfassen. Der Waldzustandsbericht zeigt jedes Jahr aufs Neue auf, dass eine verschlechterte Situation eingetreten ist. Offenbar greifen die bisher getroffenen Maßnahmen nicht bzw. reichen noch lange nicht aus. Liebe Regierung, bitte nehmen Sie daher den Waldzustandsbericht als Grundlage, Ihre Bemühungen für den rheinland-pfälzischen Wald zu intensivieren. (Beifall der CDU)
