Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Unsere Erzieherinnen und Erzieher verdienen unsere Anerkennung und Unterstützung. Daran gibt es aus Sicht der Freien Demokraten gar keinen Zweifel. Über 35.000 Fachkräfte legen jeden Tag den Grundstein für die Zukunft unserer Kinder. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Die aktuelle Situation in den Kindertagesstätten ist aber von diversen Herausforderungen geprägt. Das nehmen wir als Ampelkoalition äußerst ernst. Für uns Freie Demokraten bedeutet das, wir müssen mehr ausbilden, wir müssen stärker entlasten, und wir müssen mehr Transparenz schaffen. Erstens müssen wir den bundesweiten Fachkräftemangel an Erzieherinnen und Erziehern in den Blick nehmen. Laut Fachkräfteradar fehlen in RheinlandPfalz rund 5.300 Fachkräfte, um den Platzbedarf der Eltern und die Kitaöffnungszeiten von mindestens sieben Stunden zu gewährleisten. Mit der Erhöhung der Ausbildungskapazitäten hat die ampelgeführte Landesregierung bereits frühzeitig auf den Mangel an Fachkräften reagiert. Mit Erfolg, die Ausbildungszahlen sind um 30 % gestiegen. Dennoch müssen wir die Attraktivität der Erzieherausbildung weiter stärken. Ich habe es bereits in der Plenardebatte im November gesagt, wir brauchen endlich einen einheitlichen bundesweiten Rahmen für die Ausbildung. 60 unterschiedliche Ausbildungswege und langwierige Anerkennungsverfahren müssen endlich geschafft werden. Zweitens haben Leiterinnen und Leiter einen entscheidenden Einfluss auf den pädagogischen Alltag von Kindertagesstätten. Sie tragen eine hohe Verantwortung und haben viele Aufgaben. Mit der Einführung der Leitungsfreistellung haben wir im KiTa-Zukunftsgesetz darauf reagiert. Dennoch wächst der Aufwand für Dokumentation, Abrechnung und Planungen weiter an. Lassen wir die Erzieherinnen und Erzieher wieder ihren Job machen und entlasten wir sie von dem bürokratischen Aufwand und Aufgaben. Gerade die Digitalisierung kann in diesen Fällen einen echten Mehrwert bieten. Nutzen wir das. Drittens müssen wir die Transparenz in der frühkindlichen Bildung erhöhen. Laut der Umfrage des Kitafachkräfteverbands weiß etwa die Mehrheit nicht, wie das Sozialraumbudget verteilt wird. Bei einem Drittel der Befragten ist die Personalisierung durch das Sozialraumbudget noch unklar. Hier müssen wir weiterhin mit den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe daran arbeiten, dass alle Stellen das Know-how erhalten und die Gelder entsprechend verteilen. Die Evaluationen durch das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit geben bereits jetzt wichtige Hinweise, um das Sozialraumbudget noch stärker in die Kindertagesstätte zu bringen. Das ist auch deswegen wichtig, weil die Mehrheit der Befragten die Einführung des Sozialraumbudgets als positiv empfindet. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Herausforderungen der Kindertagesstätten bleiben weiterhin groß. Wir müssen mehr ausbilden, stärker entlasten und mehr Transparenz über die Strukturen der frühkindlichen Bildung schaffen. Mit bereits abgeschlossenen und geplanten Evaluationen zum KiTa-Zukunftsgesetz begleiten wir die Erzieherinnen und Erzieher bereits seit der Gesetzesverkündung. Die Ergebnisse sind öffentlich einsehbar. Daher betrachten wir den CDU-Antrag als obsolet und lehnen diesen ab. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Jahreswechsel und freue mich auf das Wiedersehen im nächsten Jahr. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
