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Karina Wächter

CDU 14.12.2023 Sitzungen 18/56

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Damen und Herren! Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum auch hier bei uns in RheinlandPfalz. Die Wohnungsnot ist bekannt. Daher müssen wir dringend geeignete Maßnahmen ergreifen, die zur Verbesserung führen. Wir machen daher heute einen einfachen und kostengünstigen Vorschlag, der Möglichkeiten zu mehr Wohnraum eröffnet. Aus eins mach zwei oder vielleicht auch mehr, aber dazu gleich. Ich möchte Ihnen ein Gespräch schildern, ein Gespräch mit Gerda. Gerda lebte mit ihrem Mann Paul und ihren drei Kindern in einem geräumigen Einfamilienhaus im Hunsrück, typische 180 m², ein großer Garten. Nachdem die Kinder ausgezogen waren, war das Haus für Gerda und Paul eigentlich zu groß. Mit zunehmendem Alter stellten die große Wohnfläche und auch der große Garten die beiden vor große Herausforderungen, zum einen finanziell, aber auch tatsächlich. Es war aber ihr Zuhause, ihr Haus in gewohnter Nachbarschaft. Hier fühlten sie sich wohl, also sind sie diesem Zuhause treu geblieben. So geht es vielen Menschen in unserem Land. Gerda könnte genauso im Westerwald, in der Eifel, in Rheinhessen, an der Ahr, an der Mosel oder in der Pfalz leben. (Beifall der CDU) Gerdas Situation hat zur Folge, dass Wohnraum nicht genutzt wird, nachdem die Kinder ausgezogen sind. Wohnfläche steht leer. Gleichzeitig wird das Haus regelmäßig zur zunehmenden Belastung. Gerda ist häufig einsam, vor allem, weil die Kinder eben nicht regelmäßig vor Ort sind und unterstützen können. Genau hierzu bieten wir Menschen wie Gerda eine Möglichkeit. Wir bieten Menschen wie Gerda die Option, sich freiwillig und im vertrauten Rahmen beraten zu lassen. Einen alten Baum verpflanzt man nicht, so sagt man bei mir zu Hause. (Beifall bei der CDU) Genau diesem Ansatz möchten wir treu bleiben und Rechnung tragen. Durch die Schaffung von Wohnraum im Bestand und der damit zusammenhängenden Vermietung ist es möglich, dass sich ein Miteinander von Jung und Alt etabliert. Dies fördert gegenseitige Unterstützung, und Seniorinnen und Senioren können durch diese kleinen Hilfsmaßnahmen im Haus, im Garten länger im vertrauten Wohnumfeld bleiben. (Beifall bei der CDU) Das Ganze trägt ein Stück weit zum gesellschaftlichen Miteinander bei. Deswegen möchten wir Folgendes: Erstens: ein gezieltes, gefördertes Beratungsangebot, das den Menschen die Möglichkeit gibt, mögliche Umgestaltungsoptionen kennenzulernen. Wir möchten zweitens ein Förderprogramm, das bei der Umsetzung unterstützt und damit einhergehende energetische Maßnahmen zusätzlich begünstigt und drittens – das ist wahrscheinlich der tatsächlich wichtigste Punkt an der ganzen Sache – dann auch eine Anpassung der Landesbauordnung, um mögliche negative Konsequenzen aufgrund veränderter Klassifizierungen zu verhindern. Damit können wir vielen Menschen in unserem Land Optionen eröffnen und ungenutzten Wohnraum aktivieren. Wir schaffen also ein Beratungsangebot, ein Konzept für die gezielte Architektur und Bauberatung zum Ausbau oder zum Umbau. Mit geringem finanziellen Aufwand und ohne umfassende Veränderung des Hauses den inzwischen nicht mehr genutzten Wohnraum umnutzen, also ungenutzten Wohnraum aktivieren, das ist das Ziel. (Beifall bei der CDU) Sehr geehrte Damen und Herren, die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Wohnsituation ist teils mehr als angespannt. Bundesweit fehlen rund 700.000 Wohnungen. Es gibt in den letzten knapp 18 Jahren 3 Millionen Einwohner mehr. Es gibt immer mehr Singlehaushalte. Der Wohnbedarf stieg stark an, und die Menschen nutzen immer größere Flächen, kurzum, es bedarf immer mehr Wohnraum. Mit unserem pragmatischen Vorschlag können wir hier einen kleinen Beitrag leisten, um etwas mehr Wohnraum zu schaffen. Wir schaffen ein Angebot, das sicherlich nicht von jedem genutzt wird, wovon wir aber mit wenig Aufwand nur positive Aspekte erhalten, eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung. (Beifall bei der CDU) Meine sehr geehrten Damen und Herren, eine kleine Maßnahme, die neue Möglichkeiten eröffnet, im Wohnungsbau, aber auch gesellschaftspolitisch. Mit unserem Vorschlag können wir einen kleinen Beitrag zur Verbesserung leisten. Lassen Sie uns diese gemeinsame Chance daher nutzen. Weiteres später. (Beifall der CDU)

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