Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Vorneweg bitte ich, meine Stimmprobleme zu entschuldigen, aber man kämpft ein bisschen in diesen Zeiten. (Vereinzelt Beifall bei der FDP und der CDU – Zuruf aus dem Hause: Weihnachtsfeier!) Ich hatte sie schon vor der Weihnachtsfeier. Das wollte ich nur ergänzen als kleiner Hinweis. (Vereinzelt Heiterkeit im Hause) Eli Lilly siedelt sich in Rheinland Pfalz an. Eli Lilly gehört zu den Top 15 Pharmaunternehmen der Welt und will sich in Alzey ansiedeln, dabei 2,3 Milliarden Euro investieren, ohne Subventionen zu erhalten, das Ganze in einer CO -neutralen Produktionsstätte, und will dabei 1.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Dies ist eine extrem erfreuliche Nachricht für RheinlandPfalz und zeigt, dass der Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz durchaus interessant ist für die Unternehmen, die international erste Liga spielen. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Entscheidung für Rheinland-Pfalz ist dabei kein Zufall und basiert auf drei Gründen: den Fachkräften, die wir haben, den Flächen, die wir haben, und der Willkommenskultur, die wir haben. Das zeigt, dass Weltunternehmen durchaus dort investieren und sich durchaus auch dort ansiedeln, wo eine gewisse Willkommenskultur besteht und eben keine Ressentiments gegen Ausländer bestehen. Daher ist es auch wichtig, dass die rheinland-pfälzische Politik, was die Integration und die Einwanderungspolitik angeht, so weitergeht; denn Eli Lilly setzt hier ein starkes Zeichen für die Wirtschaft, für Arbeitsplätze, für den Wohlstand, aber auch für die Internationalität von Rheinland-Pfalz. Der zweite Punkt sind die Flächen. Diese sind in Rheinland-Pfalz sehr beliebt. Warum für Eli Lilly? – Sie liegen im Herzen von Europa, und sie liegen im Herzen der europäischen Infrastruktur. Wie es Sr. Vice President Warren sagte – liebe Kollegen der Opposition, hören Sie zu –: Die Infrastruktur in RheinlandPfalz ist hervorragend. – Hervorragend, sagte er. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) Dies zeigt auch, dass die Investitionen der Ampel in Rheinland-Pfalz in die Verkehrsinfrastruktur kein Selbstzweck sind, sondern zu solchen Gewinnen führen wie in diesem Fall. Allerdings nimmt man vor Ort auch kritische Stimmen wahr. Ich will von diesem Pult nicht belehren oder jemanden beschimpfen, ich möchte nur einen Punkt mitgeben, nämlich was das Mindset betrifft. Viele Menschen wollen Wohlstand. Es soll ihnen besser gehen, sie wollen Arbeit. Die Arbeit ist vielleicht nah am Wohnort, und ich habe eine starke Region, eine starke Innenstadt mit viel Lust und Leben. Manchmal gibt es Kritiken, wenn sich wie jetzt in diesem Fall ein Unternehmen wie Eli Lilly ansiedelt, es könnte zu viel Verkehr entstehen etc. Ich werbe an dieser Stelle dafür, dass wir Menschen vor Ort in der Debatte, in der Diskussion mitnehmen, aber ich werbe auch für ein etwas anderes Mindset, das vor Ort in die Zukunft gerichtet ist, gerade wenn es um solche Erfolge für Rheinland-Pfalz geht. Der dritte Grund sind die Fachkräfte. Warren hat ebenfalls die starken Fachkräfte, die wir haben, gelobt. Wir brauchen aber dafür weiterhin ein Bekenntnis zur Industrie. Deshalb ist es wichtig – ich sagte das in Verknüpfung zu Punkt 2 –, dass wir die Menschen mitnehmen, ihnen aber auch mit solchen Ansiedlungen die Vorteile mitgeben. Was bedeutet es für Transformation, was bedeutet es für Weiterbildung, was bedeutet es für Ausbildung, Fachkräfte zu gewinnen oder auch, um die Stadt zu beleben? Eli Lilly macht in einem in Rheinland-Pfalz stark wachsenden Cluster einen Startschuss. Life Science, Biotechnology, all dies blüht in Rheinland-Pfalz auf und verbindet großdenkend Arbeit, Wirtschaft, aber auch Forschung, Gesundheit, Soziales und die Aus- und Weiterbildung. Diese Denke zeigt Wirkung; denn die Wahl fiel auch auf Rheinland-Pfalz, weil wir hier hervorragende Fachkräfte haben. Wo wir sie haben, haben wir eine internationale Kultur, eine Kultur, bei der wir sagen, wir wollen, dass sich internationale Fachund Arbeitskräfte bei uns ansiedeln, leben, wohnen, arbeiten und sich die Unternehmen bei uns ansiedeln. Das strahlt, das strahlt weiter. Das ist dann nicht nur die Szene von Pharma, Life Science oder Biotechnology, nein, es gibt einen Dunstkreis für Start-ups, es gibt einen Dunstkreis für Kooperationen in anderen Branchen, für neue Gründungen in diesem Bereich, die den Wirtschaftsstandort noch weiter stärken, auch international stärken und als Arbeitsstandort stark machen. Letztendlich führt die Ansiedlung auch zu einer verbesserten Versorgungssicherheit bei Medikamenten und Innovationen aus Rheinland-Pfalz heraus. Eli Lilly zeigt es, und für uns bleibt wichtig, wir sollten modern bleiben, wir sollten weltoffen sein. (Glocke des Präsidenten) Wir sollten weiter in unsere Infrastruktur, in die Bildung und in die Forschung investieren. Bekennen wir uns zu unserem Industriestandort. Lassen wir der Wirtschaft Freiraum zum Wachsen. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
