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Dr. Herbert Drumm

FREIE WÄHLER 13.12.2023 Sitzungen 18/55

Und das Ergebnis?) Wir haben entschieden, dass die Sprachstandserhebungen für die Einschulung künftig früher erfolgen müssen, damit genug Zeit für die Förderung bleibt. Es wird mehr Deutschunterricht in den Schulen geben, in der Grundschule. Der Grundwortschatz ist schon eingeführt. Es gibt zusätzliche verpflichtende Lesezeit. Es gibt verbindliche Diagnose- und Förderprogramme für Mathematik und Lesen in den Grundschulen. Wir haben den Fokus auf die frühkindliche Bildung und den Übergang Kita/Grundschule gelegt. Es wird uns von der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission als richtiger Weg angerechnet, dass wir in den Kitas alltagsintegrierte Sprachförderung machen. Es ist der richtige Weg, den wir gehen, damit Kinder die Sprache früh lernen. Wir können an den letzten IQB-Bildungstrends für die Grundschule sehen, dass das wirkt. Wir sehen, dass das noch nicht in den weiterführenden Schulen wirkt, aber da werden sich die Ergebnisse verändern. PISA hat gezeigt, wir müssen in Deutschland sehr viel mehr tun, um allen Kindern eine echte Chance zu geben. Wir wollen das, und wir müssen die Fessel zerschlagen, die die Abschlusszeugnisse der Kinder an die Herkunft der Eltern kettet; denn vieles von dem, was wir in den PISA-Ergebnissen sehen, ist auch die Folge von Armut. Ich sage es ehrlich, wir brauchen die ganze Gesellschaft. Ich bin froh, dass wir eine Kindergrundsicherung bekommen haben, damit Kinder mit Unterstützung der frühkindlichen Bildung und der Schule aus diesem Kreis herauskommen. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Wir alle sind gefordert, gerade die Schulen in herausfordernden Lagen besonders in den Blick zu nehmen. Das tun wir in Rheinland-Pfalz. Wir unterstützen die Schulleitungen an diesen Schulen mit gezielten Fortbildungen und gezielten Budgets. Wir orientieren Ressourcen viel stärker am Sozialindex. Wir holen die Eltern in die Schule; denn wir brauchen die Eltern. Wir setzen mit dem Aufbau der ersten Familiengrundschulzentren genau diesen Prozess fort. In ihnen öffnen wir die Schulen viel stärker in den Sozialraum. Bei den Kitas machen wir das schon sehr erfolgreich mit dem Sozialraumbudget, das bundesweit wahrgenommen und als sehr erfolgreich angesehen wird. Das haben wir schon getan. Ich sage Ihnen, wir brauchen alles, wir brauchen auch die Eltern in den Schulen. Schule ist kein staatlich finanziertes Elternteil. Ohne die Eltern, die abends fragen, wie die Schule war, die klarmachen, dass Bildung ein Wert ist, geht es nicht. Ich möchte an dieser Stelle mal eines sagen. Heute wurde viel über Schüler und Schülerinnen geredet. Ich hatte gestern ein Treffen mit der Landesschüler*innenvertretung. Ich bin viel in Schulen und Kitas unterwegs. Ich glaube, es ist wichtig zu sagen, dass nicht nur in Kitas und Schulen hervorragende Leistung abgelegt wird und wir tolle Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte haben, sondern dass wir tolle Kinder und Jugendliche haben, die viel können, viele Dinge können, die wir noch nicht richtig auf der Reihe haben, die sich jeden Tag anstrengen, die viel mitbringen und gute Erwachsene werden. Ich finde, das müssen wir unseren Kindern und Jugendlichen mal zurufen. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Wir werden weitermachen. Wir haben mit dem Startchancen-Programm von Bund und Ländern noch einmal die Schulen in herausfordernder Lage besonders in den Blick genommen. Das knüpft genau an das an, was wir in Rheinland-Pfalz machen. Ich kann Ihnen sagen, natürlich werden wir nicht stehen bleiben. Wir schauen immer, welche Maßnahmen wirken und welche Maßnahmen wir ergreifen müssen. (Zuruf des Abg. Gordon Schnieder, CDU) Sie zeigen Wirkung, und sie brauchen Zeit. Es geht nicht von einem Tag auf den anderen in solch einer komplexen Welt. Wer das glaubt, der ist ein bisschen naiv. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zurufe der Abg. Gordon Schnieder und Marcus Klein, CDU)

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