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Dr. Lea Heidbreder

GRÜNE 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Von A wie Architektur über B wie Bildung und Erziehung bis hin zu Z wie zeitbasierte Medien, die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz bieten eine große Bandbreite an Fachgebieten. An einer HAW zu studieren, heißt immer auch studieren und dabei die Praxis im Blick haben. Wer sich eine Orientierung in Richtung praktische Anwendung wünscht und frühzeitig Kontakte außerhalb der Hochschule knüpfen möchte, der ist an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz ganz genau richtig. Die Praxisorientierung ist und bleibt das zentrale Element von Studium und Lehre an unseren HAW. Gleichzeitig gibt es auch in Rheinland-Pfalz Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die sich in einigen ihrer Fachbereiche eine große Forschungsstärke erarbeitet haben. In diesen Bereichen werden viele Drittmittel eingeworben, zudem finden die Forschungsergebnisse in den jeweiligen Fachgebieten große Beachtung. Als Grünen-Fraktion haben wir immer ein eigenständiges Promotionsrecht an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften gefordert und sind sehr froh über die geplante Einführung. Wer auf hohem Niveau forscht, soll auch künftige Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausbilden dürfen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Die rechtlichen Grundlagen des neuen Promotionsrecht für HAW sollen mit der kommenden Hochschulgesetzänderung angegangen und festgeschrieben werden. Die Vorbereitungen laufen dabei, Herr Minister, schon auf Hochtouren. (Heiterkeit der Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Den Antrag der CDU fasse ich deshalb mit gutem Willen als Debattenbeitrag auf. Viele Dinge, die gefordert werden, sind schon in Planung. Natürlich werden transparente Kriterien für forschungsstarke Fachbereiche festgelegt und eine hohe Qualität sichergestellt. Selbstverständlich werden wir uns dabei von den Erfahrungen und Evaluationen aus anderen Bundesländern leiten lassen, wobei gleichzeitig auch klar sein muss, dass wir die spezifischen Voraussetzungen in Rheinland-Pfalz in den Blick nehmen werden. Wir wollen ein System entwickeln, das auf die Gegebenheiten in unserem Bundesland zugeschnitten und damit passgenau ist. Besonders positiv sind dabei die geplanten Clusterstrukturen. Sie bündeln die Forschungsstärke verschiedener Hochschulen, sind aber auch gleichzeitig eine Chance für die Promovierenden. Studieren und ebenso auch Promovieren leben vom Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. In jeder Promotionszeit gibt es Hochs und Tiefs. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Es ist unglaublich wertvoll, sich in dieser Zeit mit anderen austauschen zu können für inhaltliche Impulse zur eigenen Forschungsarbeit, aber auch zur gegenseitigen Motivation. In Promotionsclustern können die Promovierenden füreinander diese Impulsgeberinnen und Impulsgeber und auch kritische Kommentatorinnen und Kommentatoren sein. Das ist für jeden einzelnen wertvoll, steigert aber auch die Qualität der Forschungsarbeit im Ganzen. Das Land hat im Rahmen des Zukunftsvertrags 2021 rund 780 Stellen entfristet und neu bereitgestellt, davon 326 an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Fast jede fünfte Professur ist dabei nicht besetzt. Auch mit Blick auf die sinkenden Studierendenzahlen wird es nicht realistisch sein, hier ein weiteres umfangreiches Stellenprogramm aus Landesmitteln bereitzustellen. Über einzelne, zielgerichtete Erleichterungen werden wir im weiteren Prozess sicherlich diskutieren, aber diesen Punkt im Antrag lehnen wir ab. Das Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften kommt. Der CDU-Antrag enthält Ansätze, die gut, aber schon auf den Weg gebracht sind, oder Punkte, denen wir heute und in dieser konkreten Ausformulierung nicht zustimmen können. Wir lehnen den Antrag deshalb ab. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD)

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