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Philipp Fernis

FDP 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU, zuzugestehen ist Ihnen in diesem Fall, dass Sie ein Thema auf die Agenda gesetzt haben, das uns in der Tat alle beschäftigen muss, weil es ein Problem ist, dass die Schwimmfähigkeit bei Kindern abnimmt. Das ist zum einen einfach eine Basisfertigkeit, aber das ist auch eine Frage der Sicherheit von Kindern, weil es nun einmal wo auch immer vorkommen kann, dass man in ein Gewässer fällt. Wenn man dann nicht schwimmen kann, entsteht sehr, sehr schnell eine lebensgefährliche Situation. Deswegen sind wir uns beim Ziel vollkommen einig. Alle Kinder müssen, und zwar so schnell wie möglich, schwimmen lernen. Im Mittel werden wir an dieser Stelle nicht zusammenfinden, weil für uns als Freie Demokraten ist das Ergebnis der Anhörung und der Sachverständigen – wir sind da sehr offen reingegangen, weil das Problembewusstsein, wie gesagt, durchaus da ist –, dass hier der Mitteleinsatz, was man aufwenden müsste und was man letztlich an Verbesserungen dafür bekommt, außer Verhältnis zueinander stehen. Diese Schwimmcontainer ermöglichen Wassergewöhnung und Schwimmunterricht so maximal in den ersten zwei Stufen. Bei kleinen Kindern sind sie dafür, so sagte es uns der Sachverständige von der Mainzer Universität, nicht wirklich geeignet, weil für kleine Kinder die Wassertiefe eigentlich zu tief ist. Das Schwimmenlernen, wie so oft, ist auch deshalb mitunter problematisch, weil es an entsprechend ausgebildetem Personal fehlt. Wenn Ihnen dieses Personal fehlt und Sie dann Lösungen schaffen, die Ihnen nicht wirklich helfen und mit denen Sie sowieso wieder nur einen kleinen Teil der Schwimmausbildung machen können und die gleichzeitig, weil ein solcher Container nicht besonders groß ist, relativ viel Manpower binden, dann macht das einfach alles keinen Sinn. Das ist eine Idee, die auf den ersten Blick gut klingt zu sagen, wo wir kein Bad haben, probieren wir es einmal mit einer solchen Containerlösung. Ich glaube, der Fokus muss aber einfach ein anderer sein. Da passiert viel. Zum einen haben wir es in Rheinland-Pfalz geschafft, dass das Bädersterben ein Ende hat. Seit 2018 sind praktisch keine Bäder mehr geschlossen worden. Das Land unterstützt den Landessportbund in seinen Bestrebungen zum Schwimmenlernen. Wir müssen da am Ball bleiben. Auch die Projekte, die es schon gibt, müssen nicht zwangsläufig in einem Hallenbad stattfinden. Dass man einfach sagt, wir fokussieren uns darauf, im Sommer das Ganze in den Freibädern zu machen, das macht alles Sinn. Dass wir noch einmal schauen müssen, wie es denn mit der Qualifikation von Lehrkräften aussieht? In der Grundschule soll es auch Teil des Schulunterrichts sein, dass Kinder gegebenenfalls schwimmen lernen. Das sind alles wichtige Punkte, weil wir, wie gesagt, uns im Ziel und im Ergebnis – nämlich im Wunsch und der Überzeugung, dass Kinder so früh wie möglich und so gut wie möglich schwimmen lernen sollten – einig sind. Nur Schwimmcontainer sind, das ist unser Ergebnis der Anhörung, eine nette Idee, aber kein wirklicher Beitrag zur Lösung. Deshalb unterstützen wir den Alternativantrag der Ampelfraktionen und lehnen den Antrag der CDU ab. Herzlichen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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