Marco Weber
Sehr geehrte Damen und Herren! Richtiges Lesen, Schreiben und Sprechen sind maßgeblich für jede erfolgreiche Bildungs- und Lebensbiografie. Der IQB-Bildungstrend 2022 bietet dahin gehend einen wichtigen Wasserstand zum Bildungsstandard der Schülerinnen und Schüler. Insgesamt nahmen etwa 60.000 Schülerinnen und Schüler zwischen April und Juli 2022 am aktuellen IQB-Bildungstrend teil. Die Ergebnisse spiegeln die Lernleistung gegen Ende der COVID-19-Pandemie wider, die den regulären Unterricht aufgrund von Schulschließungen, Fern- und Wechselunterricht fast zwei Jahre lang erheblich beeinflusst hat. Im Hinblick auf Rheinland-Pfalz zeichnet der IQB-Bildungstrend 2022 ein vielschichtiges Bild. Einerseits zeigt Rheinland-Pfalz besonders positive Ergebnisse im Fach Englisch – Kollege Köbler hat darauf hingewiesen – im Vergleich zu anderen Bundesländern. Es ist erfreulich zu sehen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in dieser globalisierten Welt gute Englischkenntnisse erwerben. Dies ist von großer Bedeutung, da die Fähigkeit, in einer global vernetzten Welt zu kommunizieren und zu agieren, für unsere Schülerinnen und Schüler immer wichtiger wird. Andererseits stehen wir vor Herausforderungen, die die Ergebnisse im Fach Deutsch aufzeigen. Wir erkennen, dass weniger Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards erreichen. Dies betrifft nicht nur Rheinland-Pfalz, sondern das ganze Bundesgebiet. Hier sind dringend Verbesserungen erforderlich, um die grundlegende Kompetenz in der deutschen Sprache zu stärken. Meine sehr geehrten Damen und Herren, bereits im vergangenen Jahr hat die von der Ampelkoalition geführte Landesregierung auf den IQB-Bildungstrend 2021 reagiert und Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern eingeleitet. Mit einem 9-Punkte-Programm setzen wir einerseits auf die frühzeitige Diagnose von Förderbedarfen. Mit diesen Maßnahmen werden wir zudem einer Forderung der CDU gerecht. Im Gegensatz zur CDU wird nicht nur geredet, sondern auch gehandelt. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Klasse Marco! So sieht es aus!) Je früher wir diesen Bedarf erkennen, desto besser können wir diese Kinder auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Andererseits erweitern wir den Deutschunterricht in Grundschulen um eine zusätzliche Stunde und um Programme wie „Lesen macht stark“. Frau Groß kann sich darüber lustig machen, aber die CDU zeigt ebenfalls sehr viel Kreativität in ihren Überschriften. Für diese neuen Fördermaßnahmen sind rund 17 Millionen Euro vorgesehen, um mehr Grundschullehrkräfte einzustellen, Schulsozialarbeiter einzusetzen und Familiengrundschulzentren zu etablieren. Wenngleich es noch einige Zeit dauern wird, bis sich diese Maßnahmen auf die weiterführenden Schulen auswirken, zeigt sich dennoch, dass die Ampelkoalition eine weitsichtige und systematische Herangehensweise verfolgt. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2022 verdeutlichen jedoch auch, dass immer noch die Herkunft über unseren Bildungsweg entscheidet. Für uns als Freie Demokraten ist es eine Frage der Fairness und Chancengerechtigkeit sicherzustellen, dass jedes Kind und jeder Jugendliche von einer qualitativ hochwertigen Bildung profitiert und auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet wird. Umso wichtiger ist es daher, dass jetzt Bund und Länder zusammen rund 20 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Mit dem Startchancen-Programm des FDP-geführten Bildungsministeriums werden bedarfsgerecht Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler unterstützt. Es ist das erste Mal, dass ein Programm mit dieser Größe und Laufzeit im Bildungsbereich von der Bundesebene umgesetzt wird. Meine sehr geehrten Damen und Herren, der IQB-Bildungstrend 2022 verdeutlicht eindeutig die Herausforderungen, denen sich auch das Bildungssystem in Rheinland-Pfalz gegenübersieht. Die Entschlossenheit und Maßnahmen der Ampelkoalition auf Landes- und Bundesebene geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass wir unser Bildungssystem nach und nach weiter verbessern und ausbauen. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
