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Nina Klinkel

SPD 07.11.2023 Sitzungen 18/52

Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich möchte Ihnen in dieser Runde jetzt kurz die Geschichte von Rabbiner-Anwärter Levi Israel Ufferfilge aus München erzählen. Er erlebt immer wieder antisemitische Angriffe. Antisemitismus ist ein fester Bestandteil seines Lebens. Er bekommt Attribute zugeschrieben vom Scheißjuden bis zum cleveren Juden, je nach Bildungsstand. Neonazis bedrohen ihn am Bahnsteig, arabische Jugendliche beschmissen ihn mit Glas, der griechische Nachbar schlug ihn nieder, um das zu beenden, worin die Nazis nicht erfolgreich waren. Baptisten warnten ihn vor dem Betreten der teuflischen Synagoge und rieten zur Taufe. Er erlebt Antisemitismus von Arm und Reich, von Gebildet und weniger Gebildet und hat es satt, benutzt zu werden. Er empfindet sein Leid als Munition für politische Grabenkämpfe, und er hat eine Antwort darauf, wer der schlimmste Antisemit im Land ist. Er sagt: Das ist der, über den gerade nicht gesprochen wird. – Wir haben hier eine sehr differenzierte Debatte geführt. Der einzige, der zur Differenzierung nicht bereit war, das waren Sie, Herr Dr. Bollinger. Mit keinem Wort haben Sie erwähnt, dass es auch Anteile gibt, die zum Antisemitismus führen, wenn jemand vom „Vogelschiss“ in der Geschichte spricht, vom Schandmahl. Ja, wer zu uns kommt, muss die deutsche Staatsräson anerkennen, aber wer hier lebt, der muss sie ebenfalls anerkennen und sich dieser Verantwortung verpflichten. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP sowie des Abg. Michael Wagner, CDU)

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