Janosch Littig
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! In der Debatte als Erstes wichtig festzustellen ist, dass sich sowohl regierungstragende Fraktionen als auch große Teile der Opposition (Zuruf von der CDU: Die größte!) als auch die Landesregierung in Analyse und Ziel einig sind. Ich glaube, das ist nach dieser Debatte hervorzustellen; denn auch wir wissen: In RheinlandPfalz verdienen Frauen immer noch 15 % weniger im Durchschnitt als Männer. Unsere Gender-Pay-Gap-Analyse hat dargestellt und dargelegt, dass ein maßgeblicher Faktor dafür die klischeebehaftete Berufswahl von jungen Frauen und Mädchen ist. (Zuruf des Abg. Michael Frisch, AfD) Deshalb engagiert sich die Landesregierung vielfältig, um dieses Problem zu lösen. Seit 2018 sind wir Mitglied in der Initiative Klischeefrei. Diese setzt Maßnahmen um, um klischeefreie Berufswahl zu unterstützen und setzt Informationsmaterial ein. Der Girls’- und Boys’Day wurde schon mehrfach erwähnt. Wir nehmen auch als Landesregierung daran teil. Viele Unternehmen, allein 683 Veranstaltungen in diesem Jahr: Über 5.500 Teilnehmerinnen sollen erfahren, dass es insbesondere MINT-Berufe gibt, an denen junge Frauen teilnehmen können. Wir wollen da aber nicht anhalten. Wir planen deshalb das Landesprojekt „Girls’Day – Gestalte Zukunft MI(N)T“, das die Bekanntheit des Aktionstags in Rheinland-Pfalz durch eine öffentlichkeitswirksame Kampagne steigern soll und insbesondere an Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte , aber auch an Unternehmen, IHK, HWK und andere Zielgruppen adressiert ist. Das Ada-Lovelace-Projekt wurde genannt. Ich glaube auch, das ist eine sehr wichtige Initiative, die wir in Rheinland-Pfalz haben. Im Vergleich zur Girls’ und Boys’ Academy in Nordrhein-Westfalen an fünf Standorten – Frau Abgeordnete Demuth, Sie haben Regionen genannt, es sind fünf Kommunen in Nordrhein-Westfalen, ich weiß nicht genau, wie viele tausend Kommunen Nordrhein-Westfalen hat – haben wir das Ada-Lovelace-Projekt an zehn Standorten mit über 100 Mentoren schon etabliert. (Abg. Ellen Demuth, CDU: Das ist aber ein unterschiedliches Projekt!) – Es ist ein unterschiedliches Projekt, aber wir haben es in der Fläche. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Ich möchte aber noch sagen, dass auch die Jungs bei uns nicht zu kurz kommen. Wir haben das Projekt „Sozial engagierte Jungs“. Hier können Jungs, wie es heißt, ehrenamtlich in Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und anderen klassischen Einrichtungen der sozialen Berufe arbeiten und dort Erfahrungen sammeln. Ich kann auch nur die Abgeordneten und die Mitarbeiter der Fraktionen einladen, vielleicht so etwas einmal kennenzulernen. (Zuruf aus dem Hause) – Die googeln das; das glaube ich auch. Die Gruppen werden von Mentoren begleitet. Auch so erhoffen wir uns eine geschlechterdiversere Berufswahl. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und bei der SPD) Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, Frau Abgeordnete Demuth, Sie sagen immer, das kostet nur kleines Geld, aber am Ende des Tages sind es kommunale Projekte, die an Schulen, über kommunale Gleichstellungsbeauftragte und in Kommunen realisiert werden. Wir diskutieren die ganze Zeit relativ heftig in diesem Land über die kommunale Finanzausstattung. Uns jetzt einen Antrag zu geben und zu sagen, das kostet nur kleines Geld in den Kommunen, setzt es um – – – (Abg. Ellen Demuth, CDU: In Düsseldorf läuft es über eine Stiftung!) – In anderen Kommunen ist es bei den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, also direkt in der Kommune angesiedelt. Deshalb freue ich mich auf einen Haushaltsantrag in den nächsten Haushaltsberatungen. Dort werden wir uns sicherlich darüber unterhalten. (Abg. Ellen Demuth, CDU: Bis dahin können wir schon mal planen!) Zum Abschluss bleibt mir zu sagen, wir brauchen aktuell keine Girls’ und Boys’ Academy in diesem Land; denn wir sind sehr gut aufgestellt. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)
