Iris Nieland
– Danke schön. Sehr geehrte Kollegen, 2018 zeigte ein internationaler Ländervergleich, dass die Geschlechterkluft bei der Berufswahl umso größer ausfällt, je geschlechtsneutraler oder gegenderter oder gleichgestellter Gesellschaften erscheinen, Beispiel sind die skandinavischen Staaten Finnland, Norwegen und Schweden. Sie gelten als führend in Sachen Gleichstellungspolitik und Ausbildungsqualität. Trotzdem liegt dort der Anteil der Frauen mit MINT-Studienabschlüssen mit unter 25 % auffallend niedrig. Es gilt also festzuhalten, dieses gut erforschte Phänomen, das die Wissenschaft Gender-Equality-Paradox nennt, zeigt auf, dass eine offensive Gleichstellungspolitik geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufswahl tendenziell sogar verstärkt und eben nicht beseitigt. Vor diesem Hintergrund ist es für mich äußerst fragwürdig, ob diese groß angelegten Programme wie Girls’ und Boys’ Academies wirklich dazu beitragen würden, mehr Mädchen für das Handwerk und mehr Jungen für Careberufe zu begeistern. Natürlich ist es wichtig und richtig, dass Mädchen und Jungen frühzeitig neben dem Elternhaus eine ergebnisoffene Berufsorientierung in der Schule erhalten. Deswegen fordern wir als AfD-Fraktion die Hinwendung zum leistungsstarken Schulsystem mit einer sehr guten Allgemeinbildung und einem altersgerechten Schwerpunkt auf der Berufsvorbereitung. Der Antrag, sehr geehrte Kollegen von der CDU, Ihr Antrag, ist, wie ausgeführt, nicht zielführend. Daher lehnen wir diesen Antrag ab. Vielen Dank. (Beifall der AfD)
