Iris Nieland
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Kollegen! Die Grünen-Fraktion fordert Girls’ und Boys’ Academies, und die CDU kopiert diesen Antrag vorbildlich aus Nordrhein-Westfalen. (Zuruf der Abg. Ellen Demuth, CDU) Damit soll den Schülern ab der achten Klasse mehr Zeit zur Berufsorientierung in sogenannten geschlechteruntypischen Berufen gegeben werden. Mir stellt sich zuerst die Frage, ob wir tatsächlich eine solche zusätzliche Initiative in Rheinland-Pfalz brauchen; (Abg. Ellen Demuth, CDU: Sie sind doch das beste Beispiel!) denn Sie, liebe CDU, stellen in Ihrem Antrag gleich im ersten Satz selbst fest – ich zitiere –: „Die Berufswahl ist noch immer von Geschlechterrollen geprägt – und das obwohl jeder junge Mensch in Bildungsprozessen die Möglichkeit hat, genau den Beruf zu erlernen, der dem eigenen Interesse und den eigenen Fähigkeiten am ehesten entspricht.“ (Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Hört, hört!) Ich stelle fest, damit wäre das Thema eigentlich geklärt. (Beifall bei der AfD) Es herrscht freie Berufswahl, entsprechend der eigenen Neigungen und Stärken. Dass diese bei Männern und Frauen durchaus unterschiedlich ausfallen, ist allgemein bekannt und wissenschaftlich bewiesen. Wir akzeptieren das. Wir können das akzeptieren, das ist eine freie Entscheidung junger Männer und Frauen. Ich habe eher den Eindruck, dass es der CDU hier um eine ganz andere Debatte geht. Indem Sie nämlich in Ihrem Antragstitel davon sprechen, „Geschlechterrollen bei der Berufswahl aufbrechen“ zu wollen, springen Sie einmal mehr über das Genderstöckchen der Grünen und übernehmen auch noch deren ideologischen Sprachgebrauch. Es ist aber so, es sind nicht die Geschlechterrollen oder Präferenzen das Problem bei der Jobentscheidung. Viel gravierender sind die starken Einkommensgefälle zwischen eher frauenund männertypischen Berufen, Kinderpausen ohne angemessenen Lohnausgleich und die Nichtberücksichtigung von sogenannter Carearbeit bei der späteren Rente. (Abg. Michael Frisch, AfD: So ist es!) Sehr geehrte Damen und Herren, genau hier sollte gute und ernsthafte Politik ansetzen, um Männern und Frauen ein gutes Auskommen im Leben zu sichern von der Ausbildung über die verschiedenen Lebensphasen, Familienphase bis zur Rente. Egal, für welche Tätigkeit sie sich letztlich entscheiden, für uns als AfD-Fraktion hat Gleichberechtigung die oberste Priorität und nicht Gleichstellung oder gar Geschlechterquoten. (Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich lache mich tot!) Entscheidend für die Karriere sollten am Ende Eignung, Leistung und Befähigung sein und ganz selbstverständlich auch natürliche Interessen und Neigungen von Männern und Frauen. (Abg. Sven Teuber, SPD: Wie haben Sie es denn auf die Liste geschafft? –
