Ellen Demuth
Ganz genau!) Kinder sind manchmal traditioneller in ihren Vorstellungen als mir und uns es eigentlich lieb sein darf. Dabei ist doch ganz klar, Mädchen können alles werden, Jungen auch. Diesen Satz kann ich nicht nur als Mutter einer Tochter und eines Sohns, sondern auch als Grünen-Sprecherin für Gleichstellung vollumfänglich unterschreiben. Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass nicht nur die CDU in NRW, sondern auch die rheinland-pfälzischen Kolleginnen und Kollegen voll auf grüner Parteilinie sind. Wir machen uns ebenfalls stark für eine Berufswahl nach Talenten statt nach Geschlecht. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und vereinzelt bei der SPD) Die Boys’ und Girls’ Academies in Nordrhein-Westfalen können hier einen wichtigen Baustein liefern, aber eben nur einen Baustein. Dementsprechend wäre meine Freude über einen Antrag größer gewesen, wenn Ihre Fraktion ein allumfassenderes Konzept vorgestellt hätte. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es so nicht weitergehen darf. Der Fachkräftemangel macht es auf allen Ebenen deutlich. (Zuruf des Abg. Michael Frisch, AfD) Wir brauchen mehr Diversität, Männer in den Kitas, in den Grundschulen, in der Pflege oder in der sozialen Arbeit. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Zurufe aus dem Hause – Glocke des Präsidenten) Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, braucht es mehr Frauen im Handwerk – wir haben vorhin schon darüber gesprochen –, in den MINT-Berufen, im Ingenieurwesen, in der Landwirtschaft und im GaLaBau. Liebe Kolleginnen und Kollegen, um das zu erreichen, reicht es meiner Meinung nach nicht, erst in der achten Klasse, wie von der CDU jetzt hier vorgeschlagen, anzusetzen, (Zuruf der Abg. Ellen Demuth, CDU) nein, wir müssen von Beginn an dafür sorgen (Zuruf der Abg. Ellen Demuth, CDU) – das ist wunderbar, wenn wir darüber in den Austausch kommen –, dass sich Kinder frei und vor allem klischeefrei entfalten können. Vielleicht erinnern Sie sich an meine allererste Rede zum Handwerk, als ich für Mädchen an der Werkbank ab der Kita appellierte. Mir ist das wahnsinnig wichtig. Es gab hier einige Zwischenrufe im Parlament, ich erinnere mich. Das muss aber doch jetzt genau unser Anspruch und unsere Verantwortung sein, Gleichstellung im Erwerbsleben, in der Gesellschaft, im Sport und eben auch in der Politik zu haben. (Abg. Michel Frisch, AfD: Gleichberechtigung, nicht Gleichstellung!) Deshalb legen wir hier in Rheinland-Pfalz Wert auf eine geschlechtersensible Pädagogik, wie wir sie in unseren Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für die Kitas vorsehen. Wir legen ebenfalls Wert auf eine geschlechtersensible Berufsorientierung ab der fünften Klasse, wie sie die Rahmenvereinbarung vorsieht. Wir müssen also weg von den klassischen Bildern wie Mary Poppins oder Feuerwehrmann Sam. (Abg. Ellen Demuth, CDU: Absolut richtig! –
