Ellen Demuth
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute als letzten Tagesordnungspunkt einen Antrag auf die Tagesordnung gesetzt, der sowohl eine gesellschaftspolitische wie auch eine wirtschaftspolitische Dimension hat. (Vizepräsident Matthias Lammert übernimmt den Vorsitz) Wir haben heute viel über sichere Ausbildung im dualen Ausbildungssystem und Sichtbarkeit von Frauen in unserer Gesellschaft gesprochen. Dieser Antrag unserer CDU-Fraktion leistet einen aktiven und pragmatischen Beitrag, wie wir eine Diversifizierung unserer Gesellschaft im Arbeitsmarkt besser erreichen können. (Beifall bei der CDU) Wie sieht die Realität aus? – Wir haben seit 2001 eine sehr gute Maßnahme, die wir jedes Jahr in Kombination mit Politik und Unternehmen durchführen, den sogenannten Girls’- und Boys’Day, der Mädchen und Jungen einen Schnuppertag bietet, um in die Wirtschaft und in Berufe hineinzuschauen, die für das eigene Geschlecht etwas untypisch sind, um Erfahrungen zu sammeln und sich ein bisschen an diese Berufsgruppen anzunähern. Dieser Tag funktioniert sehr gut. Er ist jedoch im Ergebnis oft recht unstrukturiert, ungeordnet und führt nicht richtig zum Erfolg, wie wir an den wirtschaftspolitischen Zahlen feststellen; (Abg. Michael Frisch AfD: Was heißt Erfolg feststellen?) denn wir haben in den traditionellen Ausbildungsgängen im Handwerk, zum Beispiel bei den Dachdeckerinnen und Dachdeckern oder bei den Industriemechanikern, immer noch männliche Ausbildungsquoten – die Wirtschaftsministerin weiß das – von über 95 %. In anderen Ausbildungsberufen, wie zum Beispiel bei den Friseurrinnen und Friseuren, den medizinischen Berufen und in der Pflege haben wir immer noch eine sehr hohe Quote bei jungen Damen. (Abg. Michael Frisch, AfD: Na und, wo ist das Problem?) Diese Ausbildungsgänge und Interessensgebiete wollen wir ein bisschen mehr an die Jugendlichen heranführen. Um uns diesem Handlungsbedarf anzunähern, haben wir ein Beispiel herangezogen, das in einem unserer Nachbarbundesländer schon gut funktioniert. In Nordrhein-Westfalen hat die Koalition, damals noch unter FDP und CDU, das auf den Weg gebracht. 2019 hat man sogenannte Girls’- und Boys’ Academies eingeführt. (Abg. Michel Frisch, AfD: Die Grünen haben das Euch aufgeschwatzt!) Das ist eine etwas strukturiertere Maßnahme als der Girls’Day an sich, umfasst 60 Stunden pro Jahr und ist darauf ausgelegt, einen Ansatz zu finden, der sowohl ein bisschen außerschulische theoretische Ausbildung gewährleistet, als auch die praktische Ausbildung mit Reinschnuppern bei den Unternehmen, Verbänden und Institutionen ermöglicht. Das ist ein Public Private Partnership in Nordrhein-Westfalen. Es kostet so gut wie kein staatliches Geld. Mit im Boot sind die IHK, die HWK, die Arbeitsagentur und viele private Unternehmen, die sich an dieser guten Initiative beteiligen; denn sie profitieren selbst davon. (Beifall bei der CDU) Wir als CDU haben den Vorschlag, dieses sehr gut funktionierende Instrument auf Rheinland-Pfalz zu übertragen. NRW hat angefangen mit Modellregionen, fünf Städten, die es einmal eingeführt haben. Es funktioniert überall recht gut. In Düsseldorf waren es zum Beispiel 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im vergangenen Jahr. In diesem Jahr werden es 200 sein; denn die Unternehmen und die Schülerinnen und Schüler sind begeistert von dem Projekt und machen gerne mit. In diesem Sinne schlagen wir dem Landtag heute vor, dieses Projekt für Rheinland-Pfalz zu übernehmen. Wie gesagt, der Kostenaufwand ist sehr gering. Über die guten wirtschaftspolitischen Kontakte der Wirtschaftsministerin sollte es schnell möglich sein, die Schulen und Unternehmen mit ins Boot zu nehmen. Deshalb schlagen wir vor, es auszuweiten. Der Landtag in Nordrhein-Westfalen wird dieses Projekt ausweiten. Das hat er im März dieses Jahres so beschlossen, und zwar auf Vorschlag der schwarzgrünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, das heißt, ich habe all ihre Fraktionen aufgezählt, die unterstützen diesen Vorschlag. Es ist sinnvoll, es hier zu machen. Meine Damen und Herren, wir müssen das Ziel erreichen, (Abg. Michael Frisch, AfD: Wer sagt, dass wir das müssen?) dass Frauen in der Wirtschaft eine größere Sichtbarkeit haben. Wir brauchen diese Fachkräfte. Ich wiederhole es noch einmal, das ist ein sehr pragmatisches und kostengünstiges Instrument, diese Möglichkeit in Rheinland-Pfalz auszuweiten. (Beifall der CDU und des Abg. Michael Frisch, AfD) Wie sagte es der Kollege mit einem Schüttelreim, ein guter Vorschlag kommt von der CDU, stimmen Sie zu. (Beifall bei der CDU)
