Daniela Schmitt
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Debatte gestern und heute in diesem Hohen Haus, aber auch Situationen im Alltag zeigen immer wieder, es fehlen uns Arbeitskräfte, und es fehlen uns Fachkräfte. Wir spüren es in den Unternehmen. Wir spüren es im Gesundheitswesen. Wir spüren es im öffentlichen Dienst und in vielen, vielen weiteren Bereichen. Offene Stellen und Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, und Aufträge müssen teilweise abgelehnt werden. Uns entgeht Wertschöpfung in bundesweit dreistelliger Milliardenhöhe, so zuletzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Liebe Kolleginnen und Kollegen, dies stellt eines der größten Risiken für unsere Unternehmen, unsere Wirtschaft insgesamt, aber auch für das Funktionieren des ganzen Systems dar. Deswegen ist die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften mehr denn je von größter Bedeutung. Die Landesregierung setzt deswegen bereits seit Jahren auf eine Stärkung des Systems der dualen Ausbildung mit unterschiedlichen Projekten. Einige will ich heute der Vollständigkeit halber nennen. Mit der außerschulischen Berufsorientierung möchten wir Schülerinnen und Schülern frühzeitig durch praktische Erprobung die vielfältigen Möglichkeiten der dualen Ausbildung aufzeigen. Es wurde angesprochen: International werden wir darum beneidet. Wir haben vor einigen Jahren die sogenannten Feriencamps ins Leben gerufen, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Natürlich will ich auch die Elternkampagne ansprechen. Herr Kunz, Sie haben gesagt, die Eltern sind oft die Architekten in der Berufsberatung. Ja, sie sind wichtiger Ratgeber und Wegbegleiter – deswegen ist es so wichtig –, und auch die Coaches für betriebliche Ausbildung, die wir gemeinsam mit den Handwerkskammern, dem DEHOGA und der Bundesagentur für Arbeit fördern. Ich will die KAUSA-Landesstelle ansprechen, gemeinsam mit den Handwerkskammern, wo wir bewusst noch einmal junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund an die Hand nehmen und sie erfolgreich in die Betriebe führen und sie an sie vermitteln. Ich will natürlich die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ansprechen, die wir auch in den letzten Jahren in der Förderung kontinuierlich gesteigert haben. Es ist wichtig, dass die jungen Auszubildenden dort eine gute Ausstattung vorfinden. Das war uns ein großes Anliegen. Zuletzt will ich die Imagekampagne zum Handwerk ansprechen. Junge Menschen wollen etwas mit Sinn machen. Junge Menschen wollen den Klimawandel mitgestalten. Deswegen haben wir das aufgegriffen und umgesetzt, und es ist ein gutes Projekt. (Beifall der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich bin aber auch für eine gute Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium sehr, sehr dankbar. Gerade zuletzt mit Ministerin Hubig habe ich noch einmal die Evaluierung und Intensivierung der Projekte durchgesprochen. Wir haben es gemeinsam geschafft, die Berufsorientierung an den Gymnasien zu stärken. Der Praxistag wurde angesprochen. Er ist ein erfolgreiches, etabliertes Projekt, um jungen Menschen Lust zu machen und sie schon frühzeitig mit potenziellen Ausbildungsbetrieben bekannt zu machen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir als Landesregierung tun das Unsere. Um die Attraktivität der dualen Ausbildung aber zu stärken und noch mehr junge Menschen davon zu überzeugen, braucht es mehr. Es braucht nicht nur Projekte, und es braucht nicht nur finanzielle Unterstützung. Es braucht auch gesellschaftliche Anerkennung und Akzeptanz der beruflichen Bildung, und das, liebe Kolleginnen und Kollegen, können wir nur gemeinsam erreichen. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
