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Steven Wink

FDP 28.09.2023 Sitzungen 18/51

Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Zu Beginn möchte ich sagen, das duale System war, ist und bleibt ein einzigartiges Merkmal des Bildungssystems und unserer Wirtschaft, auch im weltweiten Vergleich. Praxis und Theorie wechseln sich ab, die beiden Blöcke ergänzen sich immer wieder, und das bringt nicht nur die berufliche Grundlage, sondern auch erhebliche Karrierechancen. Jeder, der eine duale Beufsausbildung abgeschlossen hat, weiß dies zu schätzen. Zurzeit gibt es über 324 anerkannte Ausbildungsberufe, die den Menschen eine Passform für ihre Interessen bieten; denn wer seinen Beruf gerne macht, der macht ihn besser. Dann ist es kein Beruf mehr, dann ist es quasi eine Berufung. Das Ausbildungssystem bietet erhebliche Merkmale für eine erhebliche Bedeutung in diesem System. Die Betriebe, die ausbilden, übernehmen eine große soziale Verantwortung. Sie investieren in die Zukunft, und sie leisten einen wichtigen Beitrag für den Arbeitsmarkt, für Integration und Wohlstand; dies alles belegt mit der im Vergleich sehr geringen Jugendarbeitslosigkeit, die bei uns herrscht. Das ist das direkte Ergebnis einer dualen Berufsausbildung, die es in unserem Land gibt. Natürlich wissen wir, dass es auch Herausforderungen in diesem Bereich gibt. Wenn jetzt auch die Vertragsabschlüsse steigend sind, so waren sie in den letzten Jahren sinkend. Dem müssen wir natürlich entgegenwirken, und dem wurde auch entgegengewirkt. Die Landesregierung hat mit dem Meisterbonus I und II entgegengewirkt. Dass wir wieder die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in die Hand genommen haben, wurde erwähnt. Das Klimahandwerk wurde angesprochen, die Praxistage wurden angesprochen und zuletzt auch die Elternkampagne. Ich glaube, dass die Elternkampagne ein ganz wichtiger Baustein ist, weil es aus meiner persönlichen Perspektive auch ein Stück weit gesellschaftlicher Wandel war, dass die berufliche Ausbildung nicht mehr die Wertschätzung wie vielleicht ein Studium erlebt hat. Dann ist es gerade auch wichtig, mit einer Elternkampagne an die Eltern heranzugehen, (Abg. Sven Teuber, SPD: Ja!) sodass diese aufzeigen, welche Möglichkeiten junge Menschen haben, dass es nicht nur das Studium gibt, mit dem man vermeintlich mehr Geld verdient, sondern auch die berufliche Ausbildung, mit der man heutzutage extrem gute Karrierechancen hat. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD – Zuruf von der SPD: Hat er gut gesagt!) Gerade für Abiturientinnen und Abiturienten und Studienabbrecher kann der berufliche Weg der praxisorientierten Ausbildung ein Weg im Leben sein. Wir haben es gehört und gelesen, rund ein Drittel bricht das Studium ab. Heute sind diese Menschen, die das Studium abgebrochen haben und in die berufliche Ausbildung gehen, ein Gewinn für das System, und die Chancen stehen gut. Ich finde es eigentlich nicht schlecht, dass man hingeht und sagt, man möchte jetzt diese Durchlässigkeit, diese Verzahnung von Handwerk und beruflicher Ausbildung zur Universität und zur Hochschule wie auch immer etwas bieten, man möchte miteinander arbeiten, mehr und enger zusammenarbeiten, um diese Menschen direkt flüssig eventuell in die berufliche Ausbildung überführen zu können. Gerade in Bereichen des Fachkräftemangels ist es extrem wichtig, wenn die Menschen vielleicht mit ihren neu entdeckten Interessen auch ihre Berufung für die Zukunft finden. Das fördert auch die erste Linie am Arbeitsmarkt. Die stillen Reserven wurden vorhin angesprochen. Auch hier bietet sich eine Möglichkeit, das lebenslange Lernen weiter zu fördern, vielleicht auch die eigene Umschulung weiter zu fördern. Die zweite Säule ist die Fachkräftezuwanderung, die erste Säule fördern wir hier explizit damit. Selbst wer nach der beruflichen Ausbildung noch ein Studium draufsetzt, Maschinenbauer zum Beispiel, hat eine berufliche Ausbildung, die einen immer weiter bringt im Leben, weil man einfach gewisse Erfahrungen sammelt, die man auf seinem Lebensweg sehr gut gebrauchen kann. Deswegen finde ich es gut, dass diese Durchlässigkeit auch hier geschafft werden soll. (Beifall des Abg. Sven Teuber, SPD) Unsere Aufgabe als Politik ist es hierbei, das System natürlich zu stützen, das System weiterzuentwickeln, an die heutigen Parameter anzupassen, aber auch aufzuklären. Bei 324 Berufen brauchen wir Beratung und Aufklärung, sodass jeder für sich seine Passform finden kann. Natürlich gehört auch die Ausbildungsfähigkeit dazu in diesem Bereich. Das ist völlig klar. Das haben wir in anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in gleichem Maße. Mit diesem Antrag wollen wir die Weichen dazu stellen, dass wir sagen, für eine zweite Chance im Beruf, für das lebenslange Lernen, für die persönliche Weiterentwicklung und die persönliche Selbstentfaltung eines jeden Einzelnen in seinen Interessen, die er für sich gesteckt hat, dass wir in diesem einzigartigen System dann auch so weiterleben können und dies weiterentwickeln können. Danke schön. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

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