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Lisett Stuppy

GRÜNE 28.09.2023 Sitzungen 18/51

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörende! Rund 12.000 Menschen haben sich zum Ausbildungsstart 2023 für eine duale Ausbildung in Rheinland-Pfalz entschieden, ein Plus von 8,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Das ist wirklich eine sehr gute Nachricht für den Wirtschafts- und Ausbildungsstandort in Rheinland-Pfalz. Wir stehen vor riesigen Aufgaben. Wir haben die Energiewende, die Wärmewende, Bau von Kitas und Schulen, Digitalisierung. Dafür brauchen wir viele Fachkräfte in unserem Land, und ein starkes Ausbildungssystem ist ein wichtiger Beitrag für die Fachkräftesicherung. Lokführerinnen und Lokführer, die uns klimafreundlich zur Arbeit bringen, grüne Berufe, die uns mit regionalen Lebensmitteln versorgen und unsere Grünanlagen klimafreundlich anlegen, oder es sind die Dachdeckerinnen und Dachdecker, die Photovoltaikanlagen auf Dächer montieren. Mit diesem eingebrachten Antrag wollen wir die duale Ausbildung in RheinlandPfalz stärken mit Beratungs-, Berufsorientierungs- und Informationsangeboten; denn in Gesprächen mit vielen jungen Menschen erlebe ich immer wieder, dass sie die Vielfalt, die ganze Palette an Ausbildungsmöglichkeiten noch gar nicht genug kennen oder sie ihnen wenig bekannt ist. Daran müssen wir ansetzen, dass die jungen Menschen diese Berufe kennenlernen, ganz bewusst, klischeefrei und auf Interessen, Ziele und Talente fokussiert. Gerade der Tag des Handwerks am 16. September hat für mich wieder gezeigt, wie abwechslungsreich und kreativ das Handwerk in Rheinland-Pfalz ist, wie die Schreinerei Rauen in Niederöfflingen zum Beispiel, die in dritter Generation hochwertige Möbel aus klimaschonendem Holz baut, oder aber der Sanitär- und Heizungsbetrieb Becker in Göllheim, ohne den eine Umstellung von alten Heizungen auf moderne und umweltfreundliche Anlagen einfach nicht denkbar ist. Der Tag des Handwerks hat mir aber auch die Möglichkeit gegeben, in den Dialog zu gehen mit den Betrieben; denn der Austausch mit der lokalen Wirtschaft ist wichtig und die Stärkung der Betriebe durch Unterstützung und Programme genauso. Sie sind unsere Wirtschafts- und Innovationskraft im ländlichen Raum, und sie sind eben auch unsere regionale Wertschöpfung. Wir werden deshalb das Erfolgsprojekt der Coaches für betriebliche Ausbildung weiterentwickeln. Dank der engagierten Arbeit der Coaches bei den Handwerkskammern und beim DEHOGA-Verband konnten bereits viele junge Menschen in eine Ausbildung vermittelt und ganz individuell begleitet werden. Der Erfolg des Projekts zeigt sich auch in den Zahlen: 4,5 % mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge im Handwerk, und im Hotel- und Gastronomiegewerbe sogar 13,6 %. (Abg. Michael Frisch, AfD: Auf welcher Basis?) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wollen jungen Menschen in unserem Land auch einen Plan B für den Berufsweg aufzeigen. Dort, wo das Studium eben nicht nach Plan läuft und sich in letzter Konsequenz für den Studienabbruch entschieden wird, werden wir mit Beratungsangeboten und Informationsveranstaltungen auf neue berufliche Perspektiven wie eine duale Ausbildung aufmerksam machen. Ich möchte betonen, das soll nicht bedeuten, dass wir Studierende von den Hochschulen abwerben. Wir zeigen Optionen auf; denn wir brauchen genauso die Fachkräfte im Ingenieurwesen, in der Medizin oder KI. Liebe Kolleginnen und Kollegen, für die Stärkung des dualen Ausbildungssystems brauchen wir die Betriebe ganz eng an unserer Seite, und ich bin dankbar für jeden der rund 8.700 Ausbildungsbetriebe in Rheinland-Pfalz, die junge Menschen den Einstieg in die Arbeitswelt ermöglichen und zeigen. Ich will an dieser Stelle den Betrieben danken, sie aber gleichzeitig auch darin bestärken, für sich und die duale Ausbildung zu werben. Wir als Politik sollten das auch immer wieder tun und sie dabei unterstützen. Für uns Grüne ist klar, das Gelingen der Energiewende, der klimaneutrale Umbau unserer Wirtschaft und letztendlich auch die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder dürfen nicht am Fachkräftemangel scheitern. Wir brauchen die Ingenieurinnen und Ingenieure, wir brauchen die Landwirtinnen und Landwirte, aber wir brauchen eben auch die Handwerkerinnen und Handwerker für den Wohlstand in Rheinland-Pfalz. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP –

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