Nico Steinbach
Sehr geehrter Herr Schönborn, wenn Sie hier ausführen, dass Sie nicht in unserer Haut stecken wollen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Gott sei Dank stecken Sie nicht in unserer Haut, (Abg. Michael Frisch, AfD: Da haben Sie recht!) weil eine seriöse, eine nachhaltige Politik, die die Trinkwasserversorgung – – – (Abg. Ralf Schönborn, AfD, begibt sich zum Präsidium) – Wenn ich Sie anspreche, wäre es vielleicht ganz ratsam, wenn Sie zumindest auf Ihrem Platz bleiben, aber sei’s drum. (Vizepräsidentin Astrid Schmitt übernimmt den Vorsitz – Abg. Ralf Schönborn, AfD, nimmt den Platz eines schriftführenden Abgeordneten ein) Die Trinkwasserversorgung hat nichts mit Politik und Belobigung oder sonst etwas zu tun, sondern wir haben hier eine Aufgabe vor uns, die wirklich bis dahin geht, dass der Bestand der Menschheit, der Lebewesen auf unserem Planeten infrage gestellt wird, wenn es kein Trinkwasser mehr gibt. Wenn Sie als Klimaleugner in Persona – – – (Abg. Ralf Schönborn, AfD: Ich bin kein Klimaleugner! – Abg. Nico Steinbach, SPD, wendet sich zum Präsidium) – Er sitzt jetzt im Präsidium. Gut, dann müssen Sie jetzt von hinten zuhören. (Abg. Michael Frisch, AfD: Dürfen Sie nicht kritisieren!) Wenn Sie als Klimaleugner uns vorhalten, wir würden es uns quasi wünschen, über Auswirkungen der Erderwärmung zu sprechen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Da sind Sie fehl am Platze. Es ist doch die Realität. Wenn wir feststellen, dass in manchen Regionen 50 % weniger Grundwasserneubildung vorherrscht, dann wäre es doch grob fahrlässig, wenn man sich nicht mit den Themen beschäftigt. Wir beschäftigen uns Gott sei Dank nicht erst seit heute damit, (Abg. Michael Frisch, AfD: Das hat er auch nicht gesagt!) sondern seit Jahren. Viele Wasserversorger sind in der Vorhand und haben die Dinge im Blick. Es ist aber doch auch eine traurige Wahrnehmung, dass wir über immer größere Verbundnetze überhaupt erst in verschiedenen Gemeinden und Regionen die Trinkwasserstabilität gewährleisten können. Lieber Herr Schönborn, das hat dann nichts mit Wünschen oder Lobpreisung eines Ministeriums zu tun – die würden vielleicht sogar lieber andere Dinge machen –, sondern es ist einfach erforderlich, notwendig und leider aufgrund der Ereignisse erforderlich, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Da sind wir sehr froh – ich kann es noch einmal betonen –, dass wir die finanziellen Möglichkeiten haben, überhaupt darauf zu reagieren. Solche Dinge wie das Verbundnetz Eifel fallen nicht vom Himmel. Sie kosten viele, viele Millionen Euro. (Glocke der Präsidentin) Eine letzte Anmerkung, Herr Schönborn. Wenn Sie immer wieder auf die Fluchtbewegung zu sprechen kommen, dann sage ich Ihnen eines: Der große Anteil der Fluchtbewegung wird auch von Klimaveränderungen, (Abg. Michael Frisch, AfD: Ach, das ist doch nicht wahr!) von Dürren, Hungersnöten etc. ausgelöst. (Beifall der Abg. Markus Kropfreiter, SPD, Marco Weber, FDP, sowie Markus Wolf, CDU –
