Daniela Schmitt
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit dieser zweiten Aktuellen Debatte zur Landwirtschaft geben Sie mir die Möglichkeit, noch einmal ein bisschen weiter auszuführen, was den Agrarsektor so alles umtreibt und was wir so alles machen. Herr Schwab, Sie haben das frühere Image der Reben und Rüben angesprochen. Ja, das war früher so, aber heute ist die Landwirtschaft in RheinlandPfalz Hightech auf dem Acker. Wir leben Precision Farming und Digital Farming. Darauf sind wir gemeinsam mit dem Berufsstand stolz. Das ist heute das Image der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will noch einmal Bezug nehmen auf die eben angesprochenen Krisen in den letzten drei Jahren. Diese Krisen haben uns noch einmal deutlich die Gefahr von Abhängigkeiten vor Augen geführt. Sie haben uns aber auch die Bedeutung von regionalen Erzeugnissen und regionalen Erzeugern vor Augen geführt. Deswegen ist es so wichtig, dass wir sie gemeinsam unterstützen und gemeinsam die Rahmenbedingungen so setzen, dass die Betriebe in die Zukunft geführt werden. Genau das habe ich eben in der ersten Aktuellen Debatte ausgeführt, ein ganz klares Bekenntnis zu Forschung und Entwicklung, ein klares Bekenntnis zur Innovation, ein ganz klares Bekenntnis zu technologischem Fortschritt und dazu, diesen zu nutzen, sowie ein ganz klares Bekenntnis dazu, für unsere junge Generation auf Zuversicht und gute Zukunftsbedingungen und ein gutes Miteinander zu setzen, wie wir es auch mit dem Berufsstand, mit den Verbänden leben und so heute an diesem besonderen Tag diskutieren. Natürlich will ich auch noch einmal etwas zur angespannten Arbeits- und Fachkräftesituation im Agrarsektor sagen. Wir merken mittlerweile, dass in allen Bereichen, in allen Branchen Arbeits- und Fachkräfte fehlen. Deswegen ist es noch einmal gut, dass wir die grünen Berufe stärker in den Mittelpunkt rücken. Wir haben gestern gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer den Landesbestenpreis verliehen, um noch einmal zu zeigen, dass es auch bei den grünen Berufen die berufliche Fort- und Weiterbildung gibt und diese auch da wichtig ist. Es ist mir persönlich ein Herzensanliegen, noch einmal das Lebensmittelhandwerk anzusprechen. Natürlich ist es großartig zu sehen, was Bäcker und Metzger mit der Urproduktion, mit dem Getreide, mit einem guten Stück Fleisch erarbeiten können und was es uns allen für wunderbare Genussmomente beschert. Deswegen habe ich mich im letzten Jahr entschieden, den Landesehrenpreis im Genusshandwerk ins Leben zu rufen. Ich kann jedem empfehlen, einmal bei dieser Veranstaltung der Handwerkskammern vorbeizuschauen und mal gutes Brot, mal ein gutes Stück Fleisch zu genießen und sich klarzumachen, zu welchen Genussmomenten uns diese Produkte verhelfen. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Natürlich will ich in aller Kürze die Situation auf dem Schlachthof in Zweibrücken ansprechen, Herr Schwab. Zu Beginn meiner Sommerreise als Ministerin Ende August war ich bei dem Berghof Schmidt in Breitenbach. Dort wurde mir die Situation geschildert. Hieran sieht man, dass der Arbeits- und Fachkräftemangel nirgends haltmacht. Es sind alle Branchen betroffen. Hier kann man sagen, übergangsweise können Kapazitäten an der Niederlassung genutzt werden. Ich bin Herrn Staatssekretär Manz dankbar, dass man das Thema aufgreift und für Lösungen sorgt. Herr Abgeordneter Ludwig, lassen Sie mich ganz klar sagen, Sie haben betont, dass man die Dinge immer wieder optimieren und besser machen muss. Das treibt mich auch tagtäglich um. Dazu gehört, Menschen vermehrt in Verbindung mit der landwirtschaftlichen Urproduktion zu bringen, mehr Verständnis und Kenntnis zu vermitteln. Deswegen ist es mir wichtig klarzumachen, was die harte Arbeit im landwirtschaftlichen Betrieb und auf dem Acker bedeutet. Landwirtschaft kennt keinen Feierabend. Landwirtschaft kennt kein Wochenende. Das können wir nur gemeinsam in der Gesellschaft machen. Herr Ludwig, daran sollten wir gemeinsam arbeiten. (Abg. Martin Haller, SPD: So ist das!) Mit vielen Projekten treiben wir das Thema weiter voran. Deswegen will ich an der Stelle die Direktvermarktung ansprechen. Ich will das Projekt „Lernort Bauernhof“ ansprechen, bei dem wir gemeinsam mit dem Bildungsministerium und den Landwirtschaftskammern den Jüngsten vermitteln, wie Milch produziert, Getreide angebaut wird und welche Kraftanstrengungen dazu gebraucht werden. Das Thema „Urlaub auf dem Bauernhof“ ist mir als Tourismusministerin ein Herzensanliegen. Es vermittelt unseren Gästen, was es bedeutet, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen und welche Wertschätzung es beschreibt. Lassen Sie mich zum Schluss sagen, gemeinsam sollte uns umtreiben, regionale Erzeuger und Erzeugnisse zu stärken. Die Zukunft in der Landwirtschaft können wir nur gemeinsam gestalten und gemeinsam umsetzen. Daher ist es gut, dass der Agrarsektor heute eine solch große Aufmerksamkeit hat. Herzlichen Dank.
