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Michael Ludwig

CDU 27.09.2023 Sitzungen 18/50

Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! „Zukunftsbranche Landwirtschaft – Durch Innovation zu mehr Resilienz und Leistungsfähigkeit auf Höfen und Weinbergen“, es ist schön, dass wir heute über eine Zukunftsbranche sprechen, die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft braucht unsere Unterstützung. Häufig hören wir in öffentlichen Diskussionen, in TV-Berichten und sonstigen Publikationen, die Landwirtschaft sei ein überflüssiges Umweltproblem, sie nutze nicht dem Artenschutz, im Gegenteil, und sie verursache Tierschutzprobleme. Unsere Landwirtschaft – das muss deutlich gesagt werden – ist aber nicht Teil des Problems im Umwelt-, Arten- und Klimaschutz, sie ist Teil der Lösung. (Beifall der CDU sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Wir teilen die Einschätzung als Zukunftsbranche voller Überzeugung. Erlauben Sie mir die Bemerkung, das tun wir nicht nur an Tagen, an denen der Parlamentarische Abend der Landwirtschaft stattfindet, (Zuruf von der SPD) sondern auch an den anderen 364 Tagen im Jahr. Wenn wir auch in fünf Jahren noch über Julia Klöckner reden, haben wir einen guten Grund dazu. Insofern, Herr Weber, irgendwann sind andere dran, und in Rheinland-Pfalz schon länger. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER – Heiterkeit des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) In der Landwirtschaft, wie übrigens in jeder anderen produzierenden Branche auch, sind wir darauf angewiesen, mithilfe neuer Technologien, Methoden und Ansätze die Effizienz, Nachhaltigkeit und Produktivität zu verbessern. Landwirte müssen mehr denn je als Unternehmer agieren. Die Entwicklung der Größenklassen landwirtschaftlich genutzter Flächen oder auch die Größen der Betriebe sprechen hierbei Bände. In Rheinland-Pfalz ist die Innovationsvielfalt aufgrund der unterschiedlichen geografischen und sozioökonomischen Bedingungen besonders anspruchsvoll. Wir haben Intensivstandorte, Standorte des Marktfruchtbaus und Standorte mit überwiegendem Futterbau. „Smart Farming“, „Digital Farming“, „Bauernhof 4.0“ oder „E-Farming“ lauten die Zauberworte, ein faszinierendes Spektrum, aber wir müssen die PS auf die Straße bekommen. „Quo vadis, agricola?“, eine Studie von PricewaterhouseCoopers sieht Smart Farming als Chance, um das aus der Überbevölkerung resultierende Problem des Welthungers besser unter Kontrolle zu bekommen. Die Steigerung betrieblicher Prozesseffizienzen wird durchschnittlich mit 11 % angegeben, die Kosten konnten im Schnitt um 7 % gesenkt werden, 48 % berichten zudem über Einsparungen bei Düngemitteln, 42 % verwenden dank der Technologien weniger Pflanzenschutzmittel, und das wird noch nicht das Ende sein. Was sind die Dinge, über die wir dabei reden? – Wir reden über Drohneneinsatz, Flächenüberwachung, Erkennen von Schädlingsbefall und Unkrautwachstum, frühzeitiges Erkennen von Wassermangel, aber auch das Erkennen, dass kein Wassermangel besteht, und das Erkennen des besten Erntezeitpunkts. Beim Sprühen von Pflanzenschutzmitteln führt die präzisere Anwendung dazu, dass der Einsatz von Chemikalien reduziert werden kann. Mit unterschiedlichen Sensoren können Drohnen heute den Boden analysieren, wodurch gezielte Düngemittel- und Bewässerungspläne abgeleitet werden können. Wir reden über Robotik, Automatisierung, das automatisierte Pflanzenernten und die Unkrautbekämpfung, die Senkung von Arbeitskosten – so wir denn noch Menschen finden, die in der Landwirtschaft arbeiten – und über eine Effizienzsteigerung. Darüber hinaus können wir, ähnlich wie der Rasenmäherroboter im Garten, Probleme der Bodenverdichtung durch Roboteranwendungen relativieren. Nicht zu vergessen, Digitalisierung im Stall. Wir reden aber auch über genetische Modifikationen, über Züchtungen. Resilienzen gegen Schädlinge oder Dürre können entwickelt werden, wodurch wiederum der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und möglicherweise auch der Wasserverbrauch reduziert werden können. Nicht zuletzt reden wir über den Einsatz von KI: Mustererkennung, Musteranalyse und Mustervorhersage, maschinelles Lernen, intelligente Maschinen, maschinelles Planen und Handeln. Das Innovationspotenzial ist groß, und ähnlich wie bei Industrie 4.0 wird die Entwicklung dynamisch nach vorne schreiten, aber es braucht Zeit, und es braucht Förderung. So weit die Möglichkeiten, die wir haben. (Beifall der CDU)

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