Jaqueline Rauschkolb
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben gestern in der Debatte bereits klargemacht, wie wichtig uns regionale Produkte und die heimische Landwirtschaft sind. Der Kollege hat es schon gesagt. Die Saat- und Rabenkrähen, deren Populationen gewachsen sind, bringen Konfliktpotenzial. Sie fliegen ein, bringen Unrat und Zerstörung. In den Städten verursachen sie vor allem viel Lärm. Bei unserer letzten Fraktionssitzung haben viele Kolleginnen und Kollegen von ihren Erlebnissen mit der Saat- und Rabenkrähe berichtet. Es ist also kein kleines Thema, sondern eines, das überall in Rheinland-Pfalz stattfindet. Überall in der Landwirtschaft und in den Städten trifft das zu. Wenn man sich mit Obstbauern unterhält, hört man, die Früchte sind abgepickt und ganze Äste sind abgerissen. Es stimmt, dass es in der Vergangenheit Dinge gab – dies haben wir im Ausschuss besprochen –, die so nicht mehr stattfinden können. Wenn bei jemandem ein ganzes Feld oder eine ganze Obstwiese zerstört wurde, dann können 50.000 Euro weg sein. Dann wird gesagt, es fehlt ein Blatt bei den Unterlagen oder im Antrag. Solche Dinge können wir in Zukunft nicht mehr zumuten. Herr Zehfuß sagt, da bekommt man einen Hals. Im Ausschuss haben wir gemeinsam darüber gesprochen, dass wir in Zukunft schneller werden müssen. Wir müssen etwas tun. Den passiven Umgang, wie in der letzten Zeit, können wir nicht länger machen. Die Bevölkerung und die Landwirtschaft erwarten Antworten. Wir haben besprochen – ich glaube, es ist wichtig, dass das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium das zusammen erarbeiten, das war die Verabredung –, dass es schneller geht. Es soll ein Management, ein Monitoring geben, um festzustellen, an welcher Stelle die Vögel sind und wie wir damit umgehen. Es muss um Vergrämung gehen. Eine Kollegin von uns stellt Anträge, Greifvögel einzusetzen. Es gibt viele innovative Methoden. Heute Morgen haben wir über die Wissenschaft gesprochen. Es ist wichtig zu erforschen, was es noch geben kann, um diese Tiere dann dort fernzuhalten, wenn sie da nicht sein sollen. Am Ende müssen wir über die Entnahme einzelner Vögel sprechen. Ich glaube, wir sind uns in großen Teilen einig, dass dies eine Option sein muss. Ich habe gesagt, wir haben im Ausschuss besprochen, es muss schneller gehen. Herr Zehfuß, ich glaube, wir brauchen keinen Gipfel, aber wir sind uns einig, es muss ein Managementverfahren geben, damit wir schneller sind. Wenn freitags abends um 18.00 Uhr Vögel einfallen, dann sollte man nicht bis Montag warten müssen, um eine Schadensmeldung abgeben zu können. Man könnte da digitaler vorgehen. Damit wird es einfacher für die geschädigten Landwirtinnen und Landwirte, die nichts dafür können, wenn die Vögel angeflogen kommen. Wie gesagt, ich glaube, gemeinsam finden wir gute Lösungen. Dazu benötigen wir nicht unbedingt einen Gipfel und keine Bundesratsinitiative. Ich glaube, es gibt sehr gute Ideen, wie man mit der Thematik umgehen kann. Danke. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und vereinzelt bei der CDU)
