Kathrin Anklam-Trapp
Wie peinlich ist es Ihnen denn selbst?) Dann stellen Sie, werte SPD, vornehmlich Fragen zur Bevölkerungsstatistik. Viel schlimmer aber ist, man liest aus der Antwort immer und immer wieder das Frauenbild heraus, das schon in der Vergangenheit seitens der Ampel immer wieder transportiert wurde. Frauen seien besonders zu motivieren, zu bestärken und zu ermutigen. (Abg. Jaqueline Rauschkolb, SPD: Sieht man ja bei Ihrer Fraktion!) Man bräuchte eine Frauenquote, damit sie es zu etwas bringen. Sie seien schwach und unerfolgreich. Das ist falsch. Frauen sind stark. Frauen leisten bereits jetzt viel. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, bei der CDU und bei der AfD) Ja, Kindererziehung, Haushalt und generell Kinder großziehen ist eine Leistung, die Wertschätzung verdient. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, bei der CDU und bei der AfD) Wir Frauen brauchen keine Frauenquote. Wir brauchen keinen Extrapreis, um ermutigt zu werden. Was wir brauchen, sind ausreichend Kitaplätze, gute Bildung für die Kinder und Wertschätzung für die unbezahlte Arbeit zu Hause. (Beifall der FREIEN WÄHLER, der CDU und der AfD) Schon in meinen vorherigen Reden zu dem Thema, einmal zum Frauenpreis und zuletzt zur Debatte rund um die Chancengleichheit im Erwerbsleben, habe ich Sie aufgefordert, Frauen ernst zu nehmen. Richtig: Frauen müssen im Erwerbsleben gleichgestellt und gleich bezahlt werden. Dabei sollten sie genau wie die Männer nach Eignung, Leistung und Befähigung bewertet, eingestellt und bezahlt werden. Das, meine lieben Damen und Herren, ist echte Gleichstellung. Ich sage es noch einmal: Frauen müssen ernst genommen werden. Ihre Entscheidungen sind zu respektieren. Frauen und Mütter sind derart zu unterstützen, dass sie solche Entscheidungen treffen können, zum Beispiel eine Entscheidung für den schnellen Wiedereinstieg in den Beruf, aber auch für die Konzentration auf die Familie und die Kinder oder eine Alternative dazwischen. Bereits im Jahr 2017 hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einige Vorschläge unterbreitet, was die deutsche und damit auch die rheinland-pfälzische Politik umsetzen kann, um die Situation von Frauen zu verbessern. Da wären zu benennen: der Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Geschlechterklischees aus der Berufswahl entgegentreten, die Aussicht auf Karriere und Verdienstchancen für Frauen steigern, die Altersvorsorge von Frauen stärken und die Finanzbildung bei Frauen erhöhen. Bereits im Februar haben wir das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesprochen. Gerade die Kinderlosigkeit bereitet uns Freien Wählern aber Kopfzerbrechen. Sie belastet unsere Sozialsysteme durch künftig ausfallende Beitragszahler. Die Verkleinerungen der Familien sorgen dafür, dass die Arbeit in den Familien von wenigen getragen werden muss. Weniger Halt in den Familien bedeutet aber auch Belastung, die jedes einzelne Familienmitglied tragen muss. Die Lösung ist daher, den Missstand, dass sich Frauen zwischen Kindern und Karriere entscheiden müssen, abzubauen oder gar zu beseitigen. Das haben Sie richtig erkannt. Kinder scheinen ein Karrierekiller zu sein. Das ist ein Problem. Nein, das ist das Kernproblem der ganzen Debatten. Gerade in Zeiten, in denen ein Einkommen nicht mehr ausreicht, um eine Familie zu versorgen, scheint ein Kind ein enormes Risiko zu bedeuten. Die Politik muss hier ansetzen, und viele der von meinen Vorrednern genannten Probleme würden sich womöglich leichter lösen lassen. In der Antwort lesen wir aber, wo Sie das Problem ausmachen: in den gesetzlichen Regelungen, welche für Sie traditionelle Rollenmuster in den Familien begünstigen. Sie lassen dabei wieder außer Acht, dass manche Frauen und Familien gerade in der traditionellen Familienform eine erstrebenswerte Lebensform sehen. Sie sprechen von einer „Sorgearbeit“, die gerecht verteilt werden müsse. Bei Ihnen klingt das nicht nach freier Entscheidung, sondern mehr nach einer vorgeschriebenen Umerziehung. (Zuruf der Abg. Jaqueline Rauschkolb, SPD) Seit wann entscheidet die Politik darüber, was eine Familie als gerecht empfindet? – Gerecht wäre es, die nicht bezahlte Sorgearbeit – wie Sie es nennen – bei der Rente zu berücksichtigen und vor allem auch zu wertschätzen. (Beifall der FREIEN WÄHLER und der AfD – Zuruf des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) Das ist doch das eigentliche Problem, und nicht traditionelle Rollenbilder. Eine Ideologie mit einer anderen zu tauschen, ist für mich keine Lösung. Ich bin erst vor ein paar Wochen Tante geworden und erlebe gerade hautnah mit, (Unruhe bei der SPD) mit welchen Problemen viele junge Mütter konfrontiert werden. Ja, meine Schwester hat sich für das so verpönte traditionelle Rollenbild entschieden. (Abg. Kathrin Anklam-Trapp, SPD: Ist doch schön! Kann sie doch machen!) Ihr Mann arbeitet, und sie kümmert sich um Haushalt und Kind, und sie leistet großartige Arbeit. (Beifall der FREIEN WÄHLER, der AfD und bei der CDU –
