Manuel Liguori
Sehr geehrter Präsident, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Italien hat ihn, Frankreich und Spanien auch. Es freut mich sehr, dass seit Mitte dieses Monats auch in Deutschland der KulturPass eingeführt ist. Zwei Jahre lang konnten junge Menschen während der Corona-Pandemie keine Live-Kultur erleben. Der KulturPass verfolgt vielfältige Ziele. So soll er jungen Menschen den Zugang zu Kultur ermöglichen, unabhängig von ihrem sozialen und finanziellen Hintergrund. Der KulturPass kann Jugendliche für die Kultur in unserem Land begeistern. Er kann Jugendliche und Heranwachsende dazu ermutigen, selbst künstlerisch aktiv zu werden und ihre Talente zu entdecken. Der KulturPass kann ebenso dazu beitragen, Integration und den Austausch zwischen Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Hintergründe zu fördern. Wie Herr Drumm schon richtig gesagt hat, ein richtig tolles Instrument. Alle jungen Menschen, die in diesem Jahr ihren 18. Geburtstag feiern, also im Jahr 2005 geboren sind, erhalten ein Budget von 200 Euro, das sie auf einer digitalen Plattform einlösen können. Laut Statistischem Bundesamt sind das etwa 750.000 Personen. Der Bund stellt für dieses Pilotprojekt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Das Budget können die jungen Erwachsenen über die KulturPass-App oder die KulturPass-Website einlösen. Die App steht zum Download bereit, und das Budget steht für zwei Jahre zur Verfügung. Bereits 5.600 Kulturanbieter haben sich bundesweit registriert. Rund 1,7 Millionen Produkte sind derzeit verfügbar. Auch weiterhin können Kulturanbietende ihre Produkte registrieren. Über den KulturPass können junge Erwachsene Konzerte, Theater-, Kinovorstellungen, Museen oder Ausstellungen besuchen. Ferner können sie Bücher, Tonträger oder Musikinstrumente kaufen, aber dies nur im Laden. Reine Onlinehändler sind ausgeschlossen. Der stationäre Buch- und Musikfachhandel wird vom KulturPass profitieren. Der KulturPass wird aber nicht nur junge Menschen, sondern auch die Kultureinrichtungen selbst unterstützen. Die Kulturszene in Rheinland-Pfalz hat nach der Corona-Pandemie in vielen Teilen einen erfolgreichen Neustart hingelegt. Trotzdem kämpfen viele Kultureinrichtungen immer noch darum, ihr Publikum zurückzugewinnen. Ziel ist es, durch den KulturPass die Nachfrage in den Einrichtungen zu stärken und ihnen zu ermöglichen, neues Publikum zu gewinnen. Der KulturPass ist erst seit ein paar Tagen eingeführt. Seit Mitte dieses Monats wird das Projekt beworben. In diversen Medien wurde bereits über den KulturPass informiert. Wir in Rheinland-Pfalz können jetzt diese Berichterstattung aufgreifen und ausweiten. Des Weiteren hat der Bund angekündigt, das Projekt bei einem erfolgreichen Verlauf in einem zweiten Schritt für Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren zu öffnen. Das ist eine sehr gute Idee. Fast reflexartig wird allerdings von den FREIEN WÄHLERN kurz nach der Einführung die Ausweitung des Projekts verlangt. Liebe FREIE WÄHLER, warten Sie doch erst einmal ab, wie erfolgreich das Projekt verläuft und ob der KulturPass von den jungen Erwachsenen angenommen wird. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Was sagt denn die Schülervertretung?) Wenn dies der Fall sein sollte, wird der Bund bestimmt eine Ausweitung vornehmen, da bin ich mir ganz sicher. Herr Drumm hat schon gesagt, dass es selbstverständlich ist, eine solche Probephase einzuführen. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Und die Kinder aus der Pandemie?) Warten wir diese Probephase also ab. Anschließend werden wir sehen, wie sich der Bund entscheidet. Ich gehe davon aus, dass eine Erweiterung vorgenommen wird. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
