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Jennifer Groß

CDU 22.06.2023 Sitzungen 18/47

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Für uns als CDU-Fraktion gilt nach wie vor, nicht jedes Kind die gleiche Schule, sondern für jedes Kind die geeignete Schule. (Beifall der CDU, bei den FREIEN WÄHLERN sowie des Abg. Martin Louis Schmidt, AfD) Wir sind nicht gegen Inklusion, aber gegen die Methode der Landesregierung, die versucht, die Inklusion mit der eisernen Brechstange und bar jeder pädagogischen wie auch didaktischen Praxis durchzusetzen. (Beifall der CDU) Das Kind, und zwar jedes einzelne, steht im Mittelpunkt. Es muss mit seinen individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten gefordert und gefördert werden. Was also muss getan werden? – Wir brauchen frühestmögliche und zielgenaue Förderung, Individualität und eben nicht, mit der Gießkanne und ideologischen Scheuklappen durch die Welt zu laufen. Wir brauchen ausgestattete Räume und Material. Wir brauchen Zeit. Wir brauchen auch starke Förderschulen. Vor allem brauchen wir aber Personal. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER) Unsere Förderschulen wie auch die Schwerpunktschulen stehen vor enormen Herausforderungen. Wie sagte eine Schulleiterin jüngst: Wie sollen hoch autistische Kinder mit Eigen- und Fremdgefährdung unterrichtet und gefördert werden? Das Ganze ist mir ein Rätsel, wir sind an unserer Grenze. – Die Forderungen der Lehrer und der Verbände sind ganz klar, es braucht für eine gelingende Inklusion pro Klasse einen Grundschullehrer und einen Förderschullehrer. Wir brauchen kleine Klassen und schulbasierte Therapien gemäß der jeweiligen Beeinträchtigung des Kinds. Doch was alles müssen die Kolleginnen und Kollegen kurz vor den Pfingstferien erleben? Wir gehen kurz zurück. „Dilettantisch und ignorant“, so titelte kürzlich DIE RHEINPFALZ. Eine neue Förderschulverordnung und eine verpflichtende Inklusion werden verkündet. Am gleichen Tag erfahren die Schulen im ADD-Bezirk Neustadt an der Weinstraße, dass sie Kolleginnen und Kollegen im sogenannten Kettenverfahren in den Norden abgeben müssen. Wir sprechen von 75 Lehrkräften, die in Summe in den nächsten Jahren versetzt werden, ganz ehrlich, nicht weil sie vor Ort nicht gebraucht werden, eine schlechte Arbeit machen oder aus familiären oder privaten Gründen sagen, sie möchten diese Schule verlassen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie müssen zwanghaft versetzt werden, weil im Norden Kolleginnen und Kollegen fehlen. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER – Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) Die jahrzehntelangen Versäumnisse der Landesregierung sollen von engagierten und angesehenen Lehrkräften aus den südlichen Bezirken, etwa Speyer, Germersheim, Haßloch oder Bad Dürkheim, ausgebadet werden. Funktionierende und eingespielte Kollegien, die die Kinder anerkennen, denen sie vertrauen und die geschätzt werden, sollen an einer anderen Schule arbeiten. Welche Auswirkungen das hat, welche Probleme das nach sich zieht und welche Konsequenzen das im Bildungssystem und für die Schwerpunktschulen hat, scheint der Landesregierung egal zu sein. (Beifall der CDU und bei den FREIEN WÄHLERN) Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben mehr verdient. Was aber bekommen sie? – Einen weiteren Schlag ins Gesicht. Ich an Ihrer Stelle, ganz ehrlich, würde mich schämen. Ich möchte nicht in der Situation einer Schulleitung stecken zu überlegen, welchen Kollegen ich überhaupt abgeben kann; denn ich brauche jeden Einzelnen. Es ist auch eine Frechheit, wenn ich den Zeitungsartikel der RHEINPFALZ lese, dass man keine weiteren Informationen gibt, Sie auf Anfragen der Presse oder – das sind wir in der Opposition gewöhnt – bei Kleinen Anfragen Antworten im Nebel geben oder auf weitere Anfragen verweisen. Sieht so eine klare Linie aus, ein guter Umgang – ich betone – mit den eigenen Mitarbeitern? (Beifall der CDU sowie des Abg. Helge Schwab, FREIE WÄHLER) Sie behandeln Ihre eigenen Mitarbeiter wie Spielfiguren. Für uns als CDUFraktion ist und bleibt klar, wir stehen zu unseren Schulformen und fordern rasche Klarheit für die Lehrerinnen und Lehrer in Rheinland-Pfalz. (Beifall der CDU, bei den FREIEN WÄHLERN sowie des Abg. Peter Stuhlfauth, AfD)

Alle Reden von Jennifer Groß Protokoll ↗