Michael Ebling
Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren Abgeordnete! Ich finde es gut, das Thema „Schwimmen“ in eine Debatte zu holen. Es gibt gute Gründe dafür. Ein Grund ist, dass der Schwimmsport eine der am meisten gestraften Sportarten in der Corona-Pandemie war. Das ist nichts, was man im Trockenen machen kann. An den Orten, an denen aus guten Gründen Sportstätten geschlossen waren, waren der Schwimm- und der Wettkampfsport im Schwimmen ausgebremst. Jetzt holen sie wieder auf. Dazu ist es notwendig, dass wir uns vergewissern, dass Schwimmen etwas Wichtiges ist. Die Menschen sollen schwimmen lernen können. Man soll schwimmen können. Man soll lesen, schreiben und rechnen können. Man soll auch schwimmen können. Es vervollständigt uns als Menschen, dass wir nicht nur unseren Kopf oder die Hände gut nutzen können, sondern unseren gesamten Körper. Wir erfahren die Muskulatur, können den Sport, die Gesellschaft und die Freude, die damit verbunden ist, genießen. Das ist etwas, was sich durch alle Alterskohorten zieht. Das macht den Schwimmsport besonders. Es ist das Kleinkind, aber auch die Seniorin, die sich dabei fit hält. Das kann man in Rheinland-Pfalz an ganz, ganz vielen Stellen, Abgeordneter Hüttner hat darauf hingewiesen. Wir sind geradezu, wenn man es unter dem Gesichtspunkt der vielen ländlichen Räume sieht, gesegnet mit einer ganzen Reihe von Schwimmstätten. Im Rahmen einer Großen Anfrage hat die Landesregierung deutlich gemacht, dass über 88 % der rheinland-pfälzischen Schulen im Umkreis von 7 km ein Schwimmbad haben. Das ist, wie gesagt, für unser Bundesland beachtlich und vorzeigbar. (Abg. Marcus Klein, CDU: Hauptsächlich Freibäder!) Deshalb ist es schön, wenn Sie das anerkennen, auch wenn Sie es wahrscheinlich anders gesagt haben wollen. Diese Unterstützung gibt es über die Förderung des Landes. Zwischen 2007 und 2022 wurden 114 Bäder mit rund 130 Millionen Euro aus der Förderkulisse Sportstättenförderung des I-Stocks oder des Städtebaus gefördert. Ich will bewusst an einige herausragende Projekte aus den letzten Jahren erinnern. Das Hallenbad in Altenkirchen ist mit rund 3,7 Millionen Euro gefördert worden, das Hallenbad in Wittlich mit 3 Millionen Euro, das Freibad in Annweiler am Trifels mit rund 1,5 Millionen Euro, um nur einige wenige Beispiele aus der letzten Zeit zu nennen. Das Ganze korrespondiert mit einer tollen Vereinslandschaft. Das ist wichtig. Es ist wichtig, dass wir das anerkennen. Wir erkennen es gemeinsam an. Es gibt viele Schwimmvereine, die gut organisiert sind und in Wettkämpfen Erfolge haben. Wir haben eine Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Rheinland-Pfalz, die Großartiges leistet, die Menschen nicht nur befähigt zu schwimmen, sondern auch befähigt, Leben zu retten, und die aktuell einen überproportionalen Mitgliederzuwachs vermelden kann. Das zeigt, dass sie eine gute Arbeit macht und sowohl das Schwimmenlernen als auch das Rettenlernen bei den Menschen in diesem Land des Ehrenamts außerordentlich beliebt und begehrt sind. Wir sind froh, dass wir das Thema des Kleinkinderschwimmens aus den Ansätzen der Sportförderung verstärken können, nicht nur mit vielen Tausend Kindern, sondern auch mit der Ausbildung von Schwimmtrainerinnen und -trainern. Das wurde erwähnt. Es geht darum, dass wir Menschen immer stärker dazu befähigen, in der Eigenschaft der Trainerin/des Trainers da zu sein. Es gibt nicht nur den Flaschenhals der Wasserfläche, sondern auch den Flaschenhals der Menschen, die das Wissen weitergeben und anlernen. Unter dem Gesichtspunkt möchte ich den vielen Kindern, die uns zuschauen, noch ein Ratschlag mit auf den Weg geben. Darauf wurde ich von den Kolleginnen Binz und Eder ausdrücklich aufmerksam gemacht. Kollege Köbler hat das Bild des sonnenbadenden Familienvaters zwischen Flutschfinger und Pommes rot-weiß vorgemacht. Um ungefähr 13 Uhr soll man gar nicht vom Essen reden. Ich will aus sportlicher Sicht sagen, erst schwimmen und sich dann den Bauch vollhauen mit Pommes rot-weiß, nicht umgekehrt, es kann sonst gefährlich werden. Das geht aber auch. (Abg. Martin Brandl, CDU: Gute Sache, rot-weiß!) Meine Damen und Herren Abgeordnete, deshalb will ich zu den Containern sagen, uns ist dieses Angebot nicht fremd, nicht nur unter dem Blickwinkel, dass es in Nordrhein-Westfalen – das ist angeklungen – fünf in einem Modellprojekt gibt. Es gibt auch solche Angebote in Rheinland-Pfalz. Sie sind nicht ganz unproblematisch, um es kurz zu sagen, Sportwasserqualität und ähnliches betreffend. Deswegen ist es gut, man schaut sich so etwas erst einmal an und wartet Modellprojekte ab. Wenn diese gut laufen, kann man überlegen, ob man sie übernimmt. Vielleicht gibt es Dinge, bei denen man Erfahrungen sammelt, die nicht so gut laufen. In dem Sinne schaue ich auf die Ausschussberatung, die angeregt wurde, mit großem Interesse, und ich denke, wir werden gute Ergebnisse dabei produzieren. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP –
