Philipp Fernis
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Kollegen Hüttner und Köbler, die schon sehr differenziert gesprochen haben, haben eine Reihe wichtiger Aspekte erwähnt. In der Tat ist es ein Thema, das uns alle natürlich beschäftigt, dass die Schwimmfähigkeit bei Kindern abnimmt und Schwimmunterricht zunehmend schwieriger zu erteilen ist, und auch dabei geht es ganz stark um das Thema „Personal“. Sie haben jetzt vor, ein Modellprojekt aus NRW, das gerade erst anläuft – es gibt dort noch keinen solchen Container – auf Rheinland-Pfalz zu übertragen, bevor überhaupt Erkenntnisse vorliegen zu der Frage, ob man in einem solchen Container tatsächlich schwimmen lernen kann. Dazu haben wir in der Debatte heute Unterschiedliches gehört. Ist das ein Beitrag? Bekommt man die besetzt? Fehlen die Menschen dann nicht an anderen Stellen? Das kann man sich alles ansehen, und deswegen ist es der richtige Weg – den wir selbstverständlich unterstützen –, den Antrag an den Ausschuss zu überweisen, um sich dann wirklich noch einmal ein Stück weit fundierter mit der Frage auseinanderzusetzen, ob das helfen kann oder was ansonsten helfen kann, um den Schwimmunterricht zu stärken. An der Stelle darf ich schon darauf hinweisen, dass auch Sportlehrerinnen und Sportlehrer grundsätzlich qualifiziert sind, Schwimmunterricht zu erteilen und das Pädagogische Landesinstitut eine solche Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer anbietet, um sie zu qualifizieren, neben ihrem eigentlichen Fach, das sie unterrichten, als Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer tätig zu werden. Das sind alles Maßnahmen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Ich glaube tatsächlich, dass wir einen gemeinsamen Auftrag haben, diese Bedeutung des Themas „Schwimmen“ noch einmal stärker kommunikativ in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Neben der Frage von Angeboten sind es bei Kindern immer auch die Eltern, die entscheidend sind, ob ein Kind in den Schwimmkurs geht oder nicht. Es ist darauf hinzuweisen, dass es beim Schwimmen eben nicht um irgendeine Sportart oder Form von Betätigung geht, sondern es eben – wie in der Debatte zu Recht gesagt wurde – Leben retten kann, das eigene Leben bei einem Sturz in ein Gewässer, aber eben auch das Leben von einem anderen Nichtschwimmer, der ins Wasser fällt. Schwimmen ist eine zentrale Fähigkeit, die bei Kindern zum Erwachsenwerden – zum Großwerden eher, wenn man auf das Alter schaut, in dem Kinder schwimmen lernen – natürlich dazugehören muss. Dann sind die Zahlen zur Bäderlandschaft in Rheinland-Pfalz angesprochen worden. Wir haben erfreulicherweise in der Fläche noch eine ganze Reihe von Schwimmbädern und in der Regel Bäder regional verfügbar. Nur, in diesen Bädern – das hat Kollege Hüttner dargestellt – ist es oft einfach ein großes Problem, Schwimmunterricht anzubieten. Nicht, weil die Betreiber, auch die privaten Betreiber, von Bädern das nicht wollten oder man sich nicht einig würde – da gibt es Lösungen –, sondern weil es einfach an qualifizierten Ausbilderinnen und Ausbildern fehlt. Deswegen sollte meiner Meinung nach, bevor wir jetzt darüber reden, wo wir mehr Wasserflächen herbekommen, wenn wir die vorhandenen Wasserflächen gar nicht vernünftig für Schwimmunterricht nutzen können, der Fokus doch ganz einfach auf einer anderen Frage legen. Ich freue mich aber, dass es in diesem Haus einen breiten Konsens gibt, dass das Thema „Schwimmausbildung für Kinder“ wirklich von zentraler Bedeutung ist. Dieser breite Konsens nährt bei mir die Hoffnung, dass wir gemeinsam mit unseren Schulen, mit unseren Vereinen, mit unseren Bildungsträgern, mit unseren Kommunen – die eben häufig noch Betreiber von Bädern sind – an dieser Stelle in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal einen großen Schritt vorankommen. Die Defizite, die in der Corona-Zeit entstanden sind, müssen dringend aufgeholt werden. Herzlichen Dank. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD)
