Bettina Brück
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Unsere Welt und unsere Gesellschaft verändern sich immer schneller und in immer rasanterem Tempo. Mit dieser Veränderung verändert sich die Schülerschaft in unseren Schulen. Es ist unsere Aufgabe, unseren Schülerinnen und Schülern bestmögliche Förderung zu geben und die veränderten Lernausgangslagen aufzugreifen. Die Schule ist damit ebenfalls Veränderungen unterworfen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, in den Schulen dafür zu sorgen, dies aufzugreifen und die Startchancen für Kinder gleich und gleich gut zu machen. Dem nehmen wir uns mit dem Neun-Punkte-Plan an. Er ist ein wichtiger Baustein der Bildungsgerechtigkeit zur Stärkung der Basiskompetenzen in den Grundschulen. Unsere Grundschullehrkräfte haben die große Aufgabe, die unterschiedlichen Voraussetzungen aufzunehmen und jedes Kind entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten individuell zu fördern. Das tun unsere Grundschullehrkräfte mit einem großartigen Engagement. An dieser Stelle möchte ich mich für dieses großartige Engagement einer jeden Lehrkraft bei der individuellen Förderung ganz herzlich bedanken. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Weil es ein Grundstein ist, in der Grundschule die Kernkompetenzen explizit aufzugreifen, haben wir diesen Neun-Punkte-Plan mit mehr Lesen, Schreiben und Rechnen auf den Weg gebracht. Wir greifen dabei die Hinweise der IQB-Bildungsstudie auf, aber auch das, was uns Wissenschaft, unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission und Menschen aus der Fachpraxis mit auf den Weg geben. Liebe Frau Groß, wenn alles so schlimm wäre, wie Sie das darstellen, dann habe ich konstruktive Ansätze der CDU-Fraktion bei dieser Diskussion vermisst. Lieber Herr Kollege Paul, was Sie gesagt haben, ist Ideologie, aber etwas ganz anderes als das, was in unserem Neun-Punkte-Plan beschrieben ist. (Zurufe der Abg. Joachim Paul und Michael Frisch, AfD – Glocke des Präsidenten) Das haben Sie mit den letzten Sätzen Ihres Beitrags deutlich zur Sprache gebracht. Was machen wir im Neun-Punkte-Plan? – Wir nehmen 14,5 Millionen Euro zur gezielten Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in die Hand, um einen Anschluss zu geben an das auslaufende Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“. Weil Kinder erst seit Kurzem wieder Normalzustand in Schule und Kita gelernt haben und weil es noch Dinge gibt, Rückstände aufzuholen, werden wir dieses 14,5-Millionen-Euro-Programm im Anschluss an das Corona-Aufholprogramm zusätzlich zur Verfügung stellen mit zusätzlichem Personal und vielfältigen Möglichkeiten im Unterricht, im Ganztag, mit additiven Lernangeboten, für mehr FSJler und mehr Schulsozialarbeit, um die Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und in herausfordernden Lagen sozialindikatorenbasiert zu unterstützen, wo es notwendig ist. Wir werden außerdem die Schulsozialarbeit an Grundschulen, also die Förderung durch die Landesregierung, einführen und dadurch multiprofessionelle Teams weiter unterstützen. Das ist etwas, was uns die regierungstragenden Fraktionen durch die Haushaltsgesetzgebung an die Hand gegeben und ermöglicht haben. Dafür herzlichen Dank. Wir haben für die Jahre 2023 und 2024 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um multiprofessionelle Teams in Form von Schulsozialarbeit an den Grundschulen zu implementieren und dadurch die Kommunen zu unterstützen. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Ein weiterer Baustein ist, dass wir in die Familiengrundschulzentren einsteigen. Gerade Grundschulen in sozial herausfordernden Lagen wollen wir besonders unterstützen und mit dem Sozialraum vernetzen. Das ist ein wichtiges Angebot. Wir haben schon viel dazu gehört. Ich freue mich über jeden Standort, der hinzukommt. Eine wichtige Grundkompetenz – das ist vielfach erwähnt worden – ist die Sprache. Die Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Deshalb werden wir, wie die Vorrednerinnen und Vorredner erwähnt haben, die Schulanmeldung künftig verändern und die Kinder ein halbes Jahr früher zur Schulanmeldung bringen und damit bereits im Alter von viereinhalb Jahren die Sprachstandserhebung durchführen, um frühere Fördermaßnahmen auf den Weg bringen zu können. Das ist uns besonders wichtig, damit alle Kinder, die in die Kita gehen, alltagsintegrierte Sprachförderung genießen können. Ein wichtiger Baustein ist eine Stunde mehr Deutsch, und das dauerhaft, liebe Frau Groß. Wir werden 80 Stellen in die Hand nehmen, um das zu verwirklichen. Wir schaffen das über eine Verschiebung in der Stundentafel, und wir schaffen es dadurch, dass wir die integrierte Fremdsprachenarbeit auf die Klassen drei und vier konzentrieren. Wir werden mit dieser einen Stunde mehr Deutsch dem nachkommen, was uns die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesagt haben. Wir werden diese Stunde Deutsch dafür nutzen, um die Lesekompetenz intensiv zu verbessern und ein festes Leseband zu verankern. Weil Sprache wichtig ist, werden wir die alltagsintegrierte Sprachförderung in der Grundschule fortführen und den Lehrkräften dafür extra Materialien an die Hand geben. Wir werden extra Materialien an die Hand geben, um Lehrkräfte zu unterstützen und zu entlasten in Form von Arbeitsmaterialien, Diagnoseund Fördermaterialien, um jeden individuellen Lernstand auffangen und aufbauend für jedes Kind individuell fördern zu können. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Mit all diesen Maßnahmen werden wir die Grundkompetenzen dieser und der folgenden Schülergeneration verbessern. Wir werden das tun, was finanziell und personell möglich ist, um sukzessive Verbesserungen im System zu machen. Das sind Bausteine, die die Dinge ergänzen, die wir in vielen Jahren aufgebaut haben, sei es Ganztagsschule, seien es kleine Klassen, sei es eine gute Unterrichtsversorgung und vieles mehr. Insofern, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und auf eine gute und weitere Entwicklung unserer Grundschülerinnen und Grundschüler. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)
