Dr. Bernhard Braun
Frau Klinkel, Sie können furchtbar beruhigt sein. In Rheinhessen gibt es keine Pfälzerwaldhütten, und die wird es dort auch nie geben. (Heiterkeit und Beifall bei der CDU) Rheinland-Pfalz hat vieles, und auch die Pfalz hat etwas, für das ich jetzt Werbung machen muss. Am Schluss kommt jeder mit seiner eigenen Region, und dann haben wir die ganze Goldmarke wieder über den Haufen geworfen. Das wollen wir aber nicht, und deswegen denken wir an die Zukunft, nämlich daran, wie es weitergeht mit einer nachhaltigen Tourismusstrategie. Genau das ist es, was wir brauchen. Wir brauchen zu 80 % Menschen, die in Deutschland wohnen, und nur 20 % aus dem Ausland. Das heißt, wir brauchen eine überzeugende Strategie, warum man aus den anderen Bundesländern nach Rheinland-Pfalz kommt, und natürlich wollen wir auch Menschen im Ausland gewinnen. Zunächst einmal wollen wir aber die Menschen ansprechen, die tatsächlich kommen. Ich habe es vorhin schon gesagt, da geht es ums Wandern, da geht es ums Rad fahren, da geht es ums Genießen. Deswegen muss man auch auf diese Punkte setzen. Nicht nur für das Auto braucht man eine Ladeinfrastruktur. 38 % der Radtouristen fahren inzwischen mit dem E-Bike durch Rheinland-Pfalz. Man braucht eben auch eine Infrastruktur für die Menschen, die ihr Fahrrad aufladen wollen, und dies brauchen wir unterstützt von den Städten und Gemeinden. Wenn ich als Radtourist von einer Gemeinde zur anderen fahre, gehe ich nicht ins Hotel, sondern ich setze mich an den Marktplatz oder an die Kirche. Dort muss eine Möglichkeit sein, das Fahrrad nachzuladen, und es muss natürlich auch eine entsprechende Infrastruktur geben, dass man während des Nachladens des Fahrrads etwas essen und trinken kann. Das muss man doch zusammendenken, meine Damen und Herren. Dabei geht es dann auch nicht mehr um Kirchturmpolitik; denn die Menschen bleiben nicht in einem Dorf. Sie fahren weiter. Die Wanderer gehen immer ein Stückchen weiter, und die Fahrradfahrer fahren weiter. Wir haben inzwischen einen sich bewegenden Tourismus, meine Damen und Herren, und nicht nur einen Tourismus, der vor Ort kommt, zwei Wochen dort bleibt und später wieder zurückfährt. (Glocke des Präsidenten) Ich glaube, das alles mitzubedenken, ist eine Aufgabe, die der Tourismusbranche klarer als uns ist. Deswegen müssen wir die Menschen nicht belehren, sondern wir müssen sie dort unterstützen, wo sie Änderungen und eine Modernisierung durchführen wollen. Das ist die Zukunft, die wir angehen wollen, meine Damen und Herren. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)
