Dr. Bernhard Braun
Wie Sie an dem Anmarschweg sehen, ist Wandern in Rheinland-Pfalz berühmt und sehr beliebt. Wir haben in unserem Land nicht nur Wandern, sondern Rad fahren, Natur, Wein, Kultur und anderes zu bieten. Deswegen ist das eine Erfolgsstory. Meine Damen und Herren, ich verstehe nicht, wenn man eine Branche hat, die 7 Milliarden Euro – so ist gesagt worden – umsetzt, dass man dann über einen Spruch oder zwei Sprüche, die gemacht wurden und die Werbung darstellen, diskutieren kann, als wäre das die entscheidende Phase in der Entwicklung des Tourismus in Rheinland-Pfalz. Meine Damen und Herren, es arbeiten viele Menschen in diesem Bereich. Wir können für die Menschen dankbar sein, die in dem Bereich arbeiten. Sie schaffen für dieses Land eine Wertschöpfung. Sie sind durch ihre Gastfreundschaft, ihren Auftrag und ihr Auftreten die Botschafterinnen und Botschafter dieses Landes. Deswegen glaube ich, kann Rheinland-Pfalz stolz sein, dass im Tourismus im Moment eine solche Entwicklung stattfindet, die wir aber natürlich auch weiterentwickeln wollen, meine Damen und Herren. Als jemand, der gerne in Rheinland-Pfalz Urlaub macht, freue ich mich natürlich, dass sich das alles so entwickelt. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Ob man nun shoppen kann oder einen Schoppen trinken kann – wenn man ein bisschen weiter im Norden ist, wissen die Leute ohnehin nicht, was ein Schoppen ist –, (Zurufe von der CDU und den FREIEN WÄHLERN) glaube ich, ist nicht das Entscheidende. Sie wissen, dass wir in der Pfalz irgendwie aus Blumenvasen Wein trinken, aber das ist nicht das Entscheidende, sondern das Entscheidende ist, was wir in Rheinland-Pfalz zu bieten haben, meine Damen und Herren. Wir haben in Rheinland-Pfalz viele zu bieten. Wir haben eine Natur zu bieten, die sonst nicht vorkommt. Wir haben mit dem Rheinsteig – als Beispiel –, aber auch mit anderen Premiumwanderwegen genau den Trend getroffen, den es im Moment gibt. Die Leute wollen aus der Großstadt raus. Die Leute wollen unterwegs sein. Die Leute wollen das, was sie erleben, zum Teil selbst erarbeiten, indem sie es sich erwandern oder mit dem Fahrrad erfahren. Mit dem E-Bike ist das auch gar nicht so anstrengend. Solche Entwicklungen, wie wir sie im Moment haben – beispielsweise das E-Bike, über das wir oft bei der Mobilitätswende reden –, verändern auch den Tourismus in einem Land. Ich habe mit dem E-Bike plötzlich eine ganz andere Klientel, die ich bedienen kann. Ich habe andere Menschen, die plötzlich in Rheinland-Pfalz Urlaub machen können. Auch wenn es einmal ein bisschen gebirgig wird, bin ich nicht mehr vom Radtourismus ausgeschlossen. Deswegen muss man natürlich den Tourismus den technischen Möglichkeiten anpassen. Meine Damen und Herren, vor Kurzem habe ich erlebt, ein ehemaliger Bundestagskollege aus Bayern, ein grüner Kollege aus Bayern, war in Rheinland-Pfalz im gleichen Hotel wie ich. Wir haben uns unterhalten. Er war zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz, natürlich mit seinem Elektroauto. Es gab aber keine Ladesäule an dem Hotel. Vielleicht können wir auch dort noch einmal speziell investieren, damit moderne Leute, die nach Rheinland-Pfalz kommen, so versorgt werden, wie sie versorgt werden müssen, beispielsweise mit einer vorhandenen Infrastruktur. Wir haben zwei klimaneutrale Hotels – ich glaube, bisher sind es zwei – in Rheinland-Pfalz. Auch das ist ausbaufähig. Das ist aber ein guter Ansatz, weil wenn wir in die Werbung schauen, dann hören wir überall nur nachhaltigen Urlaub, egal ob man nach Mallorca fliegt – das sei angeblich nachhaltig – oder ob man sonst irgendwelche Dinge macht, vielleicht ein bisschen zum Surfen fährt oder sonst etwas, all das ist nachhaltig. Was wir aber in Rheinland-Pfalz machen können, ist, wir können das tatsächlich anbieten. Wir müssen nicht nur sagen, der Urlaub in Rheinland-Pfalz ist nachhaltig, sondern wir haben das, wir können das. Darauf können wir setzen. Meine Damen und Herren, dann müssen wir sagen, es ist auch wirklich das Gold, was in Rheinland-Pfalz glänzt. Das ist dann ein goldenes Angebot. Vielleicht ist das nicht im Wein zu finden oder sonstwo, goldener Wein war früher von der Farbe her etwas umstritten. (Zuruf des Abg. Johannes Zehfuß, CDU) Wir haben aber andere Möglichkeiten zu sagen, dass wir in Rheinland-Pfalz ein Angebot haben, das andere Menschen nicht haben, das andere Bundesländer nicht haben. Daran müssen wir arbeiten. Daran werden wir arbeiten. Das können wir ausbauen. Da müssen wir auch selbstbewusst nach draußen gehen und sagen: Kommt doch mal zu uns. Ihr werdet sehen, bei uns ist es vielleicht sogar schöner als bei Euch. – Dann können wir vergleichen, dass wir auch aus dem Ausland Touristinnen und Touristen nach Rheinland-Pfalz holen können. Ich glaube, dann haben wir gewonnen und sind auf der Siegerseite. Das wollen wir. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD sowie der Abg. Philipp Fernis und Marco Weber, FDP)
