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Nina Klinkel

SPD 21.06.2023 Sitzungen 18/46

Sehr geehrter Herr Präsident, verehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich mit ein paar Einstiegsfakten beginnen. Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist nicht nur ein Wirtschafts-, er ist auch ein harter Standortfaktor – bei uns ein Bruttoumsatz von 7 Milliarden Euro –, zählt zu den wichtigsten Branchen im Land – 150.000 nicht exportierbare Arbeitsplätze, vor allem in kleinen und mittleren Betrieben –, und 13.500 Gastronomie- und Hotelleriebetriebe im Land bilden jährlich 2.600 junge Menschen aus. Was diese Branche für uns alle bedeutet, hat der Präsident der DEHOGA Anfang Juni ziemlich gut auf den Punkt gebracht; denn er sagt: Diese Branche trägt dazu bei, dass die Lebensqualität in den Orten hoch ist und das, was wir schaffen, schaffen wir nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Einheimischen. – Da hat er recht. Der Tourismus im Land hat sich trotz aller Herausforderungen positiv entwickelt. Die Übernachtungs- und Gästezahlen sind fast auf dem Niveau des Jahres 2019. Aktuell erreichen uns auch aus dem Statistischen Landesamt die Zahlen von Januar bis April. Knapp 2 Millionen Menschen besuchten Rheinland-Pfalz. Das sind im Vergleich zum gesamten Vorjahreszeitraum 26 % mehr Besucherinnen und Besucher. Die Zahl der Übernachtungen stieg in diesem Gesamtzeitraum um 18 % auf rund 5 Millionen mehr Gäste, mehr Übernachtungen, und es gab eine Auszeichnung. Einigen hier im Haus gefällt das nicht, aber Rheinland-Pfalz.Gold ist ausgezeichnet worden, und zwar vor wenigen Tagen mit dem renommierten Branchenpreis, dem German Brand Award. Darüber reden Sie nicht, wenn Sie über unsere Marke reden, in die wir investiert haben. Wir investieren auch in Kampagnen. Eine dieser Kampagnen, eine Highlight-Kampagne mit einem Heißluftballon, ist ausgezeichnet worden. Sie erinnern sich vielleicht an das letzte Jahr. Es stand dort Rheinland-Pfalz.Gold und darunter der Ausruf „ichwilldahin.de“. Er setzte drei unserer 30 Goldstücke als Markenbotschafter der Lüfte in Szene. Begleitet wurde das von einem crossmedialen Maßnahmenmix. 1,5 Millionen Impressionen wurden erzielt und Aufmerksamkeit generiert. Das hat uns in der Kategorie „Excellence in Brand Strategy and Creation – Brand Communication – Brand Events“ einen Award eingebracht. (Beifall der FDP – Unruhe bei der CDU) Sie können darüber schmunzeln. (Zuruf des Abg. Johannes Zehfuß, CDU) – Ja, das können Sie nachschlagen, Herr Kollege. Sie können darüber schmunzeln, aber es waren 1.200 eingereichte Wettbewerbsbeiträge aus 19 Ländern, und die RPT hat gewonnen. Das können Sie auch nicht einfach wegwischen. Darüber reden Sie aber nicht. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP) Wissen Sie, jeder kann nach seinem eigenen Gusto Dinge für gut oder schlecht bewerten. Was wir aber tunlichst vermeiden sollten – Kollege Wink hat es angesprochen –, ist zu glauben, dass wir die besseren Marketingexperten sind, weil unser Konterfei in regelmäßigen Abständen auf Plakaten prangt. Das sind wir nicht. Das mag einmal einen Zweizeiler in der BILD-Zeitung bringen, wenn man sich über Slogans echauffieren kann. (Zuruf aus dem Hause) Schoppe statt shoppen, Schoppe und shoppen. (Vereinzelt Heiterkeit im Hause) Wissen Sie, ich kann Ihnen als Rheinhessin gerade auch aus aktuellem Anlass, wenn Sie es in der Presse verfolgt haben, versichern, wir können prinzipiell beides. Wir können shoppen und Schoppe, wir können aber nur im Einzelhandel und in unseren Weingütern shoppen. Wir können auch nur Schoppe, nicht nur im Weingut, sondern auch auf unseren Dorfplätzen beim Dämmerschoppen, und wir können sogar beides gleichzeitig bei unseren Abendevents in den Dörfern. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP) Wenn Sie den Rheinhessen fragen – ich bin mir ziemlich sicher, Sie können die Kollegen aus den anderen fünf Weinanbaugebieten auch fragen –, wo er seinen Fokus sieht, dann könnte die Antwort einige Teile hier verunsichern, nämlich eventuell die Teile, die nicht so mit den Weinanbauregionen oder vielleicht mit der Weinkultur verbunden sind, die immerhin Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes ist. Wir in Rheinhessen, ich glaube, wir in ganz Rheinland-Pfalz, können beides, aber vielleicht – das habe ich mir überlegt – ist diese Negativkampagne von einigen Teilen der Opposition in der BILD-Zeitung auch ein kluger Schachzug; denn eine Marke lebt davon, dass man von ihr spricht. Da gilt eben das, was auch für einige hier im Haus zu gelten scheint: There is no such thing as bad press. – Hauptsache, man schreibt Rheinland-Pfalz dann richtig, gerne mit Bindestrich. Die Marke ist ein Erfolg. Das zeigen uns die Zahlen. Die können und wollen wir uns von Ihnen nicht schlechtreden lassen, genauso wie ich an dieser Stelle auch – ich kann mich dem Kollegen Wink nur anschließen – lobend neben der Marke all unsere Tourismusakteure nennen möchte. Ich habe Ihnen die Zahl der Auszubildenden, die Zahl der Hotellerie- und Gastronomiebetriebe genannt. Die kommen gerade wieder in Fahrt. Daher der Aufruf: Machen Sie doch Urlaub im eigenen Land. Besuchen Sie das eigene Land. Besuchen Sie auch einmal die anderen Regionen. – Wie gesagt, der Werbeblock für Rheinhessen war da, wir können shoppen und Schoppe. Danke schön. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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