Dr. Christoph Gensch
Herr Fernis, nur zur Klarstellung: Es war keine Kritik an der grundsätzlichen Backup-Funktion des Telenotarztes, sondern es war eine Kritik an der Tatsache, dass die Landesregierung auf der einen Seite die Notwendigkeit erkennt, Modellprojekte durch einen physischen Notarzt abzusichern, also ein Backup den Telenotarzt begleitet und damit quasi eine Art von Doppelstruktur in dem Bereich vorliegt, während in vielen Bereichen des Landes überhaupt kein Notarzt vorhanden ist. Man begründet also das Beibehalten der Doppelstruktur damit zu sagen, man wolle kein Wagnis eingehen, hat aber auf der anderen Seite in großen Teilen des Landes Ausfallraten zwischen 10 und bis zu 50 % des Notarztes vor Ort. Das war die Kritik, die ich geäußert habe. Daran sieht man, dass es tatsächlich wichtig ist, dass der Telenotarzt an sich einen Einsatzbereich haben kann, beispielsweise wenn die Rettungssanitäter – oder die Notfallsanitäter, wie sie momentan heißen – erst vor Ort erkennen, dass der Notfall schwerer ist als initial angekündigt, und sie sich dann telemedizinisch beraten lassen, was akut zu tun ist, weil die Dauer, bis ein Notarzt dann im Nachhinein verständigt wird, zu lange ist. Das ist völlig klar. Es ging mir nur um diesen Punkt, dass ich ein Modellprojekt doppelt absichere, während im Rest des Landes ein Riesenproblem besteht. (Beifall der CDU)
